Guanajuato – Die wunderschöne Stadt – Teil 1

Estatue Don Quijote
Estatue Don Quijote Guanajuato

Vor einiger Zeit war ich in Guanajuato – meiner Meinung nach einer der schönsten Städte Mexikos. Da es viel zu sehen gab, habe ich den Artikel auf drei Seiten aufgeteilt.

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Guanajuato ist nicht weit von San Luis Potosi entfernt – man fährt um die 200 km Richtung Süden und braucht dafür etwa 2,5 h bei normaler Fahrweise. Im Gegensatz zu San Miguel de Allende sollte man aber mehr als einen Tag einplanen – es gibt einfach viel zu viel zu sehen. Die Stadt ist wunderschön und beeindruckend. Einen Besuch sollte man unbedingt einplanen, wenn man in der Nähe ist.

 

Geschichte und Geographie

Guanajuato ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstates und hat ca. 72.000 Einwohner. Sie ist eine der legendären Silberstädte Mexikos und war zu Beginn des 19. Jahrhunderts neben Havanna und Mexiko-Stadt die drittgrößte Stadt der westlichen Hemisphäre. Der Name Guanajuato bedeutet Froschhügel und stammt vom gleichnamigen Fluss. Die Stadt liegt auf ca. 2000 m Höhe in einem Gebirgstal, was sich an der Enge der Straße und den teilweise steilen Auf- und Abstiegen bemerkbar macht. Aufgrund dieser engen Straßen hat man im Laufe der Zeit sehr viele Tunnel unter die Stadt gebaut, um den Verkehrsfluss zu vereinfachen und Parkplätze zur Verfügung zu stellen.

Im 16. Jahrhundert wurden ersten Silbervorkommen in der Nähe entdeckt und eine Garnison zur Sicherung errichtet. 1558 gingen die Melado- und die Rayas-Mine in Betrieb nachdem man 1557 Teile der größten Minerallagerstätte, der San-Bernabe-Ader entdeckt hatte. Erst ab 1663 errichteten Franziskaner einen Stadtkern und 1671 begann der Bau der größten Kirche, der Basílica Colegiata de Nuestra Señora de Guanajuato. Im 18. Jh. lebten bereits mehr als 16.000 Menschen in der Stadt und die Erzförderung wurde durch neue Entwicklungen vorangetrieben. Ende des 18. Jh. war Guanajuato der weltgrößte Silbererzerzeuger.

Zu Beginn des Unabhängigkeitskrieges 1810 nahmen etwa 25.000 Aufständische unter Führung von Miguel Hidalgo y Costilla die Alhóndiga de Granaditas ein, in der sich die Verwaltung verschanzt hatte. Die Stadt fiel somit in Rebellenhände, wurde aber 2 Monate später zurückerobert.

Heutzutage ist aufgrund der besonderen Architektur und Lage der Stadt Tourismus die wichtigste Einnahmequelle.

Weitere Infos gibt es wie immer auf Wikipedia.

 

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Hotel

Ich erreichte mein Hotel nach ca. dreistündiger Fahrt – es lag östlich, abseits vom Zentrum und war extrem schwer zu finden. Ich hatte viele Tipps bekommen, dass man in der Stadt schlecht parken kann aufgrund der kleinen Gassen und teilweise auch nur schlecht vorankommt – daher nahm ich ein Hotel ca. 800 m außerhalb des Zentrum mit eigenen Parkplatz. Im Nachhinein betrachtet war das unnötig, denn man kann sein Auto in einem der Tunnel unter der Stadt abstellen (besonders wenn man einen einfachen Mietwagen hat, so wie ich). Mein Hotel, das Casa Pastita, war schön, ruhig, hatte Parkplatz und Frühstück inbegriffen und da es nur Vierbettzimmer gibt, bekam ich ein großes Zimmer ganz für mich alleine. Daher war es aber auch ein wenig teurer. Eventuell würde ich mir beim nächsten Besuch ein Hotel in der Innenstadt suchen.

 

Sehenswürdigkeiten

Gleich nach meiner Ankunft begann meine Tour. Vorbei am Jardin Embajadoras (dort findet immer Markt statt) lief ich zur Estatua de don Quijote. Man findet überall in der Stadt vereinzelt Statuen von Don Quijote mit seinem Begleiter Sancho Panza. Es gibt auch ein Museo Iconográfico del Quijote, welches 800 Gemälde, Skulpturen und andere Objekte beinhaltet.

Estatua Don Quijote
Estatua Don Quijote Guanajuato

Danach ging es weiter ins Stadtzentrum zum Jardín de la Unión, einem kleinen, grünen Park umgeben von Restaurants und Straßencafes. Im Schatten der Bäume ruhen sich die Menschen aus und man findet überall Mariachis, die aus voller Kehle bekannte mexikanische Lieder singen. Übrigens gibt es überall in der Stadt, und auch hier am Park, kleine Touristenbüros – das sind Straßenstände bei denen man kostenlose Karten der Stadt bekommen kann.

Gleich neben dem Garten findet man das berühmte Teatro Juarez. Dieses wurde von Antonio Ricas Mercado erbaut und zu Beginn des 20. Jahrhunderts fertiggestellt. Im Inneren findet man einen wunderschön verzierten Konzertsaal. Ein Besuch des Theaters lohnt sich, es kostet nur 35 Peso Eintritt.

 

 

Auch die Iglesia de San Diego, gegenüber des Jardín de la Unión lohnt einen Besuch. Diese Kirche wurde 1663 erbaut und ist eine der ersten Kirchen von Guanajuato.

 

 

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Weiter ging es zum Plaza de la Paz, dem großen Platz vor der Basílica Colegiata de Nuestra Señora de Guanajuato, sie ist die größte Kirche der Stadt, ihr Bau begann 1671. Neben vielen weiteren Bauwerken sollte man auch hier einen Blick hineinwagen, es lohnt sich (wenn nicht gerade eine der vielen Hochzeiten stattfindet).

Folgt man dann der Calle Ponciano Aguilar nach Nordosten kommt man zu einer weiteren beeindruckenden Kirche, Templo de la Compañía de Jesús. Sie wurde 1747 errichtet und bietet eine sehr interessante Südfassade.

Entlang der Calle Pedro Lascurain de Retana Richtung Westen kommt man nun zur Universidad de Guanajuato, welche ebenfalls in einem sehr imposanten Gebäude untergebracht ist. Die Uni wurde im 18. Jahrhundert gegründet und heutzutage studieren dort 26.000 Stunden. Es lohnt sich die Treppen vor dem Hauptgebäude hinaufzusteigen – von hier hat man einen tollen Ausblick über die Stadt.

Museo Casa Diego Rivera

Weiter entlang der Straße Positos kommt man an einigen Museen vorbei, zum Beispiel dem Museo del Pueblo de Guanajuato und dem Museo Casa Diego Rivera, ein Museum im Geburtsthaus von Diego Rivera, einem der berühmtesten Maler Mexikos. Diego Rivera ist zusammen mit seinem Zwillingsbruder am 13.12.1886 in Guanajuato geboren. Bis 1892 lebte die Familie Rivera in Guanajuato bevor sie nach Mexiko-Stadt umsiedelte. Das Museum zeigt die Einrichtung des Hauses und viele Werke aus den Anfangsjahren Diegos. Es wird auch kurz auf Frida Kahlo, seine spätere Frau eingegangen. Im oberen Geschoss findet man eine Wechselausstellung (derzeit über eine Fotografin). Der Besuch lohnt sich, es kostet 25 Peso Eintritt, Fotos sind nur in einigen Bereichen erlaubt und ich habe dort ca. 1 h verbracht.

Im folgenden Teil des Berichts über Guanajuato geht es weiter zur Alhóndiga de Granaditas, einem ehemaligen Kornspeicher, der nun ein Museum beinhaltet in dem man sehr viel über die mexikanische Geschichte lernen kann. Im Anschluss ging es zur Markthallte und dann zur berühmten Callejon de los besos, über die es auch eine tolle Legende zu erzählen gibt. Bevor ich mich dann am Abend einer singenden Studentengruppe angeschlossen habe, fuhr ich noch mit einer Bahn zur Pípila-Statue auf einem Hügel in der Mitte der Stadt und beobachtete den Sonnenuntergang. Es lohnt sich also weiterzulesen :).

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