San Miguel de Allende: Koloniales Juwel, Kunsthandwerk und Tourismus pur

Vor kurzem war ich in San Miguel de Allende, einer Stadt unweit von San Luis Potosi. Aufgrund ihres typischen Charakters und ihrer tollen Bauten des mexikanischen Barocks gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe.

Ach wie schön ist San Miguel de Allende! Diese kleine Stadt hat es mir angetan – und so scheint es den unzähligen US-Amerikanern zu gehen, die sich hier niedergelassen haben. Nur zwei Stunden von San Luis Potosí entfernt findet ihr hier ein tolles koloniales Juwel mit einer der schönsten Kathedralen Mexikos. San Miguel ist sehr touristisch, was man an den vielen Umzügen, Handwerksmärkten und tollen Museen feststellen kann.

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Anreise

Mit dem Auto von San Luis Potosí aus

San Miguel de Allende befindet sich 170 km südlich von San Luis Potosi. Mit dem Mietwagen* benötigt ihr dafür etwa 2-2,5 h, sodass sich die Stadt gut für einen Tagesausflug eignet. Der schnellste Weg führt euch von San Luis Potosí aus auf dem Highway 57 in Richtung Querétaro. Nach 143 km biegt ihr auf die Bundesstraße 1 in Richtung San Miguel de Allende ab und nach weiteren 37 km seid ihr schon da. Einfach, oder?

Alternative: Ihr könnt auch nach etwa 85 km auf den Highway 57 verlassen und der Bundesstraße 57 nach Dolores Hidalgo folgen (ein kleines sehenswertes Nest, vor allem, wenn euch die mexikanischen Geschichte interessiert). Kurz vor Dolores Hidalgo biegt ihr nach links auf die 110 und kurz danach nochmal nach links auf 51 ab. Dieser folgt ihr bis zum Ziel.

 

Obwohl ihr nur kurz unterwegs seid, verlasst ihr schon den Bundesstaat San Luis Potosi und landet im Bundesstaat Guanajuato.


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Mit dem Flugzeug

San Miguel de Allende liegt etwa in der Mitte zwischen den beiden Flughafen León-Guanajuato (BJX – Del Bajío) und Querétaro. Beide Flughäfen bieten nationale und internationale (USA) Verbindungen an und sind ähnlich groß (BJX 21 Verbindungen, Querétaro 24). Einen Direktflug nach Mexiko-Stadt gibt es von beiden, jedoch kann an diese Strecke auch mit dem Auto zurücklegen. Bei Opodo* findet ihr günstige Verbindungen zu den beiden Flughäfen, ich persönlich ziehe León-Guanajuato in der Regel vor.

Ich habe euch beide Flughäfen in der Karte markiert.

 

Übernachtung

Ein Tagesausflug nach San Miguel de Allende reicht in der Regel um alles zu sehen. Dennoch lohnt sich eine Übernachtung aufgrund des tollen Flairs und der guten Restaurantszene. Ich habe hier bereits mehrfach übernachtet, einmal sogar während der Día de los Muertos, da es einen kleinen Umzug in der Stadt gibt (nicht zu vergleichen mit Pátzcuaro). Mein letzter Aufenthalt war im Casa Colibri* unweit des Zentrums. Prinzipiell gibt es unzählige gute Übernachtungsmöglichkeiten und neben Booking.com* ist auch AirBnb eine gute Option (falls ihr noch nicht bei AirBnb registriert seid, könnt ihr hier* bis zu 34€ Rabatt auf eure erste Buchung erhalten).

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San Miguel de Allende

San Miguel de Allende besitzt um die 70.000 Einwohner und trägt seit 2008 den Titel UNESCO Weltkulturerbe. Davor gehörte die Stadt zu den Pueblos Mágicos (magische Orte), das sind Ortschaften, die aufgrund des typischen Charakters als besonders sehenswert gelten (eine Liste gibt es übrigens auf Wikipedia).

Geschichte

Der Franziskanermönch Juan de San Miguel baute 1542 etwa 5 km vom heutigen San Miguel an einem oft ausgetrockneten Fluss eine Mission. Eines Tages liefen die Hunde der Mission davon und man fand sie an der Quelle El Chorro wieder. Daraufhin verlegte man die Mission an diesen Ort, an dem die Stadt San Miguel gegründet wurde.

Im 16. Jahrhundert war San Miguel die nördlichste spanische Siedlung in Zentralmexiko. 1555 errichtete man eine Garnison zum Schutz der Straße von Mexiko-Stadt zum Silberzentrum Zacatecas. Daraufhin zog es immer mehr Menschen in die Gegend und die Wirtschaft begann zu wachsen.

Auch San Miguel spielte eine große Rolle in der Geschichte der mexikanischen Unabhängigkeit. Hier wurde 1779 Ignacio Allende geboren, der neben Miguel Hidalgo und Juan de Aldama eine führende Rolle im Kampf für die Unabhängigkeit spielte. Ignacio plante für den 08.12.1810 einen bewaffneten Aufstand in Querétaro. Als man dem Plan aber auf die Schliche kam, eilte ein Bote zu Juan de Aldama, welcher den Priester Miguel Hidalgo informierte. Dieser rief von seiner Kirche in Dolores aus am 16.09.1810 zur Rebellion auf. Nach mehreren Erfolgen wurden die Rebellen jedoch 1811 in Chihuahua verraten und hingerichtet. Als es zehn Jahre später dann final zur Unabhängigkeit kam, erklärte man Igacio Allende zum Märtyrer. 1826 wurde zu seinen Ehren die Stadt in San Miguel de Allende umbenannt.


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Sehenswürdigkeiten

Jardín de Allende

Die Stadtbesichtigung beginnt ihr am besten in der Nähe des Jardín Allende (Garten von Allende) genau im Zentrum der Stadt. Das Auto könnt ihr in einem der Parkhäuser in der Gegend für wenig Geld parken. Der Jardín Allende ist der zentrale Platz der Stadt. Hier wird abends getanzt und es spielen Mariachis, tagsüber ruhen sich die Menschen im Schatten der Bäume aus. An der Nordseite des Platzes gibt es ein Tourismusbüro (Consejo Turístico de San Miguel). Dort könnt ihr euch kostenlos eine Karte der Stadt mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten geben lassen.

Parroquia de San Miguel Arcángel

Südlich des Gartens befindet sich die Kathedrale Parroquia de San Miguel Arcángel, welche im 17. Jahrhundert rosafarben im gotischen Stil gebaut und im 19. Jahrhundert nach Vorlage des Ulmer Münsters umgebaut wurde. Sie ist definitiv einen Blick wert.

 

Museo Histórico Casa de Allende

Gleich westlich der Kathedrale befindet sich das Museo Histórico Casa de Allende, welches die Geschichte der Stadt erläutert. Die Stadt wurde 1542 als San Miguel von einem Franziskaner gegründet. Das Haus, in dem sich das Museum befindet, war das Haus von Ignacio Allende – einem General und Revolutionär, der eine wichtige Rolle im mexikanischen Unabhängigkeitskrieg gespielt hat. Er wurde 1811 in Chihuahua verraten und hingerichtet. 1826 wurde zu seinen Ehren die Stadt in San Miguel de Allende umbenannt. Das Museum stellt Dinge aus der Geschichte der Stadt und aus dem Leben Allendes dar. Es ist kostenlos, bietet interessante Informationen auf Deutsch und Englisch und manchmal finden sogar Vorführungen mit Schauspielern statt. Ein Besuch lohnt sich und dauert ca. 1-2 h (geöffnet von Di-So 09:30-16:30 Uhr).

Ideal auf Reisen:*

Escuela de bellas Artes: Centro Cultural Ignacio Ramírez el Nigromante

Weiter geht es Richtung Westen zum Centro Cultural Ignacio Ramírez el Nigromante, zu einem Kulturzentrum, welches verschiedene Wechselausstellungen beinhaltet und dessen grüner Innenhof zum Verweilen einlädt. Die Kunstschule wurde 1938 im das ehemalige Kloster der Kirche La Concepción integriert.

 

Benito Juárez Park

Von der Escuela de Bellas Artes könnt ihr in Richtung Süden zum schönen Parque Benito Juárez laufen.

 

El Mirador

Danach geht es steil bergauf Richtung Osten zum El Mirador (Aussichtspunkt), an dem ihr über die gesamte Stadt sehen könnt. Ihr kommt am El Chorro vorbei, dem Brunnen, an dem die Stadt gegründet wurde.

Auf dem Rückweg zum Zentrum könnt ihr euch noch das Museo de Juguete (Spielzeugmuseum) und die schöne Kirche Templo de San Francisco (im Churriguerra-Stil) anschauen.

Endlich eine Drohne für Anfänger und Profis mit perfekter Ausstattung:*

 

Oratorio de San Felipe Neri

Nordöstlich des Jardín Allende befindet sich diese tolle Kirche aus dem 18. Jahrhundert. Im Inneren findet ihr 33 Ölgemälde aus dem Leben San Felipe Neris. Eine üppig verzierte Kopie der Kapelle de italienischen Loreto befindet sich im westlichen Querschiff, die Santa Casa de Loreto.

 

Mercado de Artesanias

Gleich nördlich des Tempels befindet sich der Mercado de Artesanias, eine Gasse voller Stände. Wenn ihr hier keine Souvenirs findet, dann wahrscheinlich nirgendwo^^.

 

Jardín Botánico El Charco del Ingenio

Etwa 1 km nördlich der Stadt befindet sich dieser 88 ha große botanische Garten. Er ist ein Tier- und Vogelschutzgebiet um die Süßwasserquelle Charco del Ingenio. Auf Pfaden könnt ihr durch Gebiete mit Kakteen und heimischen Pflanzen streifen. Ein Besuch lohnt sich, zweistündige Führungen auf Englisch gibt es dienstags und donnerstags um 10 Uhr (80 Peso pro Person).

 

 

Tipp: Jesús Nazareno de Atotonilco – Die sixtinische Kapelle Mexikos

Auf dem Rückweg nach San Luis Potosi lohnt sich noch ein Besuch der jesuitischen Wallfahrtskirche Jesús Nazareno de Atotonilco. Diese ist ebenfalls UNESCO Weltkulturerbe. Sie enthält wunderschöne Wandgemälde und wird deswegen oft als kleine sixtinische Kapelle bezeichnet.

Ich habe euch die Kirche auf der Karte gekennzeichnet.

 

In der Nähe

  • Thermalquellen: Nördlich von San Miguel de Allende gibt es Thermalquellen (zum Beispiel hier: http://www.escondidoplace.com/).
  • Pyramide Cañada de Virgen: Südwestlich der Stadt gibt es noch die Pyramide (Cañada de la Virgen) – Achtung, hier ist die Ortsangabe in Google falsch – am besten Bing verwenden: https://binged.it/2t09MFq. Ich war leider nicht dort, jedoch habe ich gelesen, dass es eine Tour zur Besichtigung gibt, die ca. 2 h dauert.
  • Weingüter: Rund um Querétaro und San Miguel de Allende gibt es unzählige Weingüter, die zur Besichtigung und Verkostung einladen. Ich habe vier bereits gesehen, ein Bericht folgt.
  • Dolores Hidalgo: Kleines Nest – ein kurzer Stopp lohnt sich um etwas zu Geschichte Mexikos zu erfahren. Zu den Feierlichkeiten rund um die Unabhängigkeit geht hier die Post ab!
  • Querétaro: Noch ein UNESCO Kulturerbe und eine Stadt, die sich wirklich lohnt. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten und einiges zur Geschichte Mexikos zu erfahren.
  • Guanajuato: Meiner Meinung nach eine der schönsten Städte Mexikos – unbedingt anschauen und dort übernachten.
  • Bernal: Die Stadt mit einem der höchsten Monolithen der Welt und das Tor zur Sierra Gorda.
  • Sierra Gorda: Ein wunderschönes Gebiet mit verschiedensten Vegetationszonen, tollen Wanderwegen, Franziskanerklostern, einem der dicksten Bäume der Welt, einem gigantischen Canyon und vielem weiteren. Hier müsst ihr unbedingt hin! Übrigens führt euch die Bundesstraße 120 von Querétaro an Bernal vorbei durch die Sierra Gorda zur Huasteca – genial, oder?


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Fazit San Miguel de Allende

San Miguel ist neben Guanajuato eine der meiner Meinung nach schönsten Städte Mexikos. Das Zentrum im schönen Kolonialstil bietet ein einzigartiges Flair und gehört zu den saubersten, die ich in Mexiko gesehen habe. Hier ist alles auf Tourismus ausgelegt – es gibt gefühlt jeden Tag einen Umzug, Souvenirläden an allen Ecken und Kunsthandwerk soweit man schaut. Leider hat die Stadt mittlerweile sehr viele Ausländer angezogen, sodass man in einigen Gegenden mehr Englisch als Spanisch hört. Dennoch ist San Miguel de Allende definitiv einen Besuch wert!

8 Kommentare

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