Zwei Wochen Malaysia – Backpacking über die malaiische Halbinsel

Petronas Towers

Um dem ekelhaften deutschen Winter zu entfliehen bin ich kurzerhand zwei Wochen nach Malaysia geflogen. Bei sagenhaften 30-35 Grad Celsius habe ich mir Strände, Dschungel und geniale Großstädte angeschaut. Warum ihr Malaysia besuchen solltet und was es zu sehen gibt, lest ihr in den folgenden Reiseberichten.

Reisevorbereitungen

Eigentlich wollte ich ja nach Sri Lanka reisen. Da es aber keine günstigen Flüge gab, führte mich meine Suche erstmal zu den Philippinen. Da es dort nicht unbedingt sicher ist derzeit (Dutertes Kampf gegen die Drogen, Islamisten und Co.), suchte ich weiter nach anderen günstigen Flügen. Nach kurzer Suche landete ich bei einem Flug nach Kuala Lumpur für 380€ pro Person (Hin- und Zurück) mit Saudia Airlines. Ich bin zwar noch nie mit Saudia geflogen und ich kenne Malaysia kaum, aber das Angebot war zu verlockend, um es abzulehnen.

 

Tipp: Übrigens suche ich Flüge meist über die Powersuche bei Swoodoo und verfeinere dann einfach stückweise die Daten, bis es passt.

 

Reiseführer

Bei Amazon kaufte ich mir noch den MARCO POLO Reiseführer Malaysia*. Dieser ist nicht allzu umfangreich und konzentriert sich nur auf die Hauptsehenswürdigkeiten, dafür passt er in jedes Gepäck.

Rucksack

Da meine Reisen oft Kurzaufenthalte oder Dienstreisen sind, bin ich normalerweise mit Reisekoffer unterwegs. Daher musste ein Rucksack zum Backpacking her. Erst überlegte ich mir einen Rucksack bei Amazon zu kaufen, da gibt es einige erstaunlich gut bewertete und günstige Rucksäcke. Da mir aber die Erfahrung fehlte und ich nicht zwei Wochen mit Rückenschmerzen rumlaufen wollte, ging ich in den Globetrotter Shop in München und ließ mich beraten. Dieser Laden ist übrigens total genial – man findet echt alles zum Thema Outdoor. Bei den Rucksäcken gibt es eine große Auswahl bekannter Marken (teilweise bepackt, damit man auch mal richtiges Gewicht testen kann). Ich habe mich für den Deuter Aircontact 55+10* in grau/schwarz entschieden. Der macht einen erstaunlich stabilen Eindruck, ist sehr bequem und richtig funktional (Regenschutz ist auch dabei). Da man normalerweise nur Kleidung für eine Woche packt, sind 55l (+10) auch vollkommen ausreichend. Wenn ich Zeit habe, schreibe ich euch noch einen Testbericht zum Rucksack und erkläre, wie man richtig packt.

 

Schutzimpfungen

Natürlich informierte ich mich noch nach erforderlichen Schutzimpfungen und ließ Tollwut, Japanische Enzephalitis und Typhus auffrischen. Kostenpunkt 263€ – mit den Tipps vom Centrum für Reisemedizin habe ich das Geld ganz einfach von der Krankenkasse zurückerstatten lassen (bitte vorher auf der Seite prüfen was eure Kasse zahlt).

 

Cameron Highlands
Alles grün in den Cameron Highlands

 

Allgemeines zu Malaysia

Malaysia ist ein extrem vielfältiges Land – hier gibt es einen bunten Mix aus verschiedensten Kulturen, Religionen und Sprachen. Mindestens genauso abwechslungsreich sind die Sehenswürdigkeiten – von pulsierenden, hochentwickelten Großstädten (wie Kuala Lumpur) über große Dschungelgebiete (wie Taman Negara) und saftig grüne Bergregionen (wie Cameron Highlands) bis hin zu wunderschönen kleinen Inselparadiesen (wie Pulau Pangkor) gibt es hier alles, was das Herz begehrt. Malaysia besteht aus zwei großen Teilen – der malaiischen Halbinsel und einem großen Teil der Insel Borneo – und etlichen weiteren kleineren Inseln. Die höchste Erhebung ist der 4095 m hohe Kinabalu auf Borneo. Malaysia ist eine konstitutionelle Wahlmonarchie und hat 31 Mio. Einwohner. Der König wird auf fünf Jahre gewählt. Die Hauptstadt ist Kuala Lumpur, sie ist auch die größte Stadt Malaysias mit 1,6 Mio. Einwohnern im Stadtkern und 8 Mio. Einwohnern in der Metropolregion. Weltbekannt ist die Stadt durch die 452 m hohen Petronas Towers.

50,4% der Bevölkerung Malaysias sind Malaien, 23,7% Chinesen, 11% indigene Völker, 7,1% Inder und 7,8% Sonstige. Die Amtssprache ist Malaysisch, jedoch spricht so ziemlich jeder aufgrund der britischen Kolonialzeit Englisch – das macht das Reisen hier unheimlich einfach. Die Staatsreligion ist der Islam, rund 60% der Bevölkerung bekennt sich dazu. Weitere Religionen sind aufgrund der vielen Chinesen u.a. Buddhismus (20%), Daoismus, Konfuzianismus und aufgrund der Inder Hinduismus (6,5%). Christen gibt es in allen Bevölkerungsgruppen (ca. 9%).

Weitere Infos gibt es bei Wikipedia.

Darf auf keiner Flugreise fehlen*:

 

Wetter – Wichtig: Regenzeiten

In Malaysia ist es ganzjährig warm und feucht – es herrscht tropisches Regenwaldklima. Tagsüber liegen die Temperaturen bei 30-35°C und nachts kühlt es selten unter 20°C ab. In den Highlands kann es natürlich ein wenig kälter sein, aber auch hier sinken die Temperaturen auch nachts kaum unter 12°C.

Vor eine Reise nach Malaysia sollte man sich unbedingt Klimatabellen anschauen. Ein Teil von Malaysia liegt auf der malaiischen Halbinsel südlich von Thailand, der andere Teil auf Borneo – aber nicht nur zwischen diesen beiden großen Teilen, sondern auch zwischen der jeweiligen (Nord-)Ost- und (Nord-)Westküste gibt es Unterschiede. Hier ein Überblick:

  • Westküste der malaiischen Halbinsel: Kann man alljährlich besuchen, die meisten Regenschauer fallen aber in den Monaten März bis April und Oktober bis Dezember. Auf Penang und Langkawi gibt es die meisten Niederschläge von April bis Mai und September bis Oktober.
  • Ostküste der malaiischen Halbinsel: Beste Reisezeit ist Mitte März bis Mitte Oktober. Zwischen Ende Oktober und Februar kann es hier zu starkem Monsunregen kommen – viele Hotels sind in der Regenzeit vorübergehend geschlossen.
  • Borneo ist ganzjährig feucht und man muss mit etwas mehr Regen als in Westmalaysia rechnen. Im Norden von Sabah ist die beste Reisezeit Dezember bis Mai, im Oktober gibt es die meisten Niederschläge. Den Süden von Sabah sollte man im März bis September besuchen, die Regenzeit beginnt im Oktober, den meisten Niederschlag gibt es im Januar. In Sarawak  regnet es Oktober bis Februar am meisten.

Da ich meine Reise im Februar nur auf den westlichen Teil der westlichen Halbinsel beschränkte, hatte ich die ganze Zeit über Sonnenschein :).

 

Jalan Alor
Fressmarkt in Kuala Lumpur

 

Sollte jeder Traveller haben um unnötige Kosten für Übergepäck zu zahlen:*

 

Reiseplan:

Im Vorfeld meiner Reise erstelle ich einen groben Reiseplan und buchte die erste Unterkunft in Kuala Lumpur. Alles Weitere wollte ich dann während meiner Reise vor Ort buchen. Da in Malaysia aufgrund der kolonialen Vergangenheit alle Englisch sprechen, war das auch ohne Weitere möglich. Hier nun der Reiseplan:

Tag 1: Abreise aus Deutschland

Tag 2: Ankunft KL, Fahrt in die Stadt, Einchecken an Unterkunft, Besichtigung Batuh Caves, Abendessen Street Food

Tag 3: Stadtrundfahrt KL, Besichtigung Petronas Tower, Moschee, Tempel, chin. Einkaufsstraße

Tag 4: Ausfahrt nach Singapur, Stadtbesichtigung, Marina Bay Hotel

Tag 5: Reise KL nach Taman Negara Dschungel, Bootstour

Tag 6: Dschungeltour Taman Negara, Nachtwanderung

Tag 7: Reise Taman Negara nach Cameron Highlands

Tag 8: Tagestour Cameron Highlands mit Besichtigung Mossy Forrest, Teefelder und Teefabrik; nachmittags Abreise nach Ipoh

Tag 9: Besichtigung Ipoh, Höhlentempel, Street Art, Weiterreise nach Penang

Tag 10: Penang Tour, Tempel, Street Art, China House, Penang Hill

Tag 11-13: Reise Penang nach Pulau Pangkor und Ausspannen am Strand von Pangkor

Tag 14: Reise Pulau Pangkor nach KL, Rückflug nach Deutschland

Tag 15: Ankunft München

 

Das Reiseprogramm klingt auf den ersten Blick stressig und wie aus einem Westmalaysia-Reiseführer (dort wäre man jedoch nicht nach Pangkor, sondern nach Langkawi gereist). Die erste Woche war auch stressig, dafür taten die letzten Tage Ausruhen auf Pangkor Wunder. Im Nachhinein hätte ich einiges anders gemacht – Ipoh hätte ich zum Beispiel komplett ausgelassen (die Stadt