29.08.2012 | Mexico City und Puebla

Puebla

Heute nun, wie im letzten Beitrag des USA-Blogs versprochen, der Bericht über meine zweite Reise nach Mexiko. Nachdem am Donnerstag erstmal alles schief gegangen ist, bin ich dann mit dem neuen Flug nachmittags 17 Uhr in Mexico City angekommen.

Nachdem ich vom Flughafen abgeholt wurde, sind wir erstmal zum Italiener essen gegangen (und das in Mexiko^^). Da ich von dem ganzen seltsamen Tag ziemlich müde war, haben wir am Abend nicht mehr viel unternommen. Am Freitag sind wir dann sehr zeitig aufgebrochen um mit Bus und U-Bahn zu einer Touribus-Station in einem recht noblen Stadtviertel zu fahren (Polanco, dort stehen auch die meisten Hochhäuser an der Prunkstraße Reforma). Zuerst mussten wir eine Weile in einem total überfüllten Bus fahren, danach ging es mit der U-Bahn weiter. Dabei fiel mir auf, dass die U-Bahn in einen Bereich für Männer und einen Bereich für Frauen unterteilt ist – dies wurde aufgrund der Kriminalität eingeführt. Ein Polizist achtete darauf, dass das Ganze auch eingehalten wurde (allgemein standen überall ewig viele Polizisten rum). Da ich kein Spanisch kann und auch so überall auffalle (größer als die Anderen, blonde Haare), konnte ich zusammen mit meiner Freundin im Frauenabteil des Zuges fahren. Als Überraschung für mich war eine Busreise nach Pueblo, einer historischen Stadt südöstlich von Mexico City, geplant. Nachdem wir uns im Doppeldecker-Bus (waren nur sieben Leute) durch den ziemlich kranken Verkehr in Mexico-City gekämpft hatten (hier fährt jeder, wie er will – Ampeln werden einfach ignoriert, ein Navi hat keiner – da hält man einfach mal an mitten auf der Straße und fragt nach dem Weg), verließen wir die Stadt in Richtung Berge. Dabei fuhren wir auch durch ziemlich heruntergekomme Randgebiete der Stadt und ländliche Gebiete.

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Puebla und Cholula – die größte Pyramide der Welt

Nach rund 4h Busfahrt sind wir dann in Puebla angekommen. Die Stadt ist sehr hübsch und viel sauberer als Mexico City. Puebla liegt in einem Tal, etwas höher als 2000m, es ist umgrenzt von Vulkanen und weiteren Bergen. Im Norden der Stadt liegt übrigens das VW-Werk (daher gibts auch ein wenig deutschen Einfluss). Unser recht kompetenter Reiseführer (der extra alles für mich auf Englisch übersetzte), zeigte uns dann Cholula, eine Stadt, ein paar km von Puebla entfernt. Dort gibt es die größte, jemals errichtete Pyramide der Welt (dem Volumen nach). Aber die Spanier haben im 19. Jh. Kirche darauf errichtet. Cholula besitzt im Allgemeinen ewig viele Kirchen, der Reiseführer erzählte uns einige Mythen darüber. Die Pyramide steht auf einer Grundfläche von 450m x 450m, leider ist nicht mehr allzu viel davon übrig – nur ein paar Ausgrabungen und Hinweise auf die originale Höhe der Pyramide (hier musste ich ein wenig mit Wikipedia nachhelfen – kann mich nicht mehr an alles erinnern, was der Typ da erzählt hat^^ – da gibts auch ein gutes Modell). Die Bauzeit wird auf 500 Jahre geschätzt – aller 52 Jahre wurde die Pyramide erweitert. Interessant ist, dass alles immer wieder mit Überbauten überzogen wurde und erst so die volle Größe erreicht hat (also die nächste, größere Pyramide wurde einfach über die kleinere gestülpt). Es ist nicht ganz klar, warum die Pyramide heutzutage eher wie ein Berg aussieht – hierzu gibt es mehrere Annahmen (zugeschüttet, etc. …). Auf den Bildern von mir sieht man sehr gut den restaurierten Westteil. Bevor unser Trip weiter ging, habe ich noch gegrillte und gewürzte Heuschrecken probiert – einmal in klein und eine größere (die Verkäufer stehen dort mit großen Eimern an der Straße). Wenn man nicht hinsieht, schmeckt es schon halbwegs (durch das leckere Gewürz), aber mehr wollte ich dann doch nicht essen, weil es mich ziemlich geekelt hat :D.

Danach fuhren wir zu einer Ausstellung mit einer besonderen Art von Keramik/Terrakotta (war ein wenig öde). Im Anschluss ging es dann zum Essen nach Puebla – wir waren in einem Restaurant mit Buffet. Dort konnte ich mal einige mexikanische Gerichte testen – alles sehr scharf und lecker :). Im Anschluss ging es zur Kathedrale von Puebla. Diese hat zwei riesige Türme, wovon nur einer mit Kirchglocken bestückt ist (hierzu gibt es auch wieder Mythen, z.B. würde der Turm zusammen stürzen, wenn man noch Glocken einbaut, da ein Fluss darunter fließt). Die Kathedrale ist wirklich groß und wunderschön im Inneren. Die Seitenschiffe sind dabei weitere kleine Kapellen, 14 an der Stückzahl. Nach Besichtigung der Kapelle ging es noch ein wenig durch die Stadt – auf die Märkte und durch einen Künstlerviertel. Unterwegs hat mir meine Freundin besondere mexikanische Süßigkeiten gezeigt und gekauft, außerdem haben wir ein paar Geschenke für zu Hause mitgenommen. Danach ging es wieder zurück nach Mexico City, wo wir erst am späten Abend angekommen sind. Da wir mittags beide zuviel gegessen hatten, gab es Abends dann nix mehr :O.

 

Mexikanische Leckereien

Samstag waren wir sehr lange und ausgiebig mit einer Bekannten meiner Freundin frühstücken. Die Bekannte leitet einen Kindergarten in Mexiko City und hat einen Sohn, welcher sehr gut Deutsch spricht, außerdem hat dieser Sohn auch einen deutschen Freund dort – und so musste ich kurzerhand mit beiden telefonieren^^. Die Unterhaltung und das lange Frühstück waren sehr schön, auch wenn die Mädels extrem viel und schnell quasseln und ich teilweise Spanisch verstand :D. Nachmittag waren wir dann in einer großen Mall und nochmal traditionell essen. Ich hatte erst Tortilla-Suppe (Tortilla in kleinen Stücken in einer leckeren Suppe), dazu gab es auch getrocknete Maisfladen mit verschiedenen scharfen Soßen (u.a. Mole, welche in Puebla sehr bekannt und scharf ist). Als Hauptgang hatte ich Quesilladas mit einer Avocado-Salsa und meine Freundin hatte Quesilladas mit Mole (schokoladig und sehr scharf). Alles hat sehr gut geschmeckt – irgendwie habe ich mich schon ein wenig daran gewöhnt :). Am Abend waren wir noch mit einer anderen Bekannten und ihrem Freund unterwegs. Da diese mein Englisch nicht so gut verstanden (es wäre zu europäisch, nicht amerikanisch – hää? :D), haben sie sich die meiste Zeit auf Spanisch unterhalten – und wie die Mädels so sind, war das ein einziges Geschnatter. Zuerst waren wir in einer Bar, dann sind wir noch in die Wohnung der beiden gegangen. Dort war es recht schick – leider habe ich aber keine Bilder gemacht.

Am Sonntag früh 9 Uhr ging dann leider schon mein umgebuchter Rückflug in die USA. Wir mussten sehr zeitig aufstehen, die Mutter meiner Freundin fuhr uns zum Flughafen. Dort gab es dann wieder eine recht traurige Verabschiedung und dann machte ich mich auf den Rückweg. In Atlanta angekommen wurde ich dann von zwei weiteren Praktikanten abgeholt, die Sonntag ohnehin nach Atlanta wollten – von daher passte es sehr gut.

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Ich habe meinen Trip nach Mexiko sehr genossen und ich will definitiv bald dorthin zurückkehren. Die Kultur ist total unterschiedlich zu den meisten Dingen, die ich sonst so gesehen habe und vor allem zu dem amerikanischen Alltagsleben. Mexiko hat wahnsinnig viel zu bieten – Strand, Berge, Vulkane, schöne Städte, Pyramiden, Tempel, Kathedralen und eine sehr interessante und bewegte Geschichte. Leider sind viele Gegenden sehr gefährlich und es herrscht viel Korruption (wenn es Ärger gibt, zahlt man dem Polizisten erstmal ein wenig Geld – dann geht es schon besser). Dennoch möchte ich mindestens noch einmal durch das Land reisen, da es mich sehr fasziniert.

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