Tagebuch: Leben in México

In diesem Tagebuch möchte ich euch über meine Zeit als Expat in San Luis Potosí berichten. Über vieles werdet ihr schmunzeln, einiges wird euch aber sicher zum Nachdenken anregen.

13.10.2018 – Zacatecas, Sportclub, gutes Wetter und wieder ein Oktoberfest

So, da bin ich wieder, etwas verkatert vom letzten Abend – wir waren erst im Mercadito in der Innenstadt (tolle Bar, open air, gute Musik) und dann im Rockabilly (ebenfalls in der Innenstadt, endlich wieder geöffnet, Club mit mehreren Floors, live Rock Musik). Vergangenes Wochenende war ich mit zwei Kollegen in Zacatecas, einer tollen kleinen Stadt etwa 2h nordwestlich von hier. Dort gibt es unter anderem eine Seilbahn, tolle Museen und einen Club in einer alten Mine. Der Reisebericht folgt, sobald ich Zeit habe.

Am Montag habe ich mich endlich in einem der großen Fitnessclubs angemeldet (so langsam werden die Folgen des guten mexikanischen Essen sichbar^^) – ich habe den La Loma Sports Club gewählt, da haben wir ein wenig Rabatt. Diese Clubs sind nicht mit Einrichtungen in Deutschland zu vergleichen – für ca. 80-100€ im Monat bekommt man Zugang zu Indoor- und Outdoor-Pools, Tartanbahn, Fußball-, Volleyball-, Tennisplätzen, Boxring, Teakwondohallen, Squashfeldern, Tanzkursen, Sauna, Dampfbad, Fitnessstudio uvm.. Die Anlage ist einfach gigantisch, zeig ich euch mal, wenn ihr mich besucht. Da Zeit aber wie immer der begrenzende Faktor ist, war ich diese Woche nur zweimal da (wobei ich beim zweiten Mal im Pool war und mich dann in die Sonne gelegt habe^^). Apropos Wetter – wir haben Oktober und immer noch bis zu 30 Grad Celsius tagsüber. Nachts kühlt es jetzt aber manchmal auf 12-14 Grad herunter. Wenn es jetzt immer noch so warm ist, freue ich mich schon auf den Winter – endlich nicht mehr frieren, wie in Deutschland :D.

Am Mittwoch waren wir mit der Abteilung Bowlen, in der Shopping-Mall Citadella gibt es ein Freizeitcenter (Alboa) mit Billard, Tischtennis, Bowling uvm.. Es hat viel Spaß gemacht – war quasi ein Event zum Abschluss der Qualifikation unserer mexikanischen Mitarbeiter. Im Anschluss war ich noch kurz bei meinem Lieblings-Tacorestaurant Taqueria los arandenses. Freitag haben wir dann mal wieder ein neues Restaurant an der Venustiano Carranza ausprobiert – Casablanca. Auswahl und Essen war preislich etwas über dem Durchschnitt, aber nicht so teuer wie z.B. Gran Central. Geschmacklich war es gut, aber ich habe schon besser gegessen (es gab Escamoles, Enchiladas Potosinas, Guacamole und Steak (Spargel als Beilage war super)). Das Ambiente des Restaurantes ist toll – Live Musik, Tanzsaal (da wurde später auch getanzt). Leider ist Live Musik in mexikanischen Restaurants immer so laut, dass man sich nicht unterhalten kann… .

Dieses Wochenende findet mal wieder ein Oktoberfest statt, genau wie an den letzten beiden Wochenenden und am ersten Wochenende im November – weiß nicht, ob das schon so war, bevor die ganzen Deutschen hier aufgetaucht sind.

Story: Mindestlohn und Versicherung

Liest man Reiseberichte über Mexiko klingt immer vieles nach Abenteuer und fröhlichen, kontaktfreudigen Menschen. Es scheint, dass die Leute hier glücklicher sind, als in anderen Ländern der Erde und einige Abenteurer verlieben sich in das Land und wandern gleich hierhin aus. Dennoch gibt es gigantische Probleme in Mexiko, allen voran die Armut. Ein Beispiel für das Leben hier möchte ich euch aus meinem direkten Umfeld berichten. Der mexikanische Mindestlohn liegt bei etwa 4,10€ – wohlgemerkt pro Tag, nicht pro Stunde! In der Produktion von Fabriken in der Umgebung verdient ein einfacher Bandarbeiter etwa 50-80€ pro Woche, die Arbeitszeit liegt bei ca. 48-50h (gesetzlich vorgeschrieben sind derzeit 48h pro Woche). Damit kommt er im besten Fall auf 320€ Verdienst pro Monat. In der Stadt kann man mit diesem Geld kaum leben, daher wohnen viele Arbeiter in den Siedlungen außerhalb der Stadt. Im Supermarkt sind die Preise für Lebensmittel mit Deutschland vergleichbar (kein Scherz), nur Obst ist i.d.R. etwas günstiger, da es von hier kommt. Der Liter Benzin kostet derzeit etwa 1€ (teurer als in den USA). Da könnt ihr mal überlegen, wie weit man mit 320€ pro Monat kommt. Aus diesem Grund fahren die Leute in der Regel alte und kaputte Autos, haben keine Versicherung und keine Altersvorsorge, können kein Geld zurücklegen und sind dankbar, dass der Lohn aller zwei Wochen ausgezahlt wird. Passiert mal etwas, z.B. ein Unfall, wird realtiv häufig Fahrerflucht begangen oder der Zusammenhalt in der Familie benötigt, um die Not zu beheben. Dennoch hat man das Gefühl, dass die Menschen hier glücklicher sind – das hängt meiner Meinung nach mit der Lebenseinstellung zusammen. Man macht sich einfach weniger aus den Widrigkeiten des Alltags, da man sie ohnehin nicht ändern kann. Man nimmt das meiste mit Humor und Gelassenheit und wurstelt sich irgendwie durch.

30.09.2018 – Oktoberfest und Geschichten von der Bank

Die letzten zwei Wochen vergingen mal wieder wie im Flug. Ich war ein wenig krank, hatte eine Erkältung, und habe daher an den Wochenenden nicht allzu viel unternommen. Immerhin habe ich für die Berichte zu Dolores Hidalgo und Querétaro Zeit gefunden. Außerdem habe ich einige exzellente Restaurants (von exzellent bis sehr gut: El México de Frida (mexikanisches Essen), Gran Central (Steak und Fisch), TrasHumante (mexikanisch/ausgefallen), einen Biergarten in Pozos (da gibt es deutsches Bier und deutsche Speisen) und einen relativ neuen Club (Rua in der Attus Plaza) besucht. Gestern fand das Global Beer Festival (Edition Oktoberfest) statt. Dieses Festival wird jedes Jahr im tollen La Loma Sport Club veranstaltet. Es gab Live-Musik, Unterhaltung, viele verschiedene Stände mit Essen und sehr viele verschiedene Sorten von lokal gebrautem Bier. Aufgrund der vielen deutschen in der Stadt findet man mittlerweile sehr viel Tracht auf dem Festival. Viele haben ihre Lederhosen und Dirndl rausgeholt – den Mexikanern scheint es zu gefallen. Für das kommende Wochenende habe ich mir Zacatecas vorgenommen, eine weitere sagenumwobene Silverstadt Mexikos und ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe, ihr dürft also auf den Bericht gespannt sein. Weiterhin möchte ich in den nächsten Wochen die Berichte vom Sommerurlaub in den wunderschönen Bahamas anfangen, es wird wieder viel zu lesen geben.

Story: Die Sache mit der Bank Teil 1

Da ich einen Teil meines Gehaltes in Mexiko bekomme, brauchte ich natürlich ein Konto bei einer mexikanischen Bank. Bei der Eröffnung half mir eine nette Dame von Expat Point, einer Firma, die Expats u.a. bei der Wohnungssuche und weiteren Dingen unterstützt. Die Bank der Wahl war Santander Mexiko und so eröffnete ich dort ein Konto. Da ich jeden Monat die Miete meiner Wohnung bezahlen muss, fragte ich gleich nach der Einrichtung eines Dauerauftrages. Der Mitarbeiter der Bank (offizielle Berufsbezeichnung: Expat Banker) versprach sofort Hilfe und wollte mir den Auftrag einrichten. Als ich nach der Dauer fragte, sagte er, dass maximal zwei Monate möglich sind, da viele Mexikaner von der Hand in den Mund leben und dann oft vergessen, dass automatisch Zahlungen abgebucht werden. Wozu zur Hölle gibt heißt es dann Dauerauftrag? Ich entschied mich also dazu meine Miete selbst zu überweisen. Hier erledigt man übrigens alles per Handy – Überweisungen, Kontostand abfragen, etc.. Dabei ist die App nicht wirklich übersichtlich gestaltet und bietet einige bescheuerte Beschränkungen (u.a. bekommt man E-Mail jedes Mal, wenn man etwas teures kauft oder Geld abhebt – am Wochenende wird jedoch der Kontostand nicht aktualisiert, sondern erst am Montag; auch kann man nur die letzten 20 Einträge in der App abrufen). Ende Juni wollte ich also zum ersten Mal das Geld für meine Miete überweisen und fand heraus, dass man außerhalb der Öffnungszeiten der Bank (Mo-Fr 8-18 Uhr) maximal 8000 Peso (400€) überweisen kann, sehr kurios. Weiterhin muss man, bevor man etwas überweise kann, das Konto es Empfängers erst registrieren. D.h. man gibt die Daten des Empfängers ein und wartet dann maximal einen Tag, bis man überweisen kann. Kurios, oder?

15.09.2018 – Die letzten Wochen und die Sache mit dem Klempner

Ende August bin ich nach vierwöchigem Aufenthalt in München und zwei Wochen Bahamas (Bericht kommt noch) nach San Luis Potosí zurückgekehrt. Im Vergleich zu Juni hat sich das Wetter ein wenig verändert – es ist nicht mehr ganz so heiß (tagsüber um die 25 Grad Celsius, nachts 12-18 Grad Celsius) und regnet am Abend und in der Nacht häufig. Der Regen sorgt schnell für überflutete Straßen und da der Asphalt hier ohnehin sehr glatt ist, muss man beim Fahren extrem aufpassen. Vorsicht auch bei tiefen Pfützen, sonst geht es euch wie einigen Kollegen, die mit ihren Autos liegengeblieben sind.

Letzte Woche war ich mit einem Kollegen in Dolores Hidalgo und Guanajuato. Dolores Hidalgo war neu für mich, wobei es dort nicht allzu viel zu sehen gibt (ein halber Tag reicht locker). Guanajuato kannte ich schon, jedoch zieht mich diese wunderschöne Stadt immer wieder in ihren Bann. Einen kleinen Reisebericht werde ich noch verfassen.

Dolores Hidalgo
Dolores Hidalgo – die Stadt bereitet sich auf die Feier zur Unabhängigkeit vor

 

Das aktuelle Wochenende steht ganz im Zeichen der mexikanischen Unabhängigkeit: Am 16.09.1810 markierte der Grito de Dolores (Schrei von Dolores) den Beginn des mexikanischen Unabhängigkeitskrieges. Seit 1808 plante bereits ein Geheimbund um Ignacio Allende und Juan Aldama die Unabhängigkeit Mexikos. Miguel Hidalgo trat diesem Bund bei und man schmiedete einen Plan. Ihr merkt schon, die Städte hier in der Gegend haben alle etwas mit der mexikanischen Unabhängigkeit zu tun, die erst 1821 in Kraft trat: San Miguel de Allende, Dolores Hidalgo, Guanajuato, etc.. In meinen Reiseberichten zu den einzelnen Städten werde ich euch mehr zu diesem Thema berichten. Die Mexikaner sind sehr stolz auf ihr Land und diese Geschichte, daher wird am 15./16.09. ordentlich gefeiert. In jeder Stadt finden Events statt und wer Zeit hat, pilgert nach Dolores Hidalgo, der Schmiede der Unabhängigkeit. Da mich leider eine Erkältung erwischt hat, werde ich mir nur kurz das Treiben im Zentrum von San Luis Potosí anschauen, ein paar Fotos gibt es dann später.

Chiles en nogada
Chiles en nogada – süßes Nationalgericht in den Farben der mexikanischen Flagge – darf zur Unabhängigkeitsfeier nicht fehlen

Übrigens hab ich mir einen neuen Reiseführer für Mexiko gekauft. Es ist mal wieder ein Buch von Lonely Planet geworden – kaum Bilder, dafür umso mehr Text (und auf 973 Seiten kann man viel Text unterbringen). Die Restaurantempfehlungen haben sich schon ausgezahlt. Hier der Link*:

Story: Die Sache mit dem Klempner

Als ich in meine Wohnung hier einzog, gab es hier und da noch kleine Dinge zu reparieren. Unter anderem gab es einen schlechten Geruch im zweiten Badezimmer. Auch nachdem ich alles saubergemacht, den Waschbeckenabfluss gewechselt und einen Geruchsverschluss in die Dusche eingebaut hatte, verschwand der Geruch nicht. Also schrieb ich meinem Hausverwalter über WhatsApp. Er solle bitte einen Klempner schicken, der sich die Sache mal anschaut. Er antwortete mir, dass er da jemanden kenne und den gleich anrufe.

Leider bekam ich in den nächsten Tagen keine Antwort mehr von meinem Hausverwalter, also versuchte ich es drei Tage später noch einmal. Auch dieses Mal sagte er mir, dass er den Klempner anrufen wird und mir Bescheid gibt. Bis zum Wochenende kam erneut keine Rückmeldung. Langsam wurde ich ungeduldig. Also erneut angefragt – wann kommt der Klempner denn nun endlich? Und siehe da, ich bekam eine Antwort: Am Mittwoch um 17 Uhr wird der Klempner vorbeikommen.

Am Mittwoch verließ ich die Arbeit etwas eher und war 17 Uhr zu Hause. Ich wartete bis 17:30 Uhr, und niemand kam. Erneut rief ich den Hausverwalter an – wo bleibt der Klempner? Er sagte, dass der noch einen anderen Termin hätte und dass es dort länger dauert. Er kommt aber 19 Uhr auf jeden Fall. Ich ging also erstmal joggen… .

Natürlich war 19 Uhr wieder niemand da. Ich machte mir etwas zu essen und rief 20 Uhr erbost erneut an. Der Klempner wäre 19 Uhr da gewesen und hat geklingelt – keiner hätte geöffnet. Ich fragte ihn, ob er mich verarschen will, da ich zur Zeit zu Hause war und keiner geklingelt hat. Also fragte er nach – der Klempner ist etwas zu essen gefahren, er kommt in 15 Minuten vorbei.

20:30 Uhr klingelte es dann endlich. Zwei Typen um die 25 standen vor meiner Tür und wollten das Bad reparieren. Ich war mir ein wenig unsicher, da die beiden nicht wie Klempner aussahen (und auch kein Werkzeug dabei hatten), aber sie kannten den Namen meines Hausverwalters, er hätte sie angefordert und sie hatten von ihm auch einen Hausschlüssel bekommen (einige Reparaturen später stellte sich auch heraus, dass sie so ziemlich alles hier um Haus reparieren und auch die anderen Mietparteien die beiden kennen).

Ich ließ die beiden rein und sie meinten, dass der Spalt um die Toilette mit Silikon abgedichtet werden muss. Natürlich hatten sie kein Silikon dabei (warum sollte man als Klempner auch Werkzeug und Silikon mit sich rumtragen?). Sie wollten gleich noch zum Baumarkt fahren und welches holen. Ich fragte noch, wie lange der Baumarkt geöffnet hat, und sie meinten bis 22 Uhr (viva México:). Also ließ ich sie fahren, in der Hoffnung, dass die beiden in 15 Minuten zurückkommen.

Ich wartete bis 22:15 Uhr und keiner kam… . Schließlich rief ich den Hausverwalter wieder an und berichtete ihm erbost. Er wollte sich sogleich bei den beiden erkundigen. Nachdem er die beiden angerufen hatte, rief er mich zurück und meinte, dass sie nach Hause gefahren sind, da der Baumarkt geschlossen war… .

Am Wochenende kaufte ich eine Tube Silikon für 44 Peso (2€) und erledigte die Arbeit selbst.

Buchempfehlung* – falls ihr noch mehr faszinierende, aber auch schockierende Berichte aus Mexiko lesen möchtet:

09.07.2018 Querétaro

Wie schnell die Zeit vergeht…gerade angekommen, geht es schon wieder für vier Wochen in die Heimat nach Deutschland. Die letzten Wochen vergingen wie im Flug – einrichten der Wohnung, zurechtfinden und nebenbei arbeiten war ganz schön anstregend. Dennoch gab es Zeit für einen Wochenendtrip nach Querétaro, der Hauptstadt des gleichnamigen Staates. Die koloniale Altstadt wurde 1996 UNESCO Weltkulturerbe. Querétaro ist nur ca. 2h von San Luis Potosí entfernt, ähnlich groß und bietet eine ganze Menge an Sehenswürdigkeiten. Im Bericht erfahrt ihr mehr.

Queretaro
Queretaro – UNESCO Weltkulturerbe

 

 

18.06.2018 Wohnungssuche und die ersten Wochen in San Luis Potosí

Im Juni bin ich in meine Wohnung in San Luis Potosí gezogen. Die Wahl der Wohnung im April war alles andere als einfach, da ich mir selbst nicht so richtig sicher war, wohin ich denn eigentlich wollte. Da ich alleine wohnen würde, wollte ich etwas Leben in der Nähe haben, d.h. Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten, … . Vielleicht sogar etwas in Laufnähe (wobei es sich mit dem Laufen hier ähnlich verhält wie in den USA – je weniger, desto besser). Ich habe mir 25 Wohnungen zeigen lassen, bevor ich drei in die Endauswahl nahm. Schlussendlich entschied ich mich für eine Wohnung in einem normalen Mietshaus im Stadtviertel Lomas 1. Dieses Viertel liegt in der Nähe eines kleinen Stadtparks (Parque Morales) und der Carranza Straße, die direkt zum Zentrum der Stadt führt. Das Viertel ist sehr beliebt, da es hier unzählige Restaurants und Bars gibt. Da ich alleine wohne, genau das richtige. Auf der Dachterrase des Hauses stellte ich gleich meine Hängematte auf, in der ich am Wochenende gelegentlich ein Buch lese.

Wohnung mit Blick über die Stadt in der Nähe von Miraville

Falls ihr auch nach San Luis Potosí wollt, dann hier eine Auswahl der besten Wohngegeneden:

Lomas 1 & Lomas 2: Zwischen Anillo Periferico und Parque Morales gelegen; durchsetzt von vielen Restaurants und Bars; beliebtes Viertel; gute Internetanbindung (hier gibt es Glasfaser); Häuser teilweise schon älter; hier kann man vieles zu Fuß erledigen

Lomas 3 & Lomas 4: Rund um die Calle Himalaya herum; etwas ruhiger als Lomas 1 & 2; auch hier gibt es viele Restaurants, die Plaza Covalia mit ihren Hotels und Restaurants lädt zum Zeitvertreib ein; gute Internetanbindung (je näher man an der Stadt ist, desto eher gibt es Glasfaser); Häuser teilweise schon älter; hier kann man vieles zu Fuß erledigen

Lomas del Tec: ruhigere Wohngegend auf dem Berg (leider viele Baustellen); die Wohnungen hier sind luxuriöser und neuer (bodentiefe Fenster, eigene Dacherrasse, etc.), weniger Restaurans und Bars (vor allem nicht in Laufnähe); um die Ecke befindet sich das große Einkaufszentrum Plaza San Luis; Internetverbindung deutlich langsamer hier (je weiter man auf den Berg kommt)

La Loma Residencial: Wohnen im Golfclub; abgeschlossene Wohnanalage; sehr ruhig; große Häuser (ideal für Familien), jedoch teuer (zumal man noch die Mitgliedschaft zahlen muss); keine Restaurants/Bars in Laufnähe, viele Sportmöglichkeiten; Internetverbindung langsam

Alpes (Miraville, etc.): ruhige und sichere Wohnanlagen; schöne Häuser, teilweise neu gebaut; hier kann man entweder im eigenen Haus oder in einem der Hochhäuser wohnen; Internetverbindung mittelmägßig, keine Restaurants/Bars in Laufnähe

Privadas de Pedregal (und weitere am Berg): Entlang Avenida Parque Chapultepec den Berg hinauf gibt es viele abgeschlossene Anlagen; die Anlagen weiter oben auf dem Berg sind neu (teilweie noch im Bau); ruhig, sichere Wohngegend, für Familien geeignet, keine Restaurants/Bars in Laufnähe; Internetverbindung mittelmäßig bis schlecht; in der Regel hat man ein eigenes Haus (es gibt auch ein paar Mehrfamilienhäuser)

Colinas del Parque: Wohnanlagen entlang Westseite Tangamanga Park; eigenes Haus oder Apartment möglich; sicher; Häuser teilweise schon älter, Bars und Nachtclubs in der Nähe (kann nachts etwas lauter sein); Einkaufsmöglichkeiten (z.B. Walmart, Sams Club) in der Nähe; gute Internetverbindung

Tangamanga: Stadtviertel nördlich Tangamanga Park, i.d.R. normale Mehrfamilienhäuser, aber auch einzelne abgeschlossene Anlagen; Restaurants, Bars und Einkaufsmöglichkeiten in Laufnähe (z.B. Citadella, Walmart), Park um die Ecke; gute Internetverbindung; Häuser schon älter

Viertel um die Avenida Venustiano Carranza (Del Valle, Tequisquaipan, Fundadoren, Polanco, etc.): i.d.R. Wohnungen in Mehrfamilienhäusern; viele Restaurants und Bars in der Nähe der Carranza, gute Internetverbindung (Glasfaser), viel Verkehr, weniger ruhig; Häuser schon älter

Villa Magna, Horizontes: Weiter von der Stadt entfernt; abgeschlossene Wohnanlagen, schlechte Internetanbindung; längerer Arbeitsweg; günstige Preise für komplette Häuser

Pozos: günstig, in der Nähe von BMW, GM und weiteren Firmen (kurzer Arbeitsweg); einige Wohnanlagen; in der Regel mietet man Häuser; wenig Restaurants/Bars, keine Schulen/Kindergärten

 

Ein paar Hinweise zur Wohnungssuche:

  • Die schöneren und sichereren Stadtviertel befinden sich im Südwesten der Stadt (leider auch die teureren). Das Zentrum würde ich euch aufgrund Verkehr, Lärm und zu alten Häusern nicht empfehlen. Alles nördlich des Boulevards Rio Santiago solltet ihr meiden aufgrund der Sicherheitslage. Auch die Gegenden östlich und südöstlich vom Zentrum, die noch zur Stadt gehören (Pozos ist bereits außerhalb der Stadt).
  • Neu heißt nicht immer gut: Neue Häuser sehen meist gut aus, leiden aber an Kinderkrankheiten (z.B. Undichtigkeiten, Probleme mit Wasseranbindung, langsames Internet, Schimmelbildung, etc.). Es kann besser sein ein Haus oder ein Apartment in einem Haus zu mieten, das es schon eine Weile gibt (dann weiß man, dass alles funktioniert).
  • Für Familien empfehle ich eine geschlossene Wohnanlage – hier gibt es meist Grünflächen und mehr Freilauf (z.B. zum Fahrradfahren oder Joggen) und man kann die Kinder auch mal unbeaufsichtigt im Garten spielen lassen.
  • Für Paare oder Singles empfehle ich ein Apartment näher an der Stadt (z.B. Lomas 1-4) – hier gibt es einfach mehr zu erleben und zu tun.
  • Wohnanalagen fühlen sich sicherer an, sind aber kein Garant für Sicherheit: Vor allem im teuren Golfclub gab es in der Vergangenheit wiederholt Einbrüche.
  • Schaut euch bei der Besichtigung alles genau an: Fragt nach der Geschwindigkeit des Internets (falls möglich, lasst euch einen Speedtest zeigen), testet die Warmwasserversorgung (stimmt der Druck; wie lange braucht das Wasser, um warm zu werden).
  • Lasst euch nichts einreden: Vor allem in Lomas del Tec gibt es viele Baustellen. Bei der Besichtigung wollte man mir einreden, dass die Bauarbeiter 17 Uhr fertig sind – ich war 20 Uhr mit dem Auto nochmal da – sie waren immer noch nicht fertig.
  • Stellt Forderungen: Die Mieten sind in der Regel deutlich überhöht (ihr kommt ja aus dem reichen Ausland) – stellt daher Forderungen (z.B. Installation einer Klimaanlage, etc.), diese können mit der Miete abgegolten werden.
  • Was wird zusätzlich geboten?: In einigen Wohnanlagen gibt es Fitnesstudios, Pools, Tennisplätze, etc.. Einfach nachfragen, war dazu gehört.

 

 

01.06.2018 Warum Mexiko?

„Mexiko? Ist das nicht gefährlich? Das ist doch das Land mit dem Drogenkrieg, der Korruption und Gewalt – warum willst du denn da hin?“, fragten einige Kollegen, als ich mich entschloss für eine Weile hier zu wohnen. Irgendwie erinnerte mich das an meine kurze Zeit in China: Vorher sagten mir so viele Kollegen, dass China schmutzig wäre und die Luft mich umbringt usw., am Ende war es dann aber alles viel besser als erwartet. Ähnlich verhält es sich mit Mexiko: Die meisten Leute kennen das Land nur aus den Medien, und dort verkaufen sich Drogenkrieg und Korruption nunmal besser. Aber viele Dinge über eine Kultur oder ein Land lernt man erst, nachdem man sich längere Zeit dort aufgehalten hat. Da reicht kein Blick in eine deutsche Tageszeitung, aber auch kein Blogeintrag über einen Backpacking Trip von Mexiko Stadt nach Puebla ohne ein Wort Spanisch zu sprechen (wie naiv kann man sein…). Aus meinen vielen Trips nach Mexiko wusste ich bereits, dass das Land viel mehr zu bieten hat als man in Zeitungen lesen kann – die netten Menschen, die wunderschönen Strände und Naturwunder, die Pyramiden und archäologischen Stätten, das gute Essen, die tollen Fiestas, die vielen Farben… . Dennoch ist es hier deutlich gefährlicher als in Deutschland und man muss seinen Lebenstil anpassen und Vorsorge treffen (dazu später mehr). Aber mal ganz ehrlich, die USA stehen in Sachen Gewalt nicht viel besser da und ihr würdet dort doch auch ohne Frage Urlaub machen, oder?

Bunter gehts nicht – Trajineras in Xochimilco (Mexiko-Stadt)

Als ich mich entschied, für eine Weile in Mexiko zu wohnen, wusste ich aber auch, dass nicht alles glatt laufen wird. Der Umzug in ein anderes Land ist immer mit viel Aufwand und Anstrengung verbunden. Nicht alles läuft so wie in Deutschland, vieles dauert in Mexiko länger, benötigt mehr Papierkram (ja, wirklich) oder ist einfach ganz anders als zu Hause. Das heißt aber nicht, dass es schlecht ist, es heißt nur, dass man sich darauf einrichten und vor allem darauf einlassen muss – denn neben einigen kleinen Widrigkeiten des Alltags kann man so viel Neues und Interessantes entdecken und auch hier sehr glücklich sein.

Teotihuacan - Sonnenpyramide
Teotihuacan – Blick von der Sonnenpyramide nach Süden

In dieser Kolumne möchte ich euch einige lustige und kuriose Geschichten aus meiner Zeit in Mexiko berichten. Über vieles werdet ihr Schmunzeln, einiges wird euch aber sicher zum Nachdenken anregen. Falls euch das noch nicht genug ist und ihr auch überlegt, eine Weile nach Mexiko zu gehen, dann kann ich euch das Buch „Mexiko – Ein Länderporträt“* von Jürgen Neubauer empfehlen. Ich habe das Buch erst sehr spät gelesen, nachdem ich schon etliche Male in Mexiko war. Viele Dinge und Verhaltensweisen, die im Buch beschrieben werden, kamen mir schon bekannt vor, jedoch wusste ich den Hintergrund nicht. Jürgen Neubauer wohnt seit über zehn Jahren in Mexiko und erklärt viel über die Hintergründe, warum das Land so ist, wie es ist. Habt ihr etwa gewusst, dass einer der reichsten und dass der dickste Mensch der Welt aus Mexiko kommen? Oder warum die Coca Cola in Mexiko anders schmeckt, als in Deutschland oder der USA? Ihr werdet nach dem Lesen des Buches sicher ein wenig geschockt sein, so wie ich.

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