Yucatán – Holbox – Dem Paradies so nah

Holbox

Heute berichte ich vom Paradies – meiner Meinung nach liegt es genau auf der Insel Holbox.

Wie bereits berichtet, war ich mit Freunden über Weihnachten und Silvester 2016 auf Yucatán unterwegs, neben Ausflügen zu Cenotes und rosafarbenen Seen, waren wir auch auf der Insel Holbox. Dieser kleine Sandhaufen ist nur 42 km lang und 2 km breit und liegt in der Nähe der nordöstlichen Spitze von Yucatán. Er wird durch die flache Lagune Yalahau vom Festland getrennt. Die einzige Stadt auf der Insel ist das gleichnamige Fischerdorf Holbox. Die meisten der rund 2000 Einwohner leben vom Fischfang, jedoch gewinnt der Tourismus immer mehr an Bedeutung. Es gibt keine befestigten Straßen und keine Autos auf der Insel – nur Strandbuggys sind auf Sandwegen unterwegs und bringen die Touris zu ihren Hotels und die Bewohner zu ihren Booten.

Holbox
In Strandbuggys fährt man auf Sandwegen über die Insel

Im Norden der Insel findet man den kilometerlangen weißen Sandstrand vor türkisblauem Wasser – ein Paradies! Aufgrund der günstigen Windverhältnisse während der Wintermonate und des flachen Wassers kommen Kitesurf-Anfänger auf ihre Kosten, es gibt zwei Surfschulen auf der Insel. Zwischen Mai und September kann man vor Holbox Walhaie beobachten, die größten Fische der Welt. Und wenn man einmal genug vom Wasser und dem Strand hat, kann man auch für wenig Geld ein Fahrrad ausleihen und die Insel abfahren.

…immer diese Touris…
Holbox
endloser Sandstrand

Nicht vergessen: Wichtigstes Accessoire auf eurer Mexiko Reise*.

 

Anreise

Wir fuhren mit unseren beiden Mietwagen von Playa del Carmen zur kleinen Stadt Chiquilá, von dort kann man stündilch für 120 Pesos mit der Fähre nach Holbox übersetzen (Fahrtzeit ca. 20 Minuten). Für die Autos stehen in Chiquilá bewachte Parkplätze zur Verfügung (etwa 100 Peso pro Tag). Es ist auch möglich per Bus von Cancun aus anzureisen, die Fahrt dauert ca. 3h und kostet ca. 150 Pesos.

 

Sehenswürdigkeiten und Touren

Holbox ist zum Entspannen da – daher gibt es außer dem Strand nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten. Ihr könnt jedoch durch das kleine Dorf schlendern und Streetfood begutachten oder es euch in einem Restaurant gut gehen lassen. Touristeninfos bieten hier und da einige Touren an, die ich euch im folgenden vorstellen werde.

 

Drei-Insel-Tour

Nachdem wir ein wenig den Strand genossen hatten, haben wir an der 3-Insel-Tour teilgenommen. Diese Tour kann man in der Nähe des Anlegeplatzes der Fähre buchen. Unsere Tour führte uns zur Vogelinsel, Insel der Leidenschaft und der Yalahau Cenote und kostete für acht Personen etwa 40€.

Vogelinsel

Holbox ist Teil des Yum-Balam Biosphärenreservats. Dieses Naturschutzgebiet ist über 150.00 Hektar groß und umfasst Holbox, die Lagune Yalahau bis hin zu Rio Lagartos. Etliche Tier- und Pflanzenarten können hier gefunden werden (u.a. auch Puma, Jaguar und Ozelot). Die Vogelinsel (Isla pajaros) gehört ebenfalls zu diesem Reservat. Sie ist Brutplatz für viele Vogelarten und kann nicht betreten werden – es gibt jedoch einen Holzsteg, von dem aus man die Tiere beobachten kann. Schon von Weitem sieht man unzählige Vögel über der Insel kreisen, über 150 Vogelarten können hier gefunden werden.

Insel der Leidenschaft

Nach der Vogelinsel fuhren wir zur Insel der Leidenschaft (Isla Pasión). Diese kleine Insel ist ein Paradies der Ruhe – es gibt praktisch nichts außer Pflanzen, Wasser und Strand (na gut, in der Mitte befindet sich noch ein Ausblick).

 

Yalahau Cenote

Zum Abschluss unserer Bootstour fuhren wir zur Yalahau Cenote. Diese ist nur per Boot zu erreichen und liegt auf dem Festland westlich der Stadt Chiquilá. Aufgrund der Lage kommen nicht allzu viele Touris hier vorbei, d.h. man kann in aller Ruhe im kristallklaren Wasser der Cenote schwimmen oder die Mangrovenwälder in der Umgebung begutachten. Um zum Wasserloch zu gelangen muss man ein kleines Stück über einen Holzweg durch Mangroven laufen. Ab und zu sitzt dort auch ein Mexikaner und verkauft etwas zu essen. Einrichtungen wie Toiletten, Umkleiden u.ä. gibt es hier nicht.

Fazit Drei-Insel-Tour:

Die Tour war ein netter Zeitvertreib, da es in Holbox nach einer Weile des Entspannens recht langweilig werden kann. Das Highlight der Tour war jedoch die Cenote, auf die Vogelinsel und Insel der Leidenschaft hätte ich verzichten können.

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Update (09.11.19)

Ich war dieses Jahr erneut zweimal auf der kleinen Insel und habe daher einiges Neues zu berichten!

 

Biolumineszenz-Tour

Falls euer Besuch von Holbox auf die Zeit eines Neumondes fällt, solltet ihr unbedingt eine Tour zum westlichen Ende der Insel, dem Punta Cocos unternehmen. Hierzu müsst ihr keine teure Tour im Hotel oder an den Ständen in der Stadt buchen – es reicht, wenn ihr einen Taxifahrer bittet, euch hinzufahren (über den Preis könnt ihr verhandeln, wir haben zu dritt 300 Peso bezahlt, der Fahrer hat auf uns gewartet). Laufen (etwa 30 Minuten vom Dorfzentrum) oder Radfahren (15 Minuten) ist ebenfalls möglich. Ich würde das Taxi bevorzugen, da es wenig Licht auf den sandigen Wegen gibt.

An den Stränden rund um Punta Cocos gibt es im Wasser Mikroorganismen, sog. Dinoflagellaten. Diese beginnen durch mechanische Stimulation (z.B. Wellen oder Bewegungen im Wasser) zu leuchten. Das Ergebnis ist das sogenannte Meeresleuchten. Ich war dieses Jahr bereits in Puerto Rico und habe dort eine Tour gebucht, um dieses Leuchte zu sehen. Leider war es so schwach, dass ich extrem enttäuscht zur Unterkunft zurückkehrte (es war fast Vollmond). Dennoch wollte ich der Sache eine zweite Chance geben und sah mir das Spektakel auf Holbox erneut an.

Um den Leuchteffekt beobachten zu können sollte es eine sehr dunkle Nacht sein (Neumond). Am besten genießt ihr ein gutes Essen in einem der tollen Restaurants der Insel und lasst euch im Anschluss zum Punto Cocos fahren. Je später, desto besser, da sonst viele Lichter der Stadt noch den Himmel beleuchten. Nehmt Badehose und Handtuch mit und geht eine Runde im Wasser schwimmen – ihr werdet schnell merken, dass eure Bewegungen ein schwaches Leuchten im Wasser bewirken.

Leider ist es kaum möglich, das wenige Licht mit einer Kamera einzufangen. Lasst euch auch nicht von den Werbetafeln oder der Bildersuche im Internet beeindrucken – es leuchtet bei weitem nicht so hell. Dennoch war mein Besuch dieses Mal ein voller Erfolg aufgrund der dunklen Nacht. Meiner Meinung nach ist es ein wunderschöner Effekt und ihr werdet begeistert sein!

Fazit Biolumineszenz-Tour:

Dieses Mal hatte ich mit Glück mit dem Neumond und konnte den Effekt des leuchtenden Wasser viel besser beobachten. Falls ihr das Meeresleuchten noch nie gesehen habt, kann ich euch diesen Ausflug nur empfehlen.

Tipp: Ihr solltet vor der Tour duschen und eure Sonnencreme abwaschen oder nur biologisch abbaubare Sonnencreme verwenden (z.B. hier* oder hier*), da ihr sonst den Lebensraum der Dinoflagellaten zerstören werdet und das Meeresleuchten verschwinden wird. Leider halten sich nur sehr wenige Touristen daran. Gleiches gilt übrigens für Mückenschutz – bitte nur biologisch abbaubaren verwenden (z.B. hier*).

 

Kayak-Tour (Mangroven, Flamingos)

Verschiedene Touri-Stände in der Stadt bieten euch Kayak-Touren an. Da es in Holbox sonst nicht allzu viel zu machen gibt, buchten wir eine solche Tour zu dritt für etwa 2000 Peso, sie dauerte 4h (ihr könnt in der Regel mit den Anbietern über die Länge der Tour verhandeln). Am Eingang des Naturschutzgebieted Yum-Balam nahmen wir unsere Kayaks in Empfang und paddelten los. Die Tour führte uns durch Wasserkanäle im Natuschutzgebiet. Wir bekamen viele Flamingos und weitere Tiere und Vögel zu sehen. Unser Guide erklärte auf Spanisch etwas über die Flora und Fauna. Krokodile bekamen wir leider nicht zu Gesicht, die soll es hier aber auch geben. Die Mangroven sind etwas kleiner als bei anderen Touren, dennoch ist das Naturschutzgebiet sehr sehenswert.

Fazit Kayak-Tour:

Die Kayak-Tour war nett, jedoch nicht außergewöhnlich. Ihr könnt in Yucatán deutlich schönere Touren durch dichte Mangrovenwälder unternehmen. Dennoch war es eine willkommene Abwechselung zur Entspannung am Strand und es war schön, so viele Flamingos zu sehen. Falls ihr jedoch wenig Zeit habt, würde ich euch eher eine Bootstour bei Rio Lagartos empfehlen.

Während der Kayak-Tour das Handy laden? Das könnt ihr hiermit:*

Schwimmen mit Walhaien

Von August bis September könnt ihr mit bis zu 14 m langen Walhaien vor der Küste von Holbox schwimmen (dieses Angebot gibt es im Winter in La Paz übrigens auch). Die Walhaie sind die größten Fische der Welt. Obwohl sie sich von Plankton und Kleinstlebewesen ernähren, ist das Schwimmen in ihrer Nähe aufgrund ihrer Größe nicht ungefährlicher als bspw. das Schwimmen mit Ammenhaien. Da der Walhai vom aussterben bedroht ist, gibt es nur noch wenige Orte in der Welt, an der man ihn beobachten kann.

Es gibt sehr viele Tourenabieter auf der Insel, die Kosten für die Ganztagestour liegen bei 150-250 US-Dollar. Gegen 9 Uhr verlassen mehrere Boote mit 10-12 Personen die Insel auf der Suche nach Walhaien. Sobald ein Walhai gefunden wurde, dürfen theoretisch maximal zwei Schorchler und ein Guide gleichzeit ins Wasser (die Anzahl ist gesetzlich beschränkt). Leider halten sich nur wenige Anbieter an diese Regel und lassen massig Touristen gleichzeitig ins Wasser. Die Tiere werden dadurch leider gehetzt und gestresst. Nach der Beobachtung der Fische gibt es meist noch einen Stopp in einer Lagune und eine Mahlzeit, bevor die Boote in den Hafen zurückkehren.

Ich habe leider noch nicht an einer Walhai-Tour in Holbox teilgenommen, daher kann ich dir noch kein Fazit geben.

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Hotelempfehlungen

Holbox ist mittlerweile sehr teuer geworden, daher kann AirBnb eine sinnvolle Alternative zu Hotels sein. Falls ihr noch nicht bei AirBnb registriert seid, könnt ihr hier* bis zu 34€ Rabatt auf eure erste Buchung erhalten.

Bei meinem letzten Besuch im September (ja, offiziell Hurricane Season, aber wir hatten wieder Glück mit dem Wetter), haben wir im Hotel El Pueblito* direkt im Zentrum des Dorfes übernachtet. Das Hotel bietet ein tolles Design aus Holz und weißen Wänden, es gibt einen tollen Pool und viele Hängematten. Leider muss man beim inbegriffenen Frühstück für vieles Aufpreis bezahlen und der angebotene Beachclub gehört nicht zum Hotel, man hat aber eine Vereinbarung, dass Hotelgäste dort einen bevorzugten Platz bekommen (bei einem Mindestverzehr von 500 Peso). Unser Zimmer war gut ausgestattet, jedoch viel zu klein – man hatte kaum Platz Dinge abzulegen.

Ein Kollege hat vor kurzem im Strandhotel Villas Tiburon* übernachtet und war hellauf begeistert, jedoch ist der Preis schon sehr gehoben. Das Hotel liegt direkt am Strand und hat dort eigene Hängematten und eine Bar.

 

Restaurantempfehlungen

Bei meinen letzten beiden Besuchen habe ich sehr lecker im Restaurant Viva Zapata gegessen. Der gegrillte Fang des Tages und die Guacamole war sehr lecker. Preislich befindet man sich hier auf mittlerem bis hohem Niveau (200 Peso für ein Hauptgericht solltet ihr einplanen). Wenn es mal günstiger sein soll, dann kann ich die Tacos in La Tapatia empfehlen.

 

Noch ein paar Tipps für deinen Trip nach Holbox

Bargeld: Holbox ist für mexikanische Verhältnisse relativ teuer. Teilweise liegen die Preise in den Restaurants auf europäischem Niveau. Bitte packe daher ausreichend Bargeld ein, es gibt auch kaum ATMs auf der Insel.

Klima: Von Juni bis Ende Oktober ist Regenzeit auf Holbox. Die beste Reisezeit ist somit November bis Mai, die Temperaturen erreichen tagsüber meist um die 30°C. Auch während der Nebensaison kann man in Holbox noch gut Urlaub machen, muss sich aber hier und da auf Regen einstellen, der dann die Sandwege unter Wasser setzt (es wird sehr schlammig und es dauert einie Weile, bis die Straßen wieder trocken sind). Bisher war ich im Dezember, September und Oktober auf der Insel (von Juni-September sollte man sich im Vorfeld über Hurricanes informieren). Da es sehr warm ist, solltet ihr auf jeden Fall ausreichend Sonnencreme einpacken (notfalls kann man vor Ort nochmal nachkaufen) – bitte biologisch abbaubar*, wie bereits oben erwähnt. Ab August bis November werden euch Mücken auf der Insel plagen – daher an Mückenschutz* denken, ebenfalls biologisch abbaubar.

Seegras: Viele behaupten, dass es in Holbox kaum Seegras gibt und eher die Strände von Cancún und Tulum betroffen sind. Dies ist leider nicht wahr. Bei meinen drei Besuchen im Dezember 2016, September 2019 und Oktober 2019 gab es nur sehr wenig Seegras, es war jedoch vorhanden. Ein Kollege war jedoch im November 2019 dort und hat von großen Mengen stinkendem Seegras berichtet, die nur von einigen Hotel weggeräumt wurden. Dahr scheint das Phänomen mittlerweile auch Holbox erreicht zu haben und jahreszeitabhängig zu sein. Wahrscheinlich ist es am besten sich vor Buchung der Reise nochmals zu informieren.

 

Fazit Holbox

Diese Insel ist magisch – kilometerlanger weißer Sandstrand, kristallklares Wasser, gutes Essen, perfektes Wetter, nette Menschen und ein entspanntes Feeling, dass ich so noch nirgendwo erlebt habe. Ich wünsche mir sobald wie möglich zurück zu kommen und länger Zeit hier zu verbringen. Wenn ihr in der Nähe seid, solltet ihr dieses Juwel definitiv nicht auslassen.

 

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