3 Tage Oslo – Charmante Stadt am Fjord

Oslo Rathuset

Ihr habt ein paar Tage frei und wisst nicht, was ihr machen sollt? Wie wäre es mit einem Trip nach Oslo? Ich habe drei Tage in der kleinen, charmanten Metropole am Fjord verbracht und möchte euch hier meine ideale Tour für Oslo vorstellen.

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Warum nach Oslo?

Kurz gesagt, ich hatte noch ein paar Urlaubstage und mir war es zu Hause einfach zu langweilig. Ich war noch nie in Oslo und außer Familienurlaub in Dänemark (Legoland :), hat mich noch nicht allzu viel weiter nördlich gezogen. Also fix noch ein paar Seiten über die empfohlenen Sehenswürdigkeiten durchstöbert und ab ging es in die Hauptstadt von Norwegen.

Oslo lässt sich von vielen deutschen Flughöfen in maximal 2h erreichen. Es gibt günstige Flugangebote*, z.B. mit SAS von Muc nach Oslo für 80€ hin- und zurück. Die Stadt ist nicht sehr groß und die Sehenswürdigkeiten halten sich in Grenzen, sodass man mit einem Wochenende gut hinkommt.

Übrigens Daumen hoch für SAS – ich hatte bisher in der Economy Class noch nie soviel Beinfreiheit.

 

Oslo Tag 1:

Vom Flughafen in die Stadt – besser auf den Express verzichten und evtl. schon den Oslo-Pass kaufen

Mein Flug ging Donnerstagmittag und ich hatte mich schon im Vorfeld über den Transport vom Flughafen in die Stadt informiert. Es gibt zwei Flughäfen in der Nähe Oslos – Gardermoen und Torp Sandefjord. Der größere und internationalere ist Oslo Gardermoen, OSL (oft auch einfach Oslo Airport oder Oslo Lufthavn genannt). Dies war auch der Flughafen, den mein Flug ansteuerte – daher bezieht sich der folgende Text nur auf die Anreise vom OSL aus.

Ist man einmal angekommen, bieten sich mehrere Möglichkeiten, um vom etwa 50km entfernten Flughafen in die Stadt zu kommen:

  • Taxi: Teuerste Option, scheidet aus – hier muss man mit mindestens 70€ bis zum Stadtzentrum Oslo rechnen.
  • Flytoget Airport Express: Wird am Flughafen überall angepriesen – eine Fahrt zum Hauptbahnhof von Oslo kostet für eine erwachsene Person 180 NOK (etwa 19€) und dauert etwa 20 Minuten. Fahrten werden aller 10-20 Minuten angeboten; der letzte Zug für 0 Uhr, der erste früh gegen 5 Uhr. Hier gibt es weitere Infos.
  • Bus: Verschiedene Unternehmen bieten die Fahrt an (auch private Kleinbusse), Fahrtdauert 30-40 Minuten (gibt auch Express-Busse). Preise starten ab etwa 150 NOK (etwa 16€) pro Erwachsenem. Hier gibt es weitere Infos.
  • NSB (norwegische Staatsbahn): Fährt direkt ab dem Flughafen mit wenigen Zwischenstopps zum Hauptbahnhof Oslo. Für einen Erwachsener kostet die Fahrt 93 NOK (etwa 10€) und dauert 23 Minuten. Der Zug fährt 3-4 Mal die Stunde, die letzte Bahn vom Flughafen in die Stadt fährt 0 Uhr, die erste früh kurz nach 5 Uhr. In die entgegengesetzte Richtung kurz nach 0 Uhr und kurz vor 6 Uhr. Da fragt man sich, warum man den Express nehmen sollte. Hier gibts mehr Infos.

Ich hab natürlich zur NSB gegriffen. Die Tickets kann man an Terminals im Flughafen kaufen – alles ist selbsterklärend und geht einfach. Das Beste: Wie überall kann man mit Kreditkarte bezahlen – man braucht also kein Geld tauschen.

Oslo Barcode
Markante Skyline: Barcode Oslo

 

Toller Tipp: Falls ihr euch für den Oslo-Pass entscheidet (erzähle ich weiter unten noch mehr von) und diesen bereits ab eurem ersten Tag nutzen möchtet, dann kauft und aktiviert den Pass direkt am Flughafen. Ihr könnt den Pass am Ruter Service Point im Flughafen zu den Öffnungszeiten kaufen (Mo–Sa: 09:00–18:00, So: 14:00–23:00) und vor Ort aktivieren (einfach Datum und Zeit eintragen). Am gleichen Schalter fragt ihr dann nach einem Ticket mit dem normalen Zug (NSB) nach Oslo S (Hauptbahnhof). Da im Oslo-Pass bereits Zone 1 und 2 in Oslo inbegriffen sind, müsst ihr nur noch die Zonen 3 und 4 kaufen (hier gibts die Karte der Zonen). Man zahlt somit nur noch im die 53 NOK für die Fahrt (5,60€). Das gleiche funktioniert auch auf dem Rückweg – lasst euch hierzu im Hauptbahnhof helfen. Falls ihr den Oslo-Pass bereits vor der Ankunft gekauft habt, bringt euch dieser Tipp leider nichts, da ihr den Pass erst in der Stadt in Empfang nehmen könnt.

 

Unterkunft

Oslo ist alles andere als eine günstige Stadt. Da Norwegen zu den reichsten Ländern der Welt zählt (auf Platz 3 beim BIP pro Kopf), sind die Preise für fast alles teurer als in Deutschland. Vor allem bei Hotel, Essen und Trinken muss man sehr tief in die Tasche greifen. Da ich ungern mein ganzes Geld bereits für das Hotel ausgeben möchte, hab ich zur Sparversion gegriffen und mir über Booking.com ein Doppelzimmer im Anker-Hostel* gebucht. Dieses liegt recht zentral – man kann es zu Fuß in wenigen Minuten vom Hauptbahnhof erreichen und vom Hostel aus ist es auch nicht weit zum „In“-Viertel Günerlokka. Unser Zimmer war relativ ruhig, jedoch schon sehr abgewohnt. Die Möbel hatten ihre besten Jahre schon hinter sich, dennoch reichte es komplett für den kurzen Trip. Schön: Die Zimmer enthalten eine kleine Kochnische, wo man sich selbst etwas zubereiten kann.

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Was macht man mit dem angefangenen Tag?

Nachdem wir endlich im Hostel angekommen waren und uns ein wenig ausgeruht hatten, entschieden wir uns für einen Besuch der Nationalgallerie – diese hat donnerstags bis 19 Uhr geöffnet und man zahlt keinen Eintritt. Auch wenn ich kein großer Kunstfan bin, kann ich euch die Nationalgallerie ans Herz legen. Sie beinhaltet Skultpuren und Gemälde von Romantik bis Moderne. Hier gibt es einige berühmte Kunstwerke zu bestaunen, unter anderem Versionen von „Der Schrei“ und „Madonna“ von Edvard Munch. Auch findet man einige Picassos und Bilder von Claude Monet. Die Galerie ist nicht allzu groß und ich habe als Kunstbanause nur etwa eine Stunde gebraucht, um alles zu sehen.

Im Anschluss liefen wir ein wenig durch die doch sehr kleine Stadt. Das meiste in Oslo lässt sich zu Fuß erreichen, ein Tagesticket für 90 NOK (etwas mehr als 9€) lohnt sich eigentlich nur, wenn man zur Museumshalbinsel Bygdøy oder eine Bootstour unternehmen möchte. Es war bereits dunkel (wer reist auch im November nach Oslo^^), aber so konnten wir das bunte Lichtermeer in der Stadt anschauen. Der Spaziergang führte uns zum Schloss (Det kongelige Slott – klingt lustig, oder?).  Dieses ist für Touris aber nur Ende Juni bis Mitte August für eine 60-minütige Führung geöffnet (Infos). Danach gingen wir ein wenig entlang der Karl-Johans-Gate, der wichtigsten Prachtstraße in Oslo, vor am Nationaltheatret und bogen dann Richtung Rathaus ab. Dieses ist von außen ein nicht allzu beeindruckendes Backsteingebäude (eventuell habt ihr es im Fernsehen schon einmal gesehen – hier wird jährlich der Friedensnobelpreis verliehen). Mittlerweile war es schon so spät, dass wir nicht mehr die tollen Kunstwerke im Rathaus besichtigen konnten, das hoben wir uns für einen anderen Tag auf und schlenderten weiter an der Promenade entlang, vorbei am Nobel Peace Center und dem Fährhafen zum Prunk-Stadtviertel Aker-Brygge.

Oslo Rathuset
Rathaus bei Nacht

Aker-Brygge erinnerte mich sehr an die Hafencity in Hamburg – nur noch viel prunkvoller. Hier reihen sich glänzende Shoppings-Malls, teure Restaurants und imposante Wohnhäuser/Lofts aneinander. Alles glitzert und funkelt wunderschön – will gar nicht wissen, was es kostet, hier zu wohnen. Den Abschluss der Promenade bildet der beeindruckende Bau des Astrup Fearnley Museum of Modern Art.

Langsam bekamen wir Hunger und suchten nach einem Restaurant. Normalerweise dauert es ewig, bis ich mich für ein Restaurant entschieden habe. Da wir aber in Norwegen waren, mussten wir natürlich norwegisch essen – und das schränkte die Auswahl massiv ein. Die meisten Restaurants bieten Italienisch, Sushi, Burger (gefühlt gibt es hier überall nur Burger) – aber das kann ich alles zu Hause essen. Schließlich entschieden wir uns spontan für das Restaurant Rorbua und wurden absolut nicht enttäuscht. Meine Begleitung entschied sich für Lachs mit Gemüse in Sahnesoße und ich mich für Kabeljau mit Kartoffeln in Weinsoße. Die Gerichte schmeckten absolut exzellent, nur die Bedienung ließ ein wenig zu wünschen übrig – der Kellner schenkte uns sehr wenig Aufmerksamkeit, ließ sich viel Zeit und konnte kaum etwas eklären (leider blieb das nicht das einzige Mal in Oslo). Wie bereits gesagt, ist Oslo sehr teuer und so zahlten wir für beide Gerichte und zwei Limonaden etwa 60€ (alkoholische Getränke sind erst recht teuer, auf 10€ für ein Bier im Restaurant sollte man sich einstellen).

Oslo Promenade
Festung Akershus bei Nacht

Oslo Restaurant Rorbua Oslo Restaurant Rorbua

 

Tag 2: Museum, Museum, Museum … lohnt sich der Oslo-Pass?

Unser zweiter Tag begann zeitig. Wir hatten uns nur für einen Tag den Oslo-Pass gekauft und wollten somit so viele Museen wie möglich an einem Tag besichtigen. Bereits am Vorabend hatte ich mir eine Route überlegt und die Öffnungszeiten der interessantesten Ausstellungen aufgeschrieben.

Den Olso-Pass kann man Online oder in vielen Verkaufsstellen kaufen (Verkaufsstellen). Im Anker-Hostel bekam man ihn direkt an der Rezeption. Man kann verschiedene Varianten kaufen, die folgenden Preise gelten für Erwachsene 2017:

24 Stunden: 395 NOK (41,50€)
48 Stunden: 595 NOK (63€)
72 Stunden: 745 NOK(78,50€)

Möchte man den Pass aktivieren, trägt man auf der Vorderseite Datum und Zeit ein – ab dieser Zeit gilt der Pass dann die angegebene Dauer.

Oslo bietet eine Menge interessanter und touristischer Museen. Einige sind kostenlos, die meisten kosten aber um die 10€ pro Person (teilweise gibt es Vergünstigungen, wenn man mehrere Museen besichtigt). Mit dem Oslo-Pass kann man fast alle Museen kostenlos besichtigen, den Nahverkehr kostenfrei nutzen und bekommt Rabatt in vielen Restaurants (mehr Infos gibts auf der Website). Wir fuhren also gegen 9:30 Uhr früh mit dem Bus 30 vom Hostel aus zur Museumshalbinsel Bygdøy. 

 

 

Vikingskipshuset (Wikingerschiffmuseum)

Pünktlich zur Eröffnung um 10 Uhr erreichten wir das Vikingerschiffmuseum. Dieses Musem beinhaltet zwei beeindruckende große Vikingerschiffe (Gokstad, Oseberg) sowie Reste eines dritten großen Schiffes (Tuneschiff) und weitere Ausstellungsstücke aus der Vikingerzeit. Die Vikinger nutzten diese Schiffe lange Zeit für ihre Seefahrten. Wenn aber eine wichtige Persönlichkeit starb, so holte man das Schiff an Land und verwendete es als Grabkammer: Man belud es mit dem Leichnam und vielen Grabbeigaben und vergrub es. Für die Besichtigung und die Videoshow haben wir ziemlich genau eine Stunde gebraucht. Übrigens kann man das Ticket des Wikingerschiffmuseums auch für das historische Museum nutzen (gilt 48h).

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Norsk Folkemuseum (norwegisches Volksmuseum)

Gleich nach dem Wikingerschiffmuseum besuchten wir das Norsk Folkemuseum (nach einer kurzen Pause für Cafe und Kuchen = 20€). Dieses Museum sollte man eigentlich besser im Sommer besuchen, da es im Winter nur kurze Öffnungszeiten bietet (11-15 Uhr) und die Tiere auch nicht draußen sind. Da wir aber einmal da waren, schauten wir vorbei. Das Museum beleuchtet das norwegische Leben in Stadt und Land von früher bis heute. Auf dem riesigen Areal findet man unter anderem Farmhäuser und nachgebildete Dörfer aus verschiedenen Epochen (auch eine Farm aus den 1950er Jahren ist dabei), eine tolle Stabkirche (Stabkirche Gol), eine kleine Altstadt mit einer Tankstelle, einer alten Apotheke, Häusern vom Stadtrand und Stadtinneren mit ihren Einrichtungen. Seit 2009 findet man auch ein wiederaufgebautes Mehrparteienhaus, dass der Stadterweiterung Oslos weichen musste. In diesem Haus wird die norwegische Wohnkultur bis in die Gegenwart ausgestellt. Wie ihr bereits lesen könnt, ist das Musem sehr groß. Leider finden derzeit Umbauten statt und im Winter kann man einiges gar nicht besichtigen. Trotzdem blieben wir zwei Stunden dort, das reicht aber nur um einen Bruchteil zu besuchen. Will man alles lesen, sollte man mindestens drei Stunden einplanen. Meiner Begleitung gefiel das Musem sehr gut, ich fand es irgendwann ein wenig öde.

Kon-Tiki-Museum

Und weiter gehts. Nur wenige Busminuten vom Norsk-Folkemuseum entfernt findet man drei weitere Museen – Kon-Tiki-, Fram- und Norsk-Maritimt-Museum. Das Kon-Tiki-Museum dreht sich um das Leben und Schaffen des berühmten Forschungsreisenden und Umweltaktivisten Thor Heyerdahl. Es zeigt das originale Kon-Tiki-Floß und das Papyrus-Boot Ra II sowie weitere Ausstellungsstücke seiner Reisen. Im Untergeschoss kann man ein Video mit Ausschnitten der Originaldokumentation über die Reise mit dem Floß sehen. Die Ausstellung ist toll eingerichtet und man braucht für die Besichtigung ca. 1-1,5h. Mir hat das Museum sehr gut gefallen. Auch wenn euch Kon-Tiki nichts sagt, solltet ihr hier mal reinschauen, denn die Reisen von Thor Heyendahl waren große Abenteuer und regen die Fantasie an. Im Winter hat das Musem bis 16 Uhr geöffnet.

 

Fram-Museum

Nach einer weiteren kurzen Pause für ein Erfrischungsgetränk und ein Sandwich (20€), gingen wir in das Fram-Museum. Das Fram-Museum beinhaltet die Geschichte weiterer großer norwegischer Seefahrer. So werden die Exkursionen von Fridtjof Nansen und Roald Amundsen genau Beschrieben. Ein großer Teil des Museums dreht sich um den tragischen Wettlauf zum Südpol zwischen Roald Amundsen und Robert Falcon Scott, der einer von beiden das Leben kostete. Die Ausstellung beinhaltet die beiden Expeditionsschiffe Gjøa und Fram, welche für die Ausstellung komplett restauriert wurden. Man kann beide Schiffe betreten und sich ein Bild vom Leben unter und über Deck machen. Für einen Besuch des Museums sollte man mindestens 2h einplanen. Es gibt viel Interessantes zu lesen, zwei tolle Filme, die Schiffe, Ausrüstungsstücke und Hintergrundinformationen. Ein wirklich tolles Museum. Im Winter hat es bis 17 Uhr geöffnet.

 

Nobel Peace Center

Das Norsk-Maritimt-Museum ließen wir aus, da wir nun mittlerweile schon genug Schiffe und Schifffahrtsequipment gesehen hatten und fuhren mit dem Bus zurück in die Stadt zum Nobel Peace Center. Hier kann man wissenswertes über das Lebens Nobels, die Entstehung des Nobelpreises, die Kategorien, Nominierten und Gewinner erfahren. Besonders toll ist ein Raum mit einem Tablet für jeden Gewinner des Friedensnobelpreises. Man kann nachlesen, was diese Personen in ihrem Leben erreicht haben und bekommt weitere Hintergrundinfos. Aller paar Minuten wird die Rede eines Gewinners eingespielt – sehr beeindruckend. Für die Ausstellung benötigt man ca. 1h, Audio-Guides können am Eingang kostenfrei ausgeliehen werden. Im Winter ist das Musem bis 18 Uhr geöffnet.

 

Und lohnt sich der Oslo Pass nun?

Pro Person haben wir etwa 42€ für einen Tag Oslo-Pass bezahlt. Wenn man gegenrechnet, dass die guten Museen im Schnitt 10€ Eintritt kosten und man noch den Bus zur Museumsinsel nehmen muss, hätten wir für das gleiche Geld nur drei Museen besuchen können (Tageskarte für den Nahverkehr kostet etwa 9€). Sicher will nicht jeder so eine verrückte Museentour machen, wie wir. Ich denke, dass drei Museen den meisten Touris schon reichen werden. Dennoch empfehlen ich den Pass zu kaufen – wenn der Nahverkehr den kompletten Tag kostenlos ist, greift man schon eher mal zu Bus oder Bahn und Rabatte in Restaurants gibt es auch noch. Auch die Fähre B1, die die kleinen Inseln im Fjord vor der Stadt abfährt, kann mit dem Pass genutzt werden – ideal für eine kleine Bootstour oder einen Ausflug. Man sollte aber vorher gut abstimmen, was man alles besichtigen möchte und ob man den Pass wirklich für mehrere Tage braucht. Viele Dinge in der Innenstadt kann man zu Fuß erreichen und sind kostenlos, z.B. das Rathaus, die Nationalgallerie am Donnerstagabend, der Vigelandpark, … . Wir haben den Pass nur einen Tag während unseres Aufenthaltes gebraucht.

 

Vulkan, Mathallen, Grünerløkka

Im Anschluss an unsere verrückte Museen-Tour ruhten wir uns kurz im Hostel aus und liefen dann ein Stück entlang des Flusses Akerselva Richtung Norden. Hier kommt man nach einer Weile am Club Blå vorbei, einer Alternativen Oase neben dem ehemaligen Vulkan-Fabrikgelände, dass jetzt nobel aussieht. Der Club ist bei Studenten und Touristen sehr beliebt, zumal es der einzig wirklich alternative Ort (runtergekommen, Graffiti, …) ist, den wir gesehen haben.

Etwas weiter nördlich bei Vulkan kommt man zur Mathallen, einer Lebensmittel-Markthalle. Hier gibt es lokale norwegische Produkte von Kleinproduzenten aber auch internationale Spezialitäten. Es gibt Delikatessenläden, kleine und größere Stände mit frischen Lebensmitteln. Wer mal nicht ganz so teuer essen möchte, der sollte sich hier umschauen – für norwegische Verhältnisse findet man hier und da was günstiges. Man hat nur keine Ruhe beim Essen, es ist nun einmal eine Markthallte.

Hinter der Mathallen kann man über eine Brücke (hier befindet sich ganz nebenbei ein kleiner Wasserfall) ins „Szene“-Viertel Grünerløkka laufen. Das machten wir auch, denn wir waren mal wieder hungrig. Ich hatte vor meiner Reise viele tolle Berichte über Günerløkka gelesen – es wäre Oslos Trendy Neighborhood. Also stellte ich mich auf tolle Restaurants, Szenebars und Lokale ein – und wurde ein wenig enttäuscht. Wer hier ein Szeneviertel á la Prenzlauer Berg oder Dresdner Neustadt sucht, der wird es nicht finden. Günerløkka  ist ganz nett, es gibt einige Restaurants und Bars (auch nicht zu viele), einige Clubs und einen kleinen Park. Es gibt hier ein paar asiatische Restaurants, einen Mexikaner, natürlich ein Irish Pub, ein paar Italiener und einige lokale Restaurants. Es gibt ein, zwei Restaurants, die ausgefallene Sachen servieren, wie z.B. das Markveien Mat & Vinhus AS, das Eldhuset oder Way Down South, der Rest ist jedoch irgendwie Einheitsbrei: Gefühlt rühmt sich jedes zweite Restaurant mit den besten Burgern der Stadt, die Menüs sind oft relativ übersichtlich und beinhalten fast immer Burger, Sandwiches und Salate. Nach langem Suchen (ich möchte in Norwegen ja nicht unbedingt zum Italiener essen gehen), sind wir schließlich in der Mikro-Brewery BD57 (Brewdog) hängen geblieben. Es gab natürlich Burger und eine größere Auswahl an Bieren – leider kann man davon nicht viele probieren, da die Preise bei 10-12€ für 0,33l liegen. Der Service war zum zweiten Mal relativ bescheiden (unaufmerksamer Kellner und man muss hier auch an der Bar bestellen), dafür war das Essen zum zweiten Mal sehr lecker.

 

Tag 3: Walking Tour, Opera, Festung Akershus, Rathaus, Vigeland-Park, Bootstour

Am dritten Tag wollten wir früh eine Tour mit der Fähre B1 zu den kleinen Inseln machen, da die 24h von unserem Pass noch nicht zu Ende waren. Leider war es sehr nebelig, sodass wir uns stattdessen für eine Free-Walking-Tour entschieden haben. Diese startet 10 Uhr auf dem Platz vor dem Bahnhof und dauert ca. 1h.

Im Anschluss haben wir uns das tolle Opernhaus (in Form eines Eisbergs) nochmal näher angeschaut (reingehen konnte man leider nicht). So im Nebel sah alles sehr mystisch aus.

Nach dem Opernhaus liefen wir an der Börse vorbei zur Festung Akershus. Diese wurde um 1300 gebaut und hatte eine lebhafte Geschichte, geprägt von Zerstörung, Wiederaufbau, Belagerung und Besatzung. In der Festung befinden sich mehrere Museen, z.B. das Armed Forced Museum oder das Resistance Museum. Wir sind nur so durch die Anlage gelaufen – das geht kostenlos und im Visitor Center kann man sogar noch viele Hintergrundinformationen lesen.

Weiter ging es zum Osloer Dom und danach am Parlament vorbei (Besichtigungen sind nur Samstags 10.00 Uhr und 11:30 Uhr als Guided Tour möglich) zum Rathaus. Dieses sieht von außen zwar recht langweilig aus, bietet im Inneren aber sehr schöne Wandmalereien und toll gestaltete Amtszimmer. Ein Besuch lohnt sich!

Danach zog sich der Nebel langsam zurück und wir nahmen die Fähre B1 – eine Rundfahrt mit Stopps an mehreren Inseln. Sie dauert etwa 1h und kostet wie ein Einzelticket für eine Zone im Nahverkehr (33 Kronen).

Als letzte große Sehenswürdigkeit haben wir uns den Vigeland-Skulpturenpark angeschaut. Dieser ist Teil des Frogner-Parks. Man kann ihn entweder zu Fuß oder Bus erreichen, der Eintritt ist frei. Der Park zeigt 212 Stein- und Bronzeskulpturen des norwegischen Bildhauers Gustav Vigeland. Viele der Skulpturen zeigen den Kreislauf des Lebens. Der Park ist toll angelegt und lädt bei gutem Wetter zum Verweilen ein.

Am Abend sind wir über die Karl-Johans-Gate geschlendet (noch ein bisschen Souvenir-Shopping)  und haben erneut in Günerløkka gegessen. Dieses Mal waren wir in der Retro-Bar. Ich habe Köttbullar (klingt nach Ikea, ich weiß^^) und meine Begleitung eine Fischsuppe gegessen. Das Essen war wieder lecker und dieses Mal hat sogar der Service gepasst. Am Sonntagmorgen ging es dann zurück nach Hause.

 


Aktion – Deal des Tages*

Fazit Oslo

Oslo ist eine tolle kleine Stadt am Fjord. Mir hat besonders gut gefallen, dass man fast alles zu Fuß laufen kann. Es gibt tolle Musseen, die sich wirklich lohnen, ein schickes Rathaus (zumindest von Innen) und einen tollen Park. Wenn eine Stadt am Wasser liegt, ist sie immer gleich ein Stück interessanter – und so ist es auch hier. Das Hafenviertel Aker-Brygge sieht spitze aus und die kleinen Inseln vor der Stadt geben ein tolles Panorama. Die Leute in Oslo sind nett und absolut jeder, von jung bis alt, spricht perfekt Englisch (obwohl man viele norwegische Worte auch so verstehen kann). Übrigens gehören die Leute in Norwegen zu den glücklichsten der Welt, wahrscheinlich liegt das am tollen Sozialsystem und hohen Lebensstandard des Landes. Weniger gut gefallen haben mir die Preise für das Essen – es war zwar alles lecker, aber ich hätte bei so viel Geld mehr Service erwartet und Alkohol ist einfach überzogen teuer. Das Trendviertel Günerløkka gehört zu einem Oslo-Besuch auf jeden Fall dazu, auch wenn ich ein wenig enttäuscht war, da viele Blogs und Berichte es viel interessanter beschrieben haben.

Übrigens: Man kann in Oslo überall mit Karte bezahlen – ich habe dieses Mal gar kein Geld getauscht oder abgehoben, sondern immer nur die Karte genutzt.

Für einen Wochenendtrip kann ich Oslo sehr empfehlen. Es gibt nicht übermäßig viel zu sehen, sodass man mit drei Tagen hinkommt. Nur im November würde ich nicht nochmal reisen – wir hatten zwar Glück mit dem Wetter, aber es war schon sehr kalt und viel zu zeitig dunkel (daran orientieren sich auch viele Öffnungszeiten). Sommer ist da sicher die beste Wahl oder den richtigen Winter um das Winterwunderland Norwegen zu sehen.

Die Fotos im Artikel habe ich übrigens schon mit meiner neuen Kamera gemacht, musste sie aber stark komprimieren, damit die Seite nicht zu lange lädt.

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