Día de Muertos in Pátzcuaro und Janitzio – Die schönste mexikanische Tradition – Teil 2

Dia de Muertos

Heute gibt es den zweiten Artikel zur wunderschönen Tradition des Día de Muertos.

Im letzten Artikel ging es bereits um die Anreise und die Besichtigung von Pátzcuaro um den Día de Muertos. Heute schauen wir auf die Insel Janitzio, die Kleinstadt Tzintzuntzan und den Friedhof von Tzurumútaro. Außerdem gibt es noch ein paar weitere Empfehlungen für den Tag der Toten.

 

Mit der Fähre nach Janitzio

Die Stadt Janitzio (übersetzt „Wo es regnet“) befindet sich auf einer Insel im Lago de Pátzcuaro und kann nur mit Booten erreicht werden. Sie ist bekannt für ihre Schmetterlingsfischer, die Feierlichkeiten zum Día de Muertos und die 40 m hohe Statue von José Maria Morelos. Sie wurde 1933 gebaut und kann durch Wendeltreppen im Inneren bestiegen werden (10 Peso). Die Stufen führen bis zur Faust Morelos, aus der man durch kleine Löcher über die Insel und den See schauen kann. Im Inneren der Statue kommt man an einem kleinen Museum zum Leben Morelos vorbei. Die sehr touristische Stadt hat 2500 Einwohner und ist autofrei. Die vielen Fischrestaurants, Souvenirstände und Märkte können über Fußwege und kleine Gassen erreicht werden.

Am Abend fuhren wir mit der Fähre von Pátzcuaro nach Janitzio. Diese fährt vom Puerto nördlich der Stadt aus jede halbe Stunde zwischen 7 Uhr – 20 Uhr auf die Insel. Am Día de Muertos fahren jedoch Fähren im Minutentakt bis spät in die Nacht. Ihr erreicht den Hafen mit Kleinbussen vom Plaza Chica (=Plaza Gertrudis Bocanegra) aus. Eine einfache Fahrt kostet 9 Peso und dauert etwa 15-20 Minuten. Angekommen am Fährhafen müsst ihr euch zuerst an der Schlange für das Ticket und dann an der Schlange für den Zustieg zum Boot anstellen. Ein Ticket für eine Hin- und Rückfahrt kostet 55 Peso. Am Día de Muertos solltet ihr euch spätestens 16 Uhr anstellen, denn die Schlange wird immer länger. Gegen 19 Uhr stehen die Leute dann schon mehr als 1 km an – um diese Zeit werdet ihr es kaum noch auf die Insel schaffen, ohne euch vorzudrängeln, wie es viele Mexikaner machen. Die Überfahrt dauert etwa 30 Minuten, die Boote sind flach und bieten 50-100 Personen Sitzplatz. Einige der Fähren locken Gäste mit lauter Musik und Partybeleuchtung.

Auf der Insel herrscht zum Tag der Toten ein ziemlicher Andrang – Touristen schieben sich durch die Straßen, die meisten auf dem Weg zur Statue oder dem Panteón (Friedhof). Wir stiegen zuerst den Berg zur Statue hinauf – dabei kommt man an unzähligen Marktständen und Restaurants vorbei. Oben angekommen wollten etliche Mexikaner Fotos mit uns machen aufgrund der tollen Maskierung. Danach genossen wir den Blick über die Insel. Den folgenden Besuch des Friedhofes mussten wir aufgrund des hohen Andrangs leider abbrechen – es war einfach nicht mehr schön, wie sich tausende Menschen an den Gräbern vorbeischoben. Nach etwas mehr als einer Stunde war unser Besuch der Insel dann schon beendet – wir tranken noch ein Bier und kehrten zum Festland zurück, der Andrang war einfach zu groß und zu nervig.

 

Tzintzuntzan

Rund um den Lago de Pátzcuaro gibt es noch weitere interessante Kleinstädte, die sich zum Día de Muertos rausputzen. Eine davon ist Tzintzuntzan (klingt irgendwie chinesisch^^). Die Stadt befindet sich etwa 25 Minuten von Pátzcuaro entfernt, ebenfalls am Südufer des Sees. Sie hat etwa 3500 Einwohner und wurde 1325 durch die Purépecha gegründet. Zu ihrer Glanzzeit lebten bis zu 40.000 Einwohner dort, sie war die Hauptstadt des taraskischen Reiches. Übersetzt heißt der Name der Stadt „Ort der Kolibris“. Neben dem großen und toll geschmückten Friedhof gehören ein Franziskanerkloster und eine archäologische Stätte zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes.

Ex-Convento de San Francisco

Dieses Kloster wurde im 16. Jahrhundert gebaut, als die Spanier mit der Missionierung der indigenen Bevölkerung vor Ort begannen. Der große und grüne Innenhof bietet einige schattenspendende Bäume (angeblich die ältesten Olivenbäume Amerikas) und einen tollen Schriftzug mit dem Namen der Stadt für eure Fotos. Zwei Kirchen befinden sich auf diesem Areal. Der Templo de San Francisco, welcher das Museo Antigua Convento Franciscano de Santa Ana beinhaltet (über die Geschichte der Purépecha vor und nach Eintreffen der Spanier; Eintritt kostet 20 Peso; geöffnet von 10:00-17:00 Uhr) und der Templo de Nuetra Señora de las Salud. Letzterer  beinhaltet eine Figur von Jesus mit beweglichen Gelenken in einem gläsernen Sarg. Sie heißt El Santo Entierro de Tzintzuntzan. Am Karfreitag wird die Figur an ein Kreuz geschlagen und durch die Stadt getragen. Viele Pilger kommen für dieses Schauspiel in die Stadt.

 

Ruinen von Tzintzuntzan

Vom ehemaligen zeremoniellen Zentrum der Stadt sind nur noch sieben Pyramiden mit gestuften Seitenwänden erhalten, sog. Yacatas. Von der archälogischen Stätte habt ihr einen wunderbaren Überblick über den See und die Stadt. Der Eintritt kostet 60 Peso pro Person, die Stätte ist Mo-Do von 09:00-18:00 Uhr geöffnet.

 

Panteón von Tzurumútaro

Falls euch Janitzio zu überlaufen war, solltet ihr den Friedhof von Tzurumútaro besichtigen. Dieser liegt zentral an der Bundesstraße 14 und ist groß genug, um die vielen Touristen zu verteilen. Die vielen Blumen und Kerzen bieten in der Nacht des Día de Muertos eine wunderschöne Atmosphäre.

Nach dem Besuch von Tzuntzuntzan solltet ihr unbedingt am See entlang zurück nach Pátzcuaro fahren und die Aussicht genießen.

 

Andere Orte, um den Día de Muertos zu feiern

Der Día de Muertos wird in ganz Mexiko unterschiedlich gefeiert. In Michoacán finden noch immer die größten und tollsten Feierlichkeiten statt, aber auch ein Besuch von Mexiko-Stadt, Xilitla oder San Cristóbal de las Casas lohnt sich in dieser Zeit. San Luis Potosí gehört leider nicht zu den Städten, die Traditionen sehr ernst nehmen – daher werdet ihr hier nur einige kleine Ofrendas sehen und keine weiteren Feierlichkeiten. Falls ihr nicht weit reisen möchtet, solltet ihr zumindest einen Blick nach San Miguel de Allende werfen – dort wird die Innenstadt schön geschmückt und es gibt einen kleinen Umzug mit geschminkten Menschen.

Mexiko-Stadt – wie James Bond das Fest veränderte

An verschiedenen Orten in Mexiko-Stadt wird der Día de Muertos gefeiert. Friedhöfe und Straßen werden geschmückt, jedoch bei weitem weniger schön als in Michoacán. Dennoch gibt es zwei besondere Tipps:

Xochimilco

In den schwimmenden Gärten von Xochimilco werden die großen bunten Trajineras, die Boote, die euch durch das Sumpfgebiet bringen, schön geschmückt. Viele Mexikaner schminken und verkleiden sich und feiern gemeinsam ein tolles Fest. Ihr könnt an diesem Abend an einer besonderen Bootstour durch die Kanäle teilnehmen, sie heißt La Llorona en Xochimilco. Während der Tour wird eine berühmte Sage erzählt, am Ende werden die Boote in einem See halbkreisförmig aufgereiht, um eine Lichtshow zu genießen.

 

Parade

Jetzt wird es kurios: Als Daniel Craig alias James Bond 2015 im Film Spectre* an einer Parade zum Tag der Toten in Mexiko-Stadt teilnahm, gab es so eine Parade noch gar nicht. Der Film motivierte jedoch viele internationale Touristen dazu, am Día de Muertos nach Mexiko zu kommen. Die Stadt witterte Gewinn und wollte die Touristen auch nicht enttäuschen, sodass man 2016 zum ersten Mal eine Parade abhielt. Seitdem findet sie jedes Jahr Anfang November statt – da sich Tag und Uhrzeit ändern, sollte ihr euch vorher im Internet informieren.

 

Weitere tolle Ideen für den Día de Muertos in Mexiko-Stadt findet ihr hier.

 

Huasteca Potosina

In der Huasteca wird vom 28.10.-03.11. das Festival Xantholo gefeiert. Der Hintergrund ist der gleiche wie beim Día de Muertos, jedoch liegt ein Schwerpunkt hier auf Musik, traditionellen Tänzen (Vinueten), Kostümen und Masken von Dämonen. Die typische Musik bei diesem Festival ist der Son huasteco:


 

Fazit

Der Día de Muertos ist für mich die schönste mexikanische Tradition. Schon die Grundidee, dass man einmal mit Jahr mit verstorbenen Verwandten feiern kann und diese im Anschluss in ihr Reich zurückkehren und erst im folgenden Jahr erneut kommen dürfen, ist wunderschön. Die Menschen freuen sich auf diese Zeit und gestalten Häuser, Straßen und Friedhöfe kunterbunt. Wenn man am Abend bei Kerzenlicht zusammenkommt, um gemeinsam auf die Verwandten zu warten, dann bildet sich eine unheimlich tolle Atmosphäre. Ich war vom Besuch in Pátzcuaro extrem begeistert und kann euch nur ans Herz legen, einmal dieser Feierlichkeit anzugehören. Übrigens lohnt sich auch ein Besuch der anderen Kleinstädte um den See – neben weiteren Ausgrabungsstätten gibt es viel Kunsthandwerk zu entdecken.

Sicher wird in vielen anderen Regionen Mexikos ebenfalls gefeiert – sodass die Aufzählung oben keinesfalls vollständig ist, sondern nur ein paar Highlights und Tipps für eure Reisen gibt. Was Pátzcuaro angeht, so hat mir der Besuch des Friedhofes in Tzurumútaro am besten gefallen. Hier waren die Gräber am schönsten geschmückt und alles war relativ weitläufig, sodass man sich nicht im Weg stand. Janitzio ist sicher eine Erfahrung wert, jedoch war mir die Insel zu überlaufen.

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