Malaysia – Penang – Reif für die Insel

Penang Streetart

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Ipoh fuhr ich mit dem Bus weiter nach Penang.

Im letzten Artikel habe ich euch von White Coffee, Streetart und dem besten Host auf meiner Reise* berichtet. Heute geht es um meine Weiterreise mit dem Bus nach Penang. Vom Guest House bestellte ich ein Fahrzeug mit Grab und ließ mich zur Station Amanjaya bringen.

 

Über Penang

Penang ist eine knapp 300 km² große Insel im gleichnamigen Bundesstaat im Nordwesten von Malaysia. Die Insel ist stark besiedelt, es leben über 1,5 Mio. hauptsächlich chinesischstämmige Malaysier dort, die größte Stadt ist George Town. Man erreicht die Insel entweder über eine Brücke, per Fähre von Butterworth nach George Town oder per Flugzeug (Penang International Airport).

Die Geschichte Penangs ist, wie die von ganz Malaysia, von vielen verschiedenen kulturellen Einflüssen geprägt. Erst nach dem zweiten Weltkrieg, in dem die Insel von den Japanern stark bombardiert und nach der Evakuierung aller Europäer (die anderen Einwohner überließ man ihrem Schicksal) besetzt wurde, wurde die Insel 1957 unabhängig. 1962 ging sie an Malaysia. In den darauffolgenden Jahren entwickelte Lim Chong Eu, der Ministerpräsident von Penang, die Insel zum „Silicon Island“ durch die Ansiedelung vieler Unternehmen aus der Elektronikbranche. Heutzutage ist die Elektronikbranche, neben dem Tourismus, die wichtigste Einkommensquelle der Insel. Die Ansiedelung von Unternehmen wird durch Freihandelszonen erleichtert.

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Anreise und Unterkunft

Von Ipoh Amanyaja nahm ich einen Bus zum Fährterminal Butterworth. Es gibt auch Busse, die direkt auf die Insel fahren, jedoch gibt es auf der Brücke oft Stau und ich fand eine Fahrt mit der Fähre einfach die bessere Idee (zumal ich erst am Abend ankam und den Sonnenuntergang vom Boot aus beobachten konnte). Da am Terminal gerade gebaut wird, müsst ihr von der Haltestelle aus noch mit einem Kleinbus zur Fähre fahren. Die Überfahrt dauert nur ca. 30 Minuten – neben vielen Backpackern findet man natürlich auch wieder etliche Autos, Roller und Mofas auf dem Boot.

Georgetown ist nicht wahnsinnig groß und die meisten Hostels und Hotels sind von der Fähre aus zu Fuß erreichbar. Ich übernachtete im Old Penang Guesthouse* in der Love Lane, mitten im wuseligen Backpacker und Touristenviertel. Das Gästehaus ist sehr zentral gelegen, die Zimmer sind groß, zur Übernachtung gehört ein kleines Frühstück. An der Rezeption kann man viele Tipps und Infos erhalten, außerdem kann man dort seine Wäsche abgeben und günstig waschen lassen (super, da ich ja nur für eine Woche gepackt hatte :). Einziger Nachteil – aufgrund der guten Lage in der Nähe zu vielen Bars und Restaurants ist es draußen und im Gästehaus nicht wirklich ruhig (und lasst euch auf jeden Fall Moskitospray geben).

Wenige Tage nach meinem Aufenthalt fand das Chinese New Year statt. Daher war die Stadt überall mit Girlanden und Wimpeln geschmückt. Da ich erst in der Nacht ankam konnte ich schon einige tolle Fotos auf dem Weg von der Fähre zum Guesthouse schießen (hatte wieder meine kleine Sony RX 100 III dabei – die Nachtaufnahmen können wirklich sehr überzeugen).

 

Sehenswürdigkeiten

China House

Das China-Haus ist ein Zusammenschluss von drei traditionellen chinesischen Gebäuden, verbunden durch einen Garten. Es beinhaltet 14 Shops, Restaurants, Cafes. Es ist nicht ganz günstig, aber allein die leckeren Kuchen im Eingangsbereich und die vielen tollen Bilder an den Wänden sind ein Besuch wert.

 

Love Lane

An der Love Lane steht das Old Penang Guest House, hier gibt es aber auch sehr viele Bars, Restaurants und Cafes. Es ist nicht genau klar, wo der Name der Straße her rührt – einige sagen, dass es einen britischen Offizier namens Love gab, andere sagen, dass viele reiche Chinesen ihre Mätressen hier in der Straße hatten (das kennen wir ja schon aus Ipoh). Vor allem nachts solltet ihr einmal die Straße entlang laufen – es gibt viele tolle Bars, einige sogar mit Live Musik.

Old Penang Guest House
Old Penang Guest House

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Penang Hill

Der Penang Hill liegt etwa 6 km außerhalb von Penang und ist mit 830 m der höchste Punkt der Insel. Von dem Old Penang Guest House aus braucht ihr einfach nur auf der Love Lane Richtung Süden laufen, ihr kommt auf die Lebuh Chulia. Auf deren gegenüberliegender Seite, vor dem Chulia Court, gibt es eine Bushaltestelle namens Opps Rumuh Tumpangan O Live Spring Hotel. Von dort gehen einige Busse, u.a. 201, zur Fähre (Jetty). Dort nehmt ihr den Bus 204 nach Jalan Bukit Bendera, um an der Talstation für die Fahrt zum Penang Hill anzukommen. Eine andere Möglichkeit ist Grab, Uber oder Taxi.

Seid ihr an der Talstation angekommen, könnt ihr den Zug auf den Hügel nehmen (durch das Moon Gate, in der Nähe vom botanischen Garten kann man auch durch den Dschungel auf den Hügel wandern – es dauert jedoch 2-3 h und ist sehr anstrengend). Ein Ticket kostet 30 RM für Hin- und Rückweg – falls viele Leute anstehen, könnt ihr auch ein Ticket für 60 RM für die Fastlane nehmen (für Einheimische kostet ein Ticket übrigens nur 8 RM). Die Fahrt nach oben dauert nur 5-10 Minuten.

Oben angekommen betretet ihr zuerst die Aussichtsplattform und lauft danach den Weg weiter hinauf zum Gipfel. Neben dem tollen Ausblick hat der Hügel noch so einiges mehr zu bieten. Es gibt einen Erdbebensimulator, einen Tempel (Sri Aruloli Thirumurugan), eine Moschee, das älteste Gebäude der Insel, ein Eulenmuseum, eine Art Liebesgarten in dem man total kitschige Fotos machen kann (sowas kennen wir ja auch China schon), ein Spa, ein Dinosauriergarten, Restaurants und einiges mehr.  Es kommt einem wie ein total seltsam zusammengewürfelter Mix von verschiedenen Attraktionen vor. Durch den Dschungel auf dem Hügel kann man übrigens auch wandern – es gibt viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten (u.a. viele Affen). Die Website von Penang Hill gibt eine Übersicht über alle Attraktionen.

An dem Tag, als ich den Penang Hill besuchte, wurde der Tempel leider gerade renoviert. Dennoch gab es einiges zu sehen. Für den gesamten Besuch sollte man 2-3 h einplanen.

 

Kek Lok Si Tempel

Nachdem ich mit der Bahn wieder im Tal angekommen war, wollte ich den Bus 204 nehmen, um zum Kek Lok Si Tempel zu gelangen. Irgendwie kam der Bus jedoch ewig nicht, also nahm ich ein Taxi. Im Grunde genommen kann man auch laufen, es dauert nur ca. 15 Minuten. Der Kek-Lok-Si („Tempel des höchsten Glücks“) ist ein chinesisch-buddhistischer Tempel, er ist der größte buddhistische Tempel Malaysias. Sein Bau begann 1890 und ist bis heute nicht abgeschlossen. Durch viele Spenden erfolgreicher chinesischer Unternehmer wird die Anlage immer wieder erweitert. Schon von Weitem kann man die Pagode der 10.000 Buddhas sehen, die 1930 erbaut wurde. 2002 wurde eine weitere 30 m hohe Bronze-Statue in der Pagode eingeweiht.

Bevor ihr den Tempel betreten könnt, müsst ihr aber erst einen steilen Berg hinaufsteigen. In den Gängen befinden sich viele kleine Souvenirshops mit Kleidung und anderen Dingen. Ab dem Tempeleingang lauft ihr an etlichen Buddhastatuen und zahlreichen Andachtshallen vorbei. Alles ist wunderbar geschmückt und mit wunderbaren Verzierungen versehen. Es riecht nach Räucherstäbchen und hier und da laufen Mönche durch die Anlage. Um zur dreißig Meter hohen Pagode der zehntausend Buddhas zu kommen müsst ihr einen kleinen Aufzug nutzen (gegen eine geringe Gebühr). Er bringt euch zu einer erhöhten Plattform mit einem Teich voller Koi-Karpfen.

Auch bei meinem Besuch sah man überall die Vorbereitungen in der Anlage für das chinesische Neujahrsfest. Für einen Zeitraum von 30 Tagen nach dem Fest bleibt der Tempel bis spät in die Nacht geöffnet und wird von tausenden Lampen beleuchtet.

Kurios: In einem Shop im Tempel kann man eine sitzende Skulptur eines Buddhas kaufen – die sieht so täuschend echt aus, dass ich dachte, dass da wirklich ein Buddha unterm Glaskasten sitzt – sehr unheimlich. Im gleichen Shop kann man auch zig verschiedene Steine kaufen – jeder hilft für etwas anderes (Glück, Gesundheit, Erfolg in der Karriere, …).

 

Avatar Secret Garden

Nördlich von George Town befinden sich viele Wohn- und Hotelanlagen an der Nordküste der Insel. Mit dem Bus 101 könnte ihr einen Abstecher zum Strand machen und am Abend an der Station Flat Uda, Jalan Tanjong Tokong aussteigen. Dort befindet sich eine großer Fressmarkt (Viva Local Food Haven), einige kleinere Bars und der sog. Avatar Secret Garden. Dabei handelt es sich es sich um einen kleinen Park neben dem Thai Pak Koong Temple Tanjung Tokong, der nachts von tausenden LEDs beleuchtet wird. Es ist nicht die großartigste Touristenattraktion, jedoch sieht es im Dunkeln sehr schön aus und man kann neben der Anlage noch einige Zeit an der Küste verweilen oder in der wunderbaren Bora Bora Bar um die Ecke einen Cocktail trinken (dort kann man sogar übernachten*).

 

Batu Feringghi

Batu Feringghi erreicht man ebenfalls mit dem Bus 101 von Georgetown aus (fahrt einfach noch ein wenig weiter und steigt z.B. bei Opps The Ship aus). Hier gibt es einen tollen Sandstrand, viele Hotelanlagen (u.a. Shangri-La* und Hard Rock Hotel*) und Restaurants sowie einen Nachtmarkt.

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Streetart

Nicht nur Ipoh kann Streetart, Penang auch und das sogar ziemlich gut. Neben den Metallskulpturen mit lustigen/interessanten Sprüchen, die überall in der Stadt zu finden sind, gibt es noch viele tolle Malereien an den Häuserwänden in der Stadt. Hier findet ihr u.a. ein Prospekt mit den Locations der Kunstwerke.

 

Weitere Sehenswürdigkeiten

Es gibt noch viele weitere Sehenswürdigkeiten in Penang, die ich nicht besucht habe. Hier eine Auswahl:

Der Tropical Spice Garden befindet sich in der Nähe von Batu Feringghi. Der sechs Hektor große Garten beinhaltet viele verschiedene asiatische Gewürze. Neben geführten Touren kann man den Park auch alleine durchschlendern oder an Kochkursen teilnehmen.

In George Town gibt es noch einen botanischen Garten, den Kuan Yin Tempel, Fort Cornwallis und noch vieles mehr.

Im Südosten der Insel befindet sich der Schlangentempel, eine von Pilgern häufig besuchte Tempelanlage und im Westen findet ihr eine große Schmetterlingsfarm.

 

Fazit

Penang hat mir sehr gut gefallen, leider war die Zeit wie immer zu kurz. Auf dieser Insel mit ihrem ganz besonderen Flair kann man gut und gerne einige Wochen verbringen und die Seele baumeln lassen. Die Strände sind toll, die Bars und Restaurants super und überall findet man weitere Backpacker. Chinese New Year wäre in Penang sicher super gewesen, aber ich hatte es in meiner Reiseroute nicht mit eingeplant. Der nächste Stopp meiner Reise sollte nicht Langkawi (wie viele wahrscheinlich vermuten) sondern Pulau Pangkor sein.

Ein paar Links und Tipps:

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