Santiago de Querétaro – UNESCO Weltkulturerbe

Queretaro

Anfang Juli war ich mit einem Kollegen in Querétaro, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Hier gibt es unzählige Restaurants, tolle Kirchen und Plätze und sogar eine Pyramide zu entdecken.

Die Stadt Queretaro (auch Santiago de Querétaro genannt), liegt etwa auf halbem Weg zwischen San Luis Potosí und Mexiko-Stadt am Highway 57. Sie ist mit ca. 860.000 Einwohnern ähnlich groß wie San Luis Potosí und ebenfalls die Haupstadt eines Bundesstaates. Die Industrie hat Querétaro zu einer der am schnellsten wachsenden Städte auf der Nordhalbkugel gemacht. Bevor ihr die Stadt erreicht kommt ihr schon an etlichen großen Industrieparks vorbei – hier findet man Firmen wie General Electrics, Bombardier, Tata, Kellogg’s, Ericsson, Siemens, Proctor and Gamble uvm.. Ich habe sofort gedacht: „Mann, was für eine dreckige Industriestadt“. Aber das ist nur die halbe Wahrheit – lasst die Industriegebiete hinter euch und es erwartet euch eine Stadt mit einem großen historischen Zentrum, toller kolonialer Architektur, vielen Kirchen, tollen Plazas und guten Restaurants (die Altstadt wurde nicht umsonst 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt). Häufiges Fotomotiv und Wahrzeichen der Stadt ist der Aquädukt aus dem 18. Jahrhundert.

Geschichte

Es wird vermutet, dass der Name der Stadt aus der Sprache der Otomí kommt, deren Siedlungsgebiete zu Zeiten der Azteken (15. Jahrhundert) hier lagen, übersetzt heißt es in etwa „Platz der vielen Leute“. Zuerst verleibten sich die Azteken und 1531 die Spanier die Stadt ein. Sie wurde als Missionsbasis franziskanischer Missionare genutzt. Und auch in Querétaro, ähnlich wie in Guanajuato, San Miguel de Allende und Dolores Hidalgo, kommen wir wieder an der Geschichte der mexikanischen Unabhängigkeit vorbei: Das 1770 erbaute Haus „Casa de la corrigidora“ von Doña Josefa Ortiz de Domínguez (mexikanische Nationalheldin; auch Corregidora genannt, da sie die Frau des Stadtoberhauptes war) war ein Treffpunkt für die Führer der Unabhängigkeitsbewegung (wie Miguel Hidalgo). Als die Verschwörung aufflog, wurde Doña von ihrem Mann im Haus eingesperrt. Die Legende besagt aber, dass sie einen Mitverschwörer durch das Schlüsselloch von der drohenden Gefahr warnen konnte – dies war der Auslöser für den Grito Hidalgo (Ruf zu den Waffen). Heute befindet sich im Haus der Palacio de Gobierno.

Im Jahr 1848 wurde in Querétaro der Friedenvertrag zwischen Mexiko und den USA unterzeichnet, in dem Mexiko fast die Hälfte seiner damaligen Fläche an die USA abgab. Etwas später, 1867 wurde der Kaiser Maximilian in der Stadt hingerichtet, um dem Versuch einer Kolonialisierung durch die Franzosen ein Ende zu setzen (hierzu kann man im Touribus ab Plaza de Armas interessante Geschichte erfahren). 1917 wurde die erste Verfassung nach der mexikanischen Revoluation in Querétaro ausgearbeitet.

 

Anreise und Unterkunft

Die Anreise aus San Luis Potosí ist denkbar einfach. Nehmt den Highway 57 in Richtung Mexiko Stadt und ihr könnt die Stadt nicht verfehlen. Einige Kilometer vor Querétaro verschlechtert sich der Straßenzustand etwas, also bitte aufpassen.

Übernachtet haben wir im Holiday Inn Queretaro Centro Historico*. Von diesem könnt ihr zu Fuß in das historische Zentrum laufen und die Lage des Hotels in der Nähe das Highways macht An- und Abreise recht komfortabel. Es gibt einen kleinen Pool (keine Zeit, war ja zum Sightseeing da) und ein sehr gutes Frühstücksbuffet.

 

Sehenswürdigkeiten

Das Zentrum von Querétaro ist voll von Sehenswürdigkeiten und tollen Plätzen. Alles ist fußläufig erreichbar durch mehrere Fußgängerzonen. Lauft ihr vom Hotel aus in Richtung historisches Zentrum, kommt ihr an der großen Kirche Templo de Santo Rosa de Viterbo vorbei, der prunkvollsten Kirche Querétaros. Im Tempel befindet sich noch das CEART (Center of Arts of Querétaro), welches Ausstellungen verschiedener Künstler beinhaltet (der Innenhof ist toll). Direkt davor auf dem Plaza Mariano de las Casas könnt ihr ein Foto mit dem bunten Querétaro-Schriftzug machen.

 

Etwas weiter nördlich befindet sich das MUCAL, ein Museum, dass mexikanische Kalender der letzten Jahrzehnte in etwa 20 Ausstellungsräumen zeigt (die Familie des Besitzers produziert seit vielen Jahren Kalender in Mexiko). Vom Museum aus lauft ihr weiter in Richtung Osten und kommt am Fuente de Naptuno vorbei zum Jardín Zenea, einem der zentralen Plätze der Stadt (hier wird abends ausgelassen getanzt). Am Platz findet ihr auch den Templo de San Francisco, die älteste Kirche Queretaros (1550 erbaut). Gleich daneben befindet sich das Museo Regional, welches Fundstücke aus verschiedenen Epochen Mexikos zeigt und Modelle von mehreren Missionskirchen.

Folgt ihr neben dem Templo de San Francisco der Straße Andadaor 5 de Mayo, vorbei an der Statur des tanzenden Chichimeken, kommt ihr zum Plaza de Armas. Hier liegt der älteste Teil der Stadt. An diesem Platz und der sich anschließenden Calle 5 de Mayo befinden sich unzählige Bars, Restaurants und Clubs. An der Nordseite des Plaza de Armas befindet sich das Haus von Doña Josefa Ortiz de Domínguez (Casa de la Corregidora). Im Inneren erzählen Guides interessante Geschichte aus der Zeit von Allende und Co.. Die Straße, die neben dem Haus den Platz Richtung Norden verlässt (Calle Pasteur), bringt euch ebenfalls zu einer ansehnlichen Kirche, der Santuario de La Congregación de nuestra Señora de Guadalupe.

Geht man vom Plaza de Armas etwas in Richtung Süden, trifft man auf die Straße Independencia, welche zum Plaza de los Fundadores führt. Dort befindet sich der Templo y Convento de la Santa Cruz, ein ab 1654 errichtetes Konvent, welches heute eine religiöse Schule beinhaltet. Eine Legende rankt sich um einen uralten Baum im Klostergarten: Nachdem ein Mönch 1697 seinen Wanderstock in den Boden rammte, wuchsen am Baum kreuzförmige Dornen.

Weiter auf der Independencia, am Kloster vorbei, kommt man zu einem Ausblick von dem man das Wahrzeichen der Stadt sehen kann: Über eine Länge von 1,28km spannt sich ein aus 74 Bögen bestehender Aquädukt über die Stadt.  Los Arcos wurde zwischen 1726-1738 errichtet. Hier steht auch ein Monument für den Camino Real de Tierra Adentro (Queretaro lag auf einem historischen Handelsweg zwischen Mexiko-Stadt, bedeutenden Silberstädte bis zum heutigen Santa Fe in den USA. Gleich neben dem Ausblick befindet sich noch das schön hergerichtete Mausoleo de la Corregidora, hier liegen Doña Josefa Ortiz de Domínguez und ihr Ehemann Miguel Domínguez de Alemán.

Etwas weiter weg, bzw. vom Hotel aus in Richtung Norden befindet sich Cerro de las Campanas (zu Fuß eher schlechter zu erreichen, empfohlen wäre hier die Tranvía, siehe Tipp). Cerro de las Campanas (Hügel der Glocken) ist ein kleiner Nationalpark in Querétaro. Auf diesem Hügel wurde König Maximilian von Habsburg nach dem Ende der französischen Intervention 1867 exekutiert. Der Name des Hügels kommt von Steinen, die wie Glocken klingen, wenn man sie aufeinander schlägt.

Pyramide El Cerrito – im Südwesten von Querétaro befindet sich die Pyramide El Cerrito. Vom Hotel aus könnt ihr diese nur mit dem Auto erreichen. Leider war ich bereits außerhalb der Öffnungszeiten da (am Wochenende 09:00-16:30 Uhr, sonst 09:00-14:30, Montags geschlossen), sodass ich euch nur ein Foto außerhalb der Anlage präsentieren kann.

 

 

 

Tipp: Am Nordende des Jardín Zenea befindet sich noch ein Brunnen Monumento la Corregidora. An der Straße davor (Calle Corregidora) fahren Touribusse für Stadtbesichtigungen (Tranvía Queretaro). Es gibt verschiedene Touren, unter andrem zwei, die etwas weiter weg fahren. Die eine zu Cerro de las Campanas und die andere zu Los Arcos. Unterwegs wird viel Interessantes über die Stadt, Gebäude und Skulpturen berichtet, leider nur auf Spanisch. Die Tour ist empfehlenswert, da es vielen Informationen und kuriose Geschichten gibt und man hier und da noch einmal einige Gebäude aus einem anderen Blickwinkel sieht (und natürlich muss man nicht so weit laufen).

 

 

Restaurantempfehlungen

Tikua Sur-Este

Zentral gelegenes Restaurant, dass sich auf südostmexikanisches Essen spezialisiert hat. Das Essen schmeckt ausgezeichnet und es befinden sich einige exotische Gerichte auf der Speisekarte (z.B. Chapulines, Heuschrecken). Wir haben hier einen Drink bestellt zu dem es eine kleine Wurzel gab. Kaute man die Wurzel, so breitete sich im Mund ein Taubheitsgefühl aus und der Geschmack das Cocktails war plötzlich ganz anders.

 

Hacienda La Laborcilla

Dieses sehr prunkvolle Restaurant mit einem großen Pool in der Mitte bietet ausgezeichnetes Essen und eine tolle Atmosphäre.

Hacienda La Laborcilla
Hacienda La Laborcilla

 

Bars und Clubs

Margarita Blue

Im Viertel Juriquilla wohnen die Reichen und Schönen Querétaros. Hier gibt es einen Club direkt am See Lago El Cajon. Von der Tanzfläche aus kann man durch große Fenster auf den See hinaus schauen. Preise und Musik sind okay, in der Regel ist der Club Freitag und Samstag von 21:30 Uhr – 03:00 Uhr geöffnet.

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