Huasteca Potosina – Las Pozas – Surrealistischer Skulpturengarten in Xilitla

Xilitla - Las Pozas

Vor kurzem fuhr ich für zwei Tage von San Luis Potosi zur Region Huasteca Potosina und besuchte den Skulpturengarten von Edward James in Xilitla und die Wasserfälle in Tamasopo.


Da in Mexiko der 21.03. ein Feiertag ist (Geburtstag von Präsident Benito Juárez) und viele Firmen diesen Tag an ein Wochenende legen, hatte ich vom 17.-20. ein verlängertes Wochenende. Ich nutzte die Zeit für einen Besuch des Skulpturengartens von Edward James in Xilitla und der Wasserfälle in Tamasopo. Übernachtet habe ich in Ciudad Valles im Hotel Elite*.

In den Jahren 1964-1984 ließ der Brite Edward James sein Lebenswerk, den Skulpturengarten Las Pozas, im mexikanischen Regenwald errichten. Edward James war ein Multimillionär, Poet und Künstler, er galt als Exzentriker und war Anhänger und Förderer der surrealistischen Bewegung. Auf der Flucht vor Krieg zog er 1940 von Großbritannien nach Los Angeles. Später wohnte er eine Weile in Taos, New Mexico, und darauf folgte er einer Einladung des Psychoanalytikers Erich Fromm nach Cuernavaca, Mexiko.

Für seine Orchideenzucht ließ er 1947 ein Grundstück an den Kleinwasserfällen Las Pozas, 5 km östlich von Xilitla erwerben. Nachdem 1962 eine Frostperiode seine Orchideen zerstörte, entschied er sich die Orchideen als Betonskulpturen zu verewigen. Über die Jahre hinweg entstand so eine surrealistische Gartenanlage mit Betonskulpturen, unvollendeten Tempeln, Palästen und Treppen, die ins Nichts zu führen scheinen. Die Mexikaner nannten ihren exzentrischen Bauherren oft „The crazy Englishman“. Edward James starb 1984 an einem Schlaganfall auf der Rückreise von einem Europabesuch. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sein gesamten Vermögen in Fantasiewelt in Xilitla investiert. Einige der Gebäude im Park haben sehr verspielte Namen, wie „The House with three Storys that might be Five“. (Mehr Infos gibt es auf Wikipedia.)

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Bei meiner Ankunft in Xilitla stellte ich fest, dass ganz Mexiko das verlängerte Wochenende zu nutzen schien. Mit meinem Auto musste ich mich langsam durch die Menge von Leuten bewegen, bis ich endlich einen freien Parkplatz fand. Die Warteschlange am Eingang war bereits mehr als einen Kilometer lang – dennoch stellte ich mich an, ich war ja nun mal hier^^. Während der dreistündigen Wartedauer lernte ich ein nettes Pärchen kennen, von dem ich mir Sonnencreme lieh – der deutsche Touri hatte mal wieder nix dabei… . Auf dem Weg  zum Eingang schoben wir uns dann noch am Eingang für die Besichtigung eines Wasserfalls vorbei – der wurde aber total ignoriert, da alle zur Hauptattraktion wollten.

Der Eintritt zum surrealistischen Garten betrug günstige 50 Peso. Direkt nach dem Eingang kann man nach links zu einem Wasserfall gehen (einige Leute gehen dort auch schwimmen) oder nach rechts die Anlage betreten. Da erst 2008 eine Stiftung den Park übernommen und für Besucher zugänglich gemacht hat, sind leider einige Gebäude und Skulpturen bereits verfallen. Dennoch gibt es viele verspielte und unrealistische Skulpturen, Gebäude und Treppen zu sehen – einige davon sind sogar begehbar. Um die gesamte Anlage zu besichtigen sollte man mindestens zwei Stunden einplanen. Schafft man es durch den Garten wird man mit einem Wasserfall mit kristallklarem Wasser belohnt.

Mir hat der Skulpturenpark extrem gut gefallen. Beim Durchlaufen kann man die Gedanken schweifen lassen und in eine Fantasiewelt abtauchen, die es so nirgendwo anders gibt. Wie das Leben wohl war in diesem wunderschönen, seltsamen Garten mit seinen Palästen, Wasserfällen und Skulpturen? Ich kann auf jeden Fall verstehen, warum Edward James sich hier niedergelassen hat – das Klima ist sehr angenehm (tropisch, warm, relativ hohe Luftfeuchte) und alles ist sehr grün, voller Pflanzen und Tiere, da wir uns mitten im Regenwald befinden. Leider habe ich auch ein wenig kritik – es gibt kaum Informationen, Beschreibungen oder Hinweisschilder im Park und die Parkplatzsituation ist chaotisch (siehe Anreise).

Mein Tipp: Las Pozas in Xilitla ist definitiv ein Besuch wert – man sollte aber nicht an einem verlängerten Wochenende anreisen oder die Sonnencreme vergessen^^.

 

In der Nähe:

Las Cascadas de Tamasopo

Puente de Dios

 

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Anreise von San Luis Potosi aus:

Damit es schnell geht, nimmt man in San Luis Potosi den Highway 57 nach Norden und wechselt dann nach Villa Hidalgo auf den neuen Highway 75D Richtung Süden (Rioverde). Es sieht zwar erstmal wie ein Umweg aus, aber da man Maut zahlen muss (ca. 10€ pro Strecke), sind die Highways sehr leer und man kommt zügig voran. Von Rioverde geht es dann auf der 70 weiter in Richtung Ciudad Valles. Unterwegs sollte man sich für die Cuota der 70 entscheiden – dabei handelt es sich um einen neu gebauten Highway als Verkürzung. Südlich von Ciudad Valles trifft die Cuota 70 dann auf die Straße 85, welcher man nach Süden folgt, bis man auf die Straße 120 nach Xilitla trifft. Gleich bei Eingang der Stadt muss man nach rechts abbiegen und den Berg hinauf fahren (dort, wo die vielen Busse stehen). Es geht dann erst auf Asphalt und später auf einem unbefestigten Weg recht abenteuerlich zum Skulpturengarten (Vorsicht, hier kann man sehr leicht mit dem Auto aufsetzen). Einen offiziellen/ausgeschriebenen Parkplatz gibt es nicht – also stellt man das Auto am besten wie alle anderen einfach an den Wegesrand. Meist helfen ein paar Jungs beim einparken – auch wenn man die nicht unbedingt braucht, sollte man ihnen ein paar Peso geben.

Ich bin kurz nach 6 Uhr in San Luis Potosi gestartet und war kurz nach 10 Uhr in Xilitla. Anfangs geht es sehr schnell – erst auf der Straße 85/120 kommt man dann langsamer voran, da diese einspurig ist und viele Busse nach Xilitla fahren.

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