Sony RX100 III

Sony RX100 III

Heute habe ich mal keinen Reisebericht für euch, sondern eine Idee für Weihnachten. Schon vor längerer Zeit hatte ich beschlossen, eine neue Kamera zu kaufen. Doch welche? Bei der Vielzahl an Angeboten verliert man sehr leicht den Überblick. Schlussendlich habe ich mir vor Kurzem eine Sony RX100 III zugelegt.

Inhaltsverzeichnis:

Motivation:

Auf meinen letzten Trips kam meine Spiegelreflexkamera kaum noch zum Einsatz – zu groß, zu schwer, nicht für schnelle Schnappschüsse geeignet. Oft nutzte ich einfach nur mein Handy, dieses bieter aber keinen optischen Zoom und dessen Bilder sind nur tagsüber bei viel Licht zu gebrauchen. Bereits in Szenarien mit reduziertem Licht setzt starkes Rauschen ein. Selbst die besten Handykameras haben mit diesem Problem zu kämpfen – die kleinen Optiken und Sensoren können einfach nicht genug Licht aufnehmen und setzen daher die Sensorempfindlichkeit nach oben. Das Ergebnis sind matschige und verrauschte Fotos. Es musste also eine kleine neue Kamera her, die auch bei Nacht noch ansehnliche Fotos schießt und einen größeren Brennweitenbereich bietet um auch mal weiter entfernte Objekte zu fotografieren.

 

Zu Beginn meiner Recherche machte ich mir erstmal Gedanken, was ich eigentlich möchte und erstellte eine Liste:

  • Klein und handlich: Die Kamera sollte in die Hosentasche passen, denn das war das Hauptargument gegen meine Spiegelfreflex.
  • Lichtstarkes Objektiv, hohe Bildqualität: Ich weiß, dass eine kleine Kamera nicht gegen eine Spiegelreflex mit tollem Objektiv ankommen kann, sie sollte aber für ihre Größe die bestmögliche Bildqualität bieten.
  • Vernünftige Akkulaufzeit: Ich möchte keinen Zweitakku mitschleppen müssen. Laden via USB fände ich auch sinnvoll.
  • WLAN bzw. eine Möglichkeit die Kamera fernzusteuern: Auch dafür musste ich bei meiner Spiegelreflex noch extra Equipment mitschleppen.
  • Zoom: Bestenfalls sollte die Kamera einen hohen optischen Zoom bieten.
  • Speichern der Fotos im RAW-Format: Damit möchte ich mich in Zukunft doch etwas mehr auseinandersetzen.
  • Schwenkbares Display – das Display sollte auf jeden Fall nach unten schwenkbar sein, um Aufnahmen mit nach oben gestreckter Hand zu ermöglichen (z.B. bei Konzerten).
  • Preis: Ich möchte etwas Vernünftiges, schwimme aber nicht gerade im Geld, daher liegt mein Limit bei etwa 500€.

Weniger wichtig:

  • GPS: Wäre toll, muss aber nicht – dafür kann man notfalls noch das Handy hernehmen (hat man ja ohnehin immer dabei).
  • Zubehörschuh: Brauche ich eigentlich nicht.
  • 4K: Ich mache nur selten Videos mit der Kamera und wenn dann reicht mir FullHD.
  • Touch: Ist ein tolles Feature, aber wenn die Bedienung auch ohne gut mögich ist, kann ich darauf verzichten.

 

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Recherche:

Nachdem ich mir dann einige Kameras im Laden angeschaut und unzählige Testberichte durchgelesen hatte, stellte ich recht schnell fest, dass einige Dinge nicht zu haben sind:

  • Lichtstarkes Objektiv und großer Zoombereich: Ein Objektiv, dass einen großen Brennweitenbereich überbrückt, ist meist ein Kompromiss. Um bei einer hohen Brennweite noch genug Licht einzufangen, bräuchte man eine sehr große Blendenöffnung und d.h. ein sehr großes Objektiv. Bei Kompaktkameras ist die Größe des Objektivs jedoch sehr beschränkt – somit fällt weniger Licht ein, die Sensorempfindlichkeit wird erhöht und das Rauschen nimmt zu. Einige der Kompatkameras mit großem Zoom liefern dann Bilder nur noch auf Handyniveau (teilweise sogar drunter). Der Zoom bringt mir also nicht viel, wenn die Bilder dann matschig und verrauscht aussehen.
  • Kleine Kamera und RAW-Format: Nur wenige der angebotenen Kameras sind in der Lage Fotos im Rohdatenformat  zu speichern. Meist handelt es sich dabei um teurere Kameras und diese bieten lichtstarke Objektive mit kleinem Brennweitenbereich.

 

Aus den vielen Testberichten und Youtube-Videos im Internet kristallisierten sich eigentlich nur drei Kameras heraus, die meinen Ansprüchen entsprachen:

  • Sony RX100 III (IV und V fallen aus dem Budget-Rahmen)
  • Canon G7X II
  • Lumix LX15

Die Lumix bietet den höchsten Funktionsumfang, fiel jedoch aufgrund der hohen Negativbewertungen bei Amazon aus meiner Kaufentscheidung heraus, sodass nur noch die Sony RX100 III* und die Canon G7X II* übrig blieben.

 

Technische Daten:

Sony RX100 III:

  • Fotoauflösung: 20,0 Megapixel
  • Sensor: 1 Zoll (CMOS, rückwärtige Belichtung)
  • Bild-Formate: JPEG, RAW
  • Videoauflösung: 1920*1080 Pixel (FullHD, 60 Bild pro Sekunde)
  • Max. 30 Minuten Video
  • Brennweite: 24mm – 70mm (2,9-fach optischer Zoom; 11,0-fach digitaler Zoom)
  • Belichtungszeiten: 30s – 1/2000s
  • optischer Bildstabilisator
  • Gesichtserkennung
  • ISO-Empfindlichkeit: 125, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400, 12800, 25600
  • ND-Filter vorhanden
  • Selbstauslöser: 2s, 10s
  • Filtergewinde: nein
  • Schnittstellen: NFC, WIFI, Micro-USB, Micro-HDMI
  • kein Touchscreen
  • Display: 3,0 Zoll, klappbar, 1.228.800 Bildpunkte
  • Elektronischer Sucher,1.440.000 Bildpunkte
  • Speicherkarte: SD, SDHC, SDXC
  • Akku ladbar via USB
  • Stativgewinde vorhanden
  • Größe: 102mm*58mm*41mm
  • Gewicht: 286g





Canon G7X M2:

  • Fotoauflösung: 20,0 Megapixel
  • Sensor: 1 Zoll (CMOS, rückwärtige Belichtung)
  • Bild-Formate: JPEG, RAW
  • Videoauflösung: 1920*1080 Pixel (FullHD, 60 Bild pro Sekunde)
  • Max. 30 Minuten Video
  • Brennweite: 24mm – 100mm (4,2-fach optischer Zoom; 4,0-fach digitaler Zoom)
  • Belichtungszeiten: 30s – 1/2000s
  • optischer Bildstabilisator
  • Gesichtserkennung
  • ISO-Empfindlichkeit: 125, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400, 12800
  • ND-Filter vorhanden
  • Selbstauslöser: 2s, 10s
  • Filtergewinde: ja
  • Schnittstellen: NFC, WIFI, Micro-USB, Micro-HDMI
  • Touchscreen
  • Display: 3,0 Zoll, klappbar, 1.040.000 Bildpunkte
  • Speicherkarte: SD, SDHC, SDXC
  • Akku ladbar via USB
  • Stativgewinde vorhanden
  • Größe: 106mm*61mm*42mm
  • Gewicht: 315g

 

Beide Kameras bieten viele Gemeinsamkeiten:

Beide Kameras bieten viele Gemeinsamkeiten, die wichtigsten auf einen Blick:

  • 20 Megapixel
  • HD Video (1920*1080), kein 4K
  • schwenkbares Display (nach oben und unten)
  • exzellente Bildqualität
  • kompakte Maße (passt gerade noch so in die Hosentasche)
  • lichtstarke Objekte (gemessen an der Größe)
  • 1 Zoll Sensor
  • Fotos speicherbar als JPEG und RAW
  • via USB ladbar

 

Dennoch hat jede Kamera ihre eigenen Vorteile:

Vorteile der Sony RX100 III:

  • elektronischer Sucher
  • etwas kleiner und leichter als die Canon
  • etwas längere Akkulaufzeit
  • Highspeed-Video Funktion (120 Bilder bei 1280×720)
  • Erweiterbarkeit durch PlayMemory-Apps (gibt aber nur wenige und die kosten meist Geld)
  • etwas geringeres Rauschen bei höheren ISO-Werten als die Canon
  • deutlich besserer Ton als die Canon bei Videos (schaut mal die Youtube Videos an)
  • Randschärfe im Weitwinkelbereich besser

 

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Vorteile der Canon:

  • Zeitrafferaufnahmen ab Werk möglich, bei der Sony muss man hierzu eine App installieren (10€ Aufpreis)
  • höherer Brennweitenbereich als die Sony, damit mehr Zoom (2,9-fach vs. 4,2-fach)
  • deutlich handlicher als die Sony, gummierter Griff von Haus aus angebracht (kostet 13€ extra bei Sony)
  • Fotos etwas „wärmer“ als bei der Sony (der Weißabgleich ist von Haus aus etwas angenehmer, kann man jedoch einstellen)
  • etwas lichtstärkeres Objektiv als die Sony (RX100 III erreicht bei 35mm bereits F2.8, die Canon erst ab 57mm)
  • Touchscreen und damit Touch-Fokus
  • schneller beim Einschalten und Fokussieren, außerdem etwas schneller beim Speichern von RAWs
  • etwas günstiger als die Sony

 

Die Entscheidung

Wie ihr an den Listen feststellen könnt, ist mir die Entscheidung alles andere als leicht gefallen. Nachdem ich im Laden an beiden Kameras herumgespielt hatte und mir danach nochmal zig Testberichte, Amazon-Bewertungen und Blogs durchgelesen habe, habe ich mir kurzerhand die Sony gekauft. Bei Nichtgefallen wollte ich sie zurückschicken und die Canon kaufen. Und wisst ihr was? Ich hab sie behalten, weil das Fotografieren mit der kleinen Knipse echt Spaß macht.

Die ersten Einsätze hat die Kleine mittlerweile hinter sich und ich bin sehr zufrieden. Nur ein paar Dinge stören mich ziemlich an der Verkaufsstrategie von Sony:

  • Die Kamera bietet keine Griffmulde oder Gummierung – entweder man freundet sich damit irgendwie an oder man kauft für 10-15€ den aufklebbaren Gummigriff von Sony (10-15€ für ein Teil, dass in der Herstellung wahrscheinlich nicht mal 50 Cent kostet!).
  • Die Canon bietet von Haus aus einen Zeitraffermodus, bei Sony kann man den zum Glück als App installieren – aber das kostet erneut 10€, was soll das?
  • Die Trageschlaufe der Sony ist nicht festziehbar, d.h. es ist eine nur eine kleine Schlaufe ohne Möglichkeit sie um das Handgelenk festzuziehen – einmal ist sie mir deswegen schon runtergefallen (ein kleines Stück Plastik zum Verkleinern der Schlaufe um das Handgelenk hätte Sony sicher max. 50 Cent gekostet).

 

Warum bleibe ich bei der Sony?

  • Ich habe mich an den elektronischen Sucher gewöhnt: Das ist sicher Geschmackssache, aber ich habe festgestellt, dass ich über den Sucher bessere Fotos mache, da ich mich besser auf das Motiv konzentriere
  • Einige Amazon-Rezensionen und einige Testberichte bescheinigten der Canon stärkere Unschärfe im Randbereich bei Fotos mit geringer Brennweite, ein No-Go für den Preis
  • Die Audioqualität der Canon in Youtube-Videos – da bei beiden Kameras kein externes Mikro anschließbar ist, sollte die Audioqualität passen (auch wenn ich nur selten mal ein Video mit der Kamera mache).
  • In den meisten Fällen reicht mir der Brennweitenbereich der Sony aus, nur in wenigen Situationen wäre der größere Bereich der Canon angenehmer.
  • Detailreichtum und Auflösung: Ich habe die Fotos der RX100 III mit denen meiner alten Alpha57 verglichen und bin begeistert, der Detailreichtum und die Auflösung der RX100 sind einfach super.

Wo die Sony meines Erachtens nicht so gut abschneidet:

  • Farben: Der Weißabgleich ist von Haus aus etwas kühl, d.h. die Bilder wirken kalt und farblos, das kann man jedoch durch eigene Einstellungen beheben. Vergleiche ich Fotos der Canon G7X II oder meiner alten Alpha 57 mit der RX100 III, so gefallen mir die Farben der beiden anderen besser.
  • Blitz: Die Konstruktion des Suchers ist okay, aber der Klappmechanismus des Blitzes macht einen sehr instabilen Eindruck.
  • Die Kappen für Micro-USB und Micro-HDMI – wahrscheinlich das Erste, was kaputt gehen wird.

 

Fazit für euer Weihnachten:

Wenn ihr euch auch nach einer neuen Kamera umschaut, empfehle ich euch erstmal mit Hilfe einer Tabelle klar zu werden, was ihr genau braucht. Reicht euch schon eine gute Handykamera, dann kauft ein Samsung Galaxy S8*. Wechselt ihr gerne Objektive, spielt viel herum, wollt euch aber keine große Spiegelreflex kaufen, dann greift zu einer Bridge-Kamera, die Sony Alpha-6000* ist hier eine super Wahl (zumal der Preis für das Standard-Kit gleich der RX100 III ist). Soll es profesionell sein, dann natürlich eine Spiegelreflex (z.B. Canon EOS 80D*). Ist euch aber die Qualität eurer Handyfotos nicht genug und ihr sucht etwas bessers in Hosentaschengröße, dann greift bei einer der beiden Kompakten zu. Ich habe jetzt natürlich nur die Sony intensiv getestet, aber anhand der unzähligen Testberichte, Bildvergleiche, Amazon-Rezensionen und Youtube-Videos und dem Gang in den Laden kann ich euch sagen, dass die Canon eine mindestens genauso gute Wahl gewesen wäre. Hätte ich mir die Canon zuerst bestellt, hätte ich die sicher behalten.

Beide Kameras gibt es bei Amazon:

Sollte euch der Preis zu hoch sein, so gibt es zumindest bei Sony auch noch die Vorgängermodelle. Diese weisen jedoch einige Unterschiede auf, so kann die RX-100 I* und RX-100 II* keine Apps installieren und das Display ist nicht gleichermaßen bewegbar; außerdem ist die Arbeitsgeschwindigkeit natürlich langsamer. Die RX-100 II bietet als einzige der Serie einen Zubehörschuh und erst ab der RX-100 III ist der elektronische Sucher verbaut. Es lohnt hier einen Vergleichstest zu lesen.

Teurer geht natürlich auch – es gibt ja noch die RX-100 IV* und RX-100 V*. Die Unterschiede liegen im Detail, z.B. Zeitlupenvideos, 4K usw. – am besten auch hier Vergleichstests lesen.

 

Zubehör

Falls ihr die Sony bestellen möchtet, solltet ihr gleich noch an passendes Zubehör denken:

  • Sony AG-R2 Griffbefestigung* (teuer für ein Stück Gummi, aber sehr sinnvoll, verbessert die Handlichkeit deutlich)
  • Tasche Hama Hard Case* (vergleichweise günstig, passt und scheint stabil zu sein; außerdem ist eine Schlaufe für den Gürtel und eine Trageschlaufe für die Tasche dabei; die Tasche ist innen leicht gepolstert und bietet noch ein kleines Fach für Speicherkarten)
  • Objektivschutzdeckel* (eigentlich auch zu teuer, für das, was man bekommt; aber sehr sinnvoll, wenn man die Kamera mal ohne Hülle in der Hosentasche tragen möchte – passt perfekt)
  • Speicherkarte SanDisk Ultra SDXC 64GB* (Class 10 ist empfohlen für Full-HD-Aufnahmen, somit reicht die hier völlig aus; wer mehr Platz braucht, kann sich auch 128GB* bestellen)

Eventuell bestelle ich mir noch eine neue Trageschlaufe, da die mitgelieferte ein Witz ist, so was in der Art* wird es werden.

 

Links zu Testberichten:

Canon G7X Mark II:

Sony DSC-RX100 III:

Vergleiche:

Videos:

 

Beispielfotos:

Achtung: Bei Klick auf eines der folgenden Fotos wird das originale JPEG der Kamera in einem neuen Tab geladen (etwa 10MB pro Foto). Ihr könnt auch einen Rechtsklick auf die Fotos hier unten durchführen und dann mittel „Ziel speichern unter…“ die Fotos herunterladen. Es kann sein, dass nach dem Klick mein WordPress Theme ein Galleriefenster öffnet – dort nach dem Laden einfach Rechtklick auf das Foto und „Grafik anzeigen“ klicken, dann könnt ihr auch reinzoomen.

Die Fotos wurden im „überlegenen Automatikmodus“ der Kamera aufgezeichnet ohne Veränderung von Einstellungen oder Filter. Falls ihr die RAW-Fotos oder ein Video dazu haben möchtet, schreibt mir bitte einfach.

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