San Cristóbal de las Casas – Schicke Kolonialstadt in Chiapas

Real de Guadalupe

Heute geht es um die schicke Kolonialstadt San Cristóbal de las Casas im wunderschönen mexikanischen Bundesstaat Chiapas.

Im Januar war ich mit Freunden fünf Tage im südlichsten Bundesstaat Mexikos: Chiapas. Unser erster Zwischenstopp war der beeindruckende Cañón del Sumidero. Danach ging es in die bei Travellern bekannte und beliebte Kolonialstadt San Cristóbal de las Casas.

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Anreise

Wie bereits im letzten Artikel erwähnt sollte man von San Luis Potosí aus per Flugzeug nach Chiapas (Airport Tuxtla Gutiérrez) reisen, da die Distanz mit dem Auto zu groß ist. Flüge gibt es täglich über Mexiko-Stadt. Ganz besonders gefällt mir der Abendflug 19 Uhr mit Ankunft gegen 23 Uhr in Tuxtla Gutiérrez. Der passende Rückflug startet 18:15 Uhr in Tuxtla und bringt euch 22:30 Uhr wieder nach San Luis – besser könnt ihr die Zeit kaum ausnutzen (Start nach der Arbeit). Falls ihr nicht aus San Luis Potosí kommt, dann erreicht ihr den Flughafen Tuxtla Gutiérrez per Direktflug von sieben weiteren Flughäfen Mexikos (Opodo* hilft euch bei der Flugsuche, die Flughäfen sind: Mexiko-Stadt, Cancún, Guadalajara, Monterrey, Tijuana, Merida und Puebla). Weitere Infos findet ihr im ersten Artikel zur Chiapas-Reise.

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Chiapas ist groß und bietet viel zum Erkunden, bitte vergesst nicht euren Mietwagen zu buchen*. Falls ihr den Abendflug aus San Luis Potosí genommen habt, solltet ihr bei der Abholstation im Flughafen anrufen und Bescheid geben, wann ihr ankommt (die könnten sonst schon geschlossen haben).


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Unterkunft

San Cristóbal de las Casas ist nicht allzu groß, daher empfiehlt sich eine Übernachtung im Zentrum. Das Hotel Plaza Gallery & Boutique* liegt zentral, bietet gutes Frühstück und ein Parkplatz ist inbegriffen.

Wer gerne in einem Haus mit Geschichte übernachtet, für den ist eventuell die Unterkunft im Kulturzentrum Na Bolom* eine Option (siehe weiter unten bei den Sehenswürdigkeiten). AirBnB ist natürlich auch eine Option: Falls ihr noch nicht bei AirBnb registriert seid, könnt ihr hier* bis zu 34€ Rabatt auf eure erste Buchung erhalten.

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Geschichte

Die Stadt Villa Real de Chiapa wurde 1528 von Diego de Mazariegos als spanischer Stützpunkt gegründet. Wie immer in der mexikanischen Geschichte beuteten die Spanier die lokale indigene Bevölkerung brutal aus. Ihnen wurde das Land genommen für den Weizenanbau und sie wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt. Dominikanermönche, welche seit dem 16. Jahrhundert vor Ort waren, versuchten den Indigenen Schutz zu bieten. Der bekannteste dieser Mönche war Bartolomé de las Casas. Er trat für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein. Nachdem 1829 die Stadt in San Cristóbal umbenannt wurde, fügte man 1848 „de las casas“ hinzu, um Bartolomé zu gedenken. Bis 1892 war San Cristóbal de las Casas die Hauptstadt von Chiapas, dann wurde sie von Tuxtla Gutiérrez abgelöst. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand der Tourismus in der Gegend.

Am 1. Januar 1994, dem Tag der Einführung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA, wollten Zapatistenrebellen in San Cristóbal eine Revolution beginnen. Ihr Ziel war es, den schlechten Lebensstandard der Indigenen zu verbessern und Land und Ressourcen in die Hände der lokalen Bevölkerung zu legen. Drei Tage lang wurden Regierungsbüros besetzt und geplündert, dann vertrieb die mexikanische Armee die Zapatisten. In den folgenden Jahren wurden viele Abkommen zu Verbesserung des Lebensstandards der indigenen Bevölkerung ausgehandelt, jedoch nie ratifiziert. Die Spannungen hielten über die 90er Jahre hinweg an. Der Staat setzte auf Einschüchterungsversuche und versorgte Söldnertruppen mit Waffen gegen die Zapatisten, von denen viele ihre Dörfer verließen. In den letzten 15 Jahren ist es sehr still geworden um die Bewegung. Viele Mitglieder haben sich aus Enttäuschung abgewandt, Aktionen und Kampagnen gab es keine mehr.

Heute hat die San Cristóbal de las Casas etwa 200.000 Einwohner. Trotz der sozialen Spannungen zwischen den Indigenen, die am Stadtrand in verarmten Siedlungen leben und der wachsenden Mittelschicht, ist die Stadt bei Reisenden aus aller Welt beliebt.


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Klima

Die Stadt liegt auf 2100 m Höhe, d.h. gemäßigtes Bergklima, ähnlich wie San Luis Potosí. Tagsüber wird es meist warm, abends und nachts kann es jedoch sehr kalt werden (vor allem in den Wintermonaten). Da es kaum Häuser mit Heizung in Mexiko gibt, solltet ihr unbedingt dicke Kleidung mitbringen.

 

Sehenswürdigkeiten

San Cristóbal de las Casas ist nicht allzu groß und lässt sich daher perfekt zu Fuß erkunden.

Plaza 31 de Marzo

Der Plaza 31 de Marzo ist der zentrale Platz der Stadt. In seinem Zentrum befindet sich ein Pavillon, hier und da gibt es Schuhputzer und Verkäufer. Nördlich des Platzes findet ihr die Kathedrale San Cristóbal, westlich das MUSAC (Museo de San Cristóbal). Östlich gibt ss einen beeindruckenden Säulengang in einem rot-weißen Gebäude, welches Cafés und Restaurants beinhaltet.


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Catedral de San Cristóbal

Ihr findet die Kathedrale gleich nördlich am Plaza 31 de Marzo. Ihre Fassade ist jedoch nicht zur Plaza gerichtet,  sondern zeigt nach Westen, auf den Plaza de la Paz. 1528 begann man mit dem Bau einer kleinen Kirche. Im 17. Jahrhundert, als San Cristóbal de las Casas ein Bistum wurde, riss man die Kirche ab und begann mit dem Bau der Kathedrale, welche dem heiligen Christopher gewidmet werden sollte. 1721 wurde die Fassade der Kirche mit den gelben Säulen und Figuren verschiedener Heiliger fertiggestellt. 1815 war der Bau beendet, jedoch sorgten Erdbeben in den Jahren 1816 und 1847 für Schäden, sodass sie erneut restauriert werden musste.

 

Real de Guadalupe und Miguel Hidalgo

Diese Fußgängerzonen schließen sich östlich und südlich an den Plaza 31 de Marzo an. Hier findet ihr etliche Restaurants, Bars und kleine Unterkünfte – abends geht hier die Post ab^^.

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Iglesia de Nuestra Señora de Guadalupe

Am Ende der Real de Guadalupe findet ihr diese schicke kleine Kirche auf einem Berg (Cerro de Guadalupe). Ein Aufstieg über die 97 markanten weiß-gelben Stufen lohnt sich wegen dem Blick auf die Stadt. Die Kirche wurde übrigens 1834 gebaut.

Iglesia de San Cristóbalito

Diese Kirche befindet sich ebenfalls auf einem kleinen Hügel, dieses Mal jedoch südwestlich des Zentrums. Man kann mit dem Auto zum Gipfel fahren oder die interessante Treppe hinauflaufen. Die Kirche selbst fand ich weniger sehenswert, auch ist die Gegend nicht die schönste der Stadt.


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Kulturzentrum Na Bolom

Das „Haus des Jaguar“ ist Restaurant, Museum und Hotel in einem. Es wurde 1891 außerhalb des Stadtzentrums erbaut. Die Schweizer Anthropologin und Fotografin Gertrude Duby-Blom kaufte mit ihrem dänischen Ehemann, dem Archäologen Frans Blom, das Haus 1950. Im Haus findet ihr Fotos und Gegenstände aus Chiapas im 20. Jahrhundert. Das Museum liefert einen Einblick in das Leben der Bloms. Frans Blom erkundete die Maya-Stätten in Chiapas während sich seine Frau um den Erhalt des Regenwaldes und das Volk der Lacandonen kümmerte. Das Na Bolom führt als Kulturzentrum die Arbeit der Bloms fort und dient als Forschungszentrum für indigene Kulturen. Ihr könnt hier übrigens auch übernachten*, es gibt 16 Gästezimmer, Frühstück im toll dekorierten Speisesaal und Eintritt ins Museum sind inklusive.

Templo y Ex Convento Santo Domingo

Die Kirche mit der beeindruckendsten Fassade der Stadt ist definitiv der Templo y Ex Convento Santo Domingo. Leider konnten wir das Gebäude aufgrund der späten Uhrzeit nicht mehr betreten. Rund herum findet ihr übrigens häufig Marktstände mit lokal produzierten Waren (zum Beispiel Keramik, Stoff, Holzkunst). Die Kirche wurde im 16. Jahrhundert erbaut, die Fassade aber erst im 17. Jahrhundert hinzugefügt. Das Klostergebäude beinhaltet ein Textil- und ein Regionalmuseum.

Museo de la Medicina Maya

Dieses Museum dreht sich um traditionelle Medizin, wie sie teilweise von den Ureinwohnern noch praktiziert wird. Auf dem Gelände befindet sich auch ein kleiner Kräutergarten.

  • Öffnungszeiten: Mo-Fr 10:00-17:00 Uhr; Sa-So 10:00-16:00 Uhr
  • Eintritt: 25 Peso pro Person

 


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Museo del Ámbar de Chiapas

Wenn ihr die Stadt besichtigt werden euch sicher viele Läden mit Bernstein auffallen. Nördlich von San Cristóbal de las Casas wird viel Bernstein gewonnen (versteinertes Kiefernharz). Dieses Museum im ehemaligen Kloster Ex-Convento de La Merced erklärt vieles über dieses Material. Ausgestellt sind besonders schöne Schnitzereien und im Harz eingeschlossene Insekten. Ihr könnt vor Ort auch Bernsteinschmuck kaufen.

 

Restaurantempfehlungen

Prinzipiell: In San Cristóbal de las Casas gibt es unzählige tolle Restaurants und Bars – ausprobieren lohnt sich!

Café Bar 500 Noches San Cristóbal

In der Fußgängerzone Miguel Hidalgo, gleich südlich des Plaza 31 de Marzo, findet ihr die Plaza San Agustin, welche einige tolle Restaurants und Cafés beinhaltet. Das 500 Noches kenne ich schon aus San Luis Potosí, das Original befindet sich jedoch in San Cristóbal. Hierbei handelt es sich um eine der wenigen Restaurantketten in Mexiko (es gibt erst drei oder vier Restaurants), in denen Augenmerk auf eine tolle und gemütliche Einrichtung gelegt wird. Es gibt eine große Auswahl an Artesanales und fast jeden Abend entspannte Live-Musik (meist nur aus Akustikgitarre und Gesang bestehend). In San Luis verbringe ich hier gerne mal einen Abend.

 

Oh La La! Pasteleria

Lust auf leckeren Café und ein Stück französischer Leckereien? Oh La La ist eine französische Cafékette und bietet extrem leckere Backwaren.

 

Amor Negro Café

In diesem Café könnt ihr zwischen drei verschiedenen Bohnensorten aus Chiapas und einer saisonal wechselnden Sorte für euren Kaffee, Cappuccino, etc. wählen. Der Kaffee ist lecker und ihr könnt sogar ein Päckchen mit nach Hause nehmen.

 

Restaurante Miura

Darfs etwas vom Grill sein? Dann seid ihr im Miura richtig. Es gibt Fleisch, Hamburger und mexikanische Spezialitäten. Mir hat es geschmeckt.


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In der Nähe

San Juan Chamula

Die Chamulas gehören zur indigenen Gruppe der Tzotzil-Maya in Chiapas. Sie wohnen in San Juan Chamula, etwa 10 km nördlich von San Cristóbal de las Casas. Hier kann man sehr interessante religiöse Praktiken und Kleidungsstile beobachten. Einige Männer tragen selbst gefertigte Tuniken und Frauen Röcke aus Wolle. Die Dorfbewohner möchten nicht gerne fotografiert werden (bitte unbedingt vorher fragen), in Kirchen und bei religiösen Veranstaltungen ist Fotografieren strikt verboten. Sehenswert ist die Iglesia de San Juan Chamula.

 

 

 

Fazit San Cristóbal de las Casas

San Cristóbal de las Casas ist ein Muss auf eurer Reise nach Chiapas. Die schicke Kolonialstadt hat ein einzigartiges Flair – überall trefft ihr auf andere Reisende, es gibt viele tolle Restaurants und einige interessante Sehenswürdigkeiten. Mehr als zwei Tage würde ich aber definitiv nicht einplanen. Aufgrund des Bergklimas ist es tagsüber sehr warm, jedoch nachts ziemlich kalt – bitte vergesst dicke Sachen nicht (zumal viele Häuser keinen Kamin haben).

Im nächsten Artikel geht es um die Wasserfälle bei Agua Azul und Misol-Ha. Ob die Huasteca Potosina da mithalten kann?

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