Malaysia – Taman Negara Nationalpark

Taman Negara Canopy Walkway

Zeitig am Morgen fuhr ich erst mit Bus, und dann mit dem Boot zum Taman Negara Nationalpark, dem ältesten Waldgebiet der Erde.

Gestern noch in der Metropole Singapur, heute schon auf dem Weg in den Dschungel… . Der Taman Negara Nationalpark in Malaysia beinhaltet das älteste Waldgebiet der Erde, der Dschungel ist 130 Mio. Jahre alt. Er beheimatet viele verschiedene Tierarten (u.a. Leoparden, Wildschweine, Hirsche, Affen, den asiatischen Elefanten, Malaysia-Tiger und Tapire), weiterhin über 600 Vogelarten, 1000 verschiedene Schmetterlinge sowie Insekten in großer Vielfalt. Der Park ist unbewohnt, außer einiger Orang Asli Siedlungen (indigene Völker der malaiischen Halbinsel). In Kuala Tahan, wo der dunkle, mit Humus angereicherte Sungai Tahan in den Sungai Tembeling mündet, gibt es ein gutes Tropenhotel und einige Pensionen sowie Bungalowanlagen für Backpacker – hier bin auch ich untergekommen.

 

Reiseführer Malaysia*

 

Anreise aus Kuala Lumpur mit Bus und Boot

Es gibt mehrere Wege von Kuala Lumpur zum Taman Negara Nationalpark. Man kann verschiedene (begleitete) Bustouren buchen oder sich selbst mit dem Auto oder Bus bzw. Boot auf den Weg machen. Ich entschied mich für die letzte Option. Falls ihr mit dem Auto anreisen wollt, gibt es hier einige Tipps. Kuala Tahan ist übrigens nicht der einzige Einstiegspunkt in den Dschungel, aber wahrscheinlich der einfachste und bekannteste. Hier gibt es eine Karte.

Ich habe mich für einen Transfer in den Park mit Han.Travel entschieden. Dort kann man u.a. von Kuala Lumpur oder Cameron Highlands aus Busse buchen. Von KL aus kann man zwischen einer kompletten Anreise mit dem Bus oder einer Kombination aus Bus und Boot wählen. Ich wählte die zweite Option (was sich später als Fehler herausstellte).

Die Reise begann 08:30 Uhr am Han.Travel Reisebüro in Kuala Lumpur (Von Regalia Residence aus steigt ihr bei PWTC in den Light Rail nach Süden und steigt bei Masjid Jamek um in den SPL Richtung Putra Heights. Nach einer Station steigt ihr bei Pasar Seni aus, das Büro liegt gleich neben der Station.). Mit Kleinbussen geht es von hier aus nach Kuala Tembeling, zwischen 11-12 Uhr kommt ihr dort an (unterwegs gibts es mindestens einen Stopp).

In Kuala Tembeling müsst ihr euch für den Parkbesuch bei den Mitarbeitern von Han.Travel registrieren und eine Zugangs- und Fotoerlaubnis kaufen (1 RM für den Zutritt und 5 RM pro Kamera). Weiterhin bieten euch die Angestellten einige Pakete an (die könnt ihr auch in Kuala Tahan noch kaufen). Ich entschied mich für eine Nachtwanderung. Danach müsst ihr noch bis kurz vor 14 Uhr ausharren, denn dann startet erst das Boot. Vor Ort gibt es ein kleines Restaurent, wo ihr etwas zu Essen kaufen könnt (mitunter das schlechteste Essen auf meiner Reise…).

Die Boote für die Weiterreise legen direkt vor dem Haus an. Sie sind relativ flach und liegen dennoch sehr gut auf dem Wasser – ihr sitzt hinten während euer Gepäck vorne auf einen großen Haufen geladen wird (ich dachte erst, dass alle rausfallen wird – aber das sieht nur so aus). Die Bootsfahrt dauert ca. 3 Stunden – wichtige Empfehlung: Nehmt einen Hut, Sonnencreme und ein Kissen mit. Die erste Stunde ist es noch interessant – man beobachtet den Flusslauf und sucht nach Tieren (leider gab es außer ein paar Kühen und Vögeln nichts interessantes zu sehen). Spätestens in der zweiten Stunde schlafen die meisten im Boot ein und in der dritten Stunde könnt ihr nicht mehr sitzen. Ich hatte mir die Bootstour eigentlich spannend vorgestellt – wollte viele große Tiere sehen, aber nach einer Weile hoffte ich nur, dass wir endlich ankommen.

 

Kuala Tahan – Hotel, schwimmende Restaurants und Pensionen

Schließlich kam das Boot in Kuala Tahan an und lud uns an einem der schwimmenden Restaurants im Fluss ab. Gleich nach der Ankunft gab es noch eine kurze Einweisung durch Leute von Hon.Travel (und man konnte wiedet etwas buchen), danach ging jeder in Richtung seiner Pension bzw. zum Hotel auf der anderen Seite des Flusses. Kuala Tahan ist eine kleine Siedlung am Südufer des Sungai Tembeling, in der Mitte des Flusses befinden sich einige schwimmende Restaurants, auf der andere Seite das Han Rainforrest Ressort und der Zugang zum Nationalpark. Den Fluss kann man in einem Boot für 1 RM überqueren.

Ich hatte meine Unterkunft noch nicht gebucht und das Han Rainforrest Ressort* war mir zu teuer (aber: im Gegensatz zum minderwertigen Essen in den schwimmenden Restaurants gibt es im Restaurant im Ressort sehr gute Speise und Getränke). Nachdem ich das Boot verlassen hatte, lief ich einfach mal in die kleine Siedlung und landete schlussendlich im Rainbow Guesthouse* – dort bekommt man ein Zimmer für zwei Personen für 70 RM pro Nacht (manchmal sogar weniger). Die Zimmer haben Dusche und WC und sind sehr einfach eingerichtet (in meinem Zimmer musste ich einen Eimer über den Abfluss der Dusche stellen). Es gibt WLAN, Klimaanlage, aber leider kein Frühstück (zum Glück ist gleich das Mahseer Chalet* – dort gibt es jeden Tag für 10 RM ein einfaches Frühstück auf der Terrasse).

 

Wasserstelle Lubok Simpon

Gleich nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, nahm ich ein Boot zur anderen Seite des Flusses und wanderte zur Wasserstelle Lubok Simpon, diese ist nur 500m vom Parkeingang entfernt und man soll dort Schwimmen können (folgt einfach dem Holzsteg vom Ressort aus Richtung Westen). Unterwegs hörte ich allerhand Insekten (Insektenschutz nicht vergessen!), sah aber leider keine weiteren Tiere. Die Wasserstelle selbst war dann doch nicht so toll, auch wenn das Wasser klar war. Der Zugang war schlammig und steinig (natürlich waren meine Wasserschuhe wieder im Guesthouse) und es schwamm recht viel Laub von den Bäumen herum. Dennoch reichte es für eine ganz kurze Erfrischung (es war ohnehin schon spät, da das Boot ja erst 17 Uhr ankam). Abendessen gab es in einem der schwimmenden Restaurants, das Essen war eher mittelmäßig.

 

Canopy Walkway

Die meisten, die sich mit dem Taman Negara Nationalpark beschäftigen, stolpern irgendwann über ein Foto vom Canopy Walkway. Dabei handelt es sich um einen Weg hoch an den Bäumen entlang (ähnlich Hochseilgarten) – es ist übrigens der längste der Welt. Von dort oben soll man sehr gut Tiere beobachten können. Ich machte mich also am darauffolgenden Tag gleich nach dem Frühstück auf den Weg. Dieses Mal nahm ich den Eingang zum Park in Richtung Nordosten. Gleich nach Beginn meiner Tour sah ich eine Gruppe Affen in den Bäumen (die bekommen wahrscheinlich immer mal was von den Touris). Der Weg zum Canopy Walkway beträgt ca. 1,2km, unterwegs lief ein Tapir über den Weg (übrigens kann man auch ein Boot nehmen, um ein wenig abzukürzen). Der Canopy Walkway kostet neben einem kleinen Eintritt vor allem Überwindung – wer nicht schwindelfrei ist oder Höhenangst hat, wird hier keinen Spaß haben.

Tiere habe ich von oben aus leider nicht gesehen (außer ein paar weiteren Insekten und Vögeln), dafür war der Weg sehr interessant, ein bisschen Bange war mir auch.

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Lata Berkoh und Kelah Fish Sanctuary

Da es an diesem Tag extrem heiß und schwül war, entschied ich mich nach dem Canopy Walkway nicht weiterzulaufen. Ich kehrte zum Han Rainforrest Ressort zurück und aß im sehr guten Restaurant zu Mittag. Im Anschluss buchte ich eine Bootstour zur zweiten Wasserstelle, Lata Berkoh. Kleiner Tipp am Rande: Bucht Bootstouren usw. vorher, dann könnt ihr gemeinsam mit anderen fahren. Alleine kann so eine Tour gleich mal 30-40€ kosten.

Nach Lata Berkoh kann man auch laufen (ca. 4km) oder man ist faul, wie ich, und fährt 20-30 Minuten mit dem Boot. Unterwegs sah ich wieder mal andere Vogelarten und ein Krokodil. Die letzten 200m der Tour muss man zu Fuß laufen, das Boot wartet an einer Anlegestelle. Lata Berkoh ist deutlich schöner als Lubok Simpon und hier kann man richtig im Wasser schwimmen (man muss nur auf die Strömung aufpassen).

Auf dem Rückweg hielten wir noch vom Kelah Fish Sanctuary. Man bekommt man einen Sack Futter und kann die ohnehin schon fetten Fische im Fluss noch dicker füttern (Kelah Fisch und Empurau Fisch).

 

Nachtwandung

Nach meiner Rückkehr von Lubok Lesong aß ich im Dorf bei einem Imbiss neben dem Teresek View Motel. Trotz des günstigen Preises schmeckte es hier sehr gut. Danach ging es auf zur Nachtwanderung. Erneut setzte ich mit dem Boot zum anderen Ufer über. Beim Rainforrest Ressort traf ich auf meine Gruppe und den Guide (arbeitet offiziell im Park). Mit ihm wanderten wir etwas mehr als zwei Stunden durch die Gegend auf der Suche nach allerhand Getier. Er erklärte sehr viel über die Natur, den Park und die vorhandenen Tierarten. Wir sahen verschieden Vogelarten, einen Tapir, Spinnen, Riesenameisen, eine Schlange und einen Skorpion (leuchten, wenn man sie mit Schwarzlicht anstrahlt – ein tolles Schauspiel).

 

Weiterreise nach Cameron Highlands und Fazit

An meinem dritten Tag frühstückte ich erneut auf der Terrasse beim Mahseer Chalet, danach packte ich meine Sachen und lief zum Bus. Ich hatte erneut bei Han.Travel gebucht, aber nicht zurück nach KL, sondern weiter nach Westen, Richtung Cameron Highlands. Die erste Fahrt erfolgte wieder im Kleinbus zurück nach Kuala Tembeling und dann mit einem größeren Bus weiter in das grüne Teeanbaugebiet Cameron Highlands.

Taman Negara hat mir gut gefallen, auch wenn ich mehr erwartet hatte. Auf die langweilige Anreise mit dem Boot würde ich beim nächsten Mal verzichten, auch würde ich nicht wieder in einem der schwimmenden Restaurants buchen. Weiterhin würde ich beim nächsten Mal eine 2-Tages-Tour in den Dschungel buchen (mit Übernachtung in einer Höhle), da man hier in der Nähe der Siedlung kaum Tiere beobachten kann.

 

Tipps:

  • Wenn ihr Elefanten sehen möchtet: Auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Kuala Tembeling kommt ihr am Wildlife Elephant Sanctuary vorbei. Ein Besuch soll sich lohnen.
  • Wenn ihr längere Touren im Nationalpark plant, dann nehmt euch viel Wasser (es ist sehr warm) und energiereiche Nahrung mit (ich habe immer ein paar Packungen Studentenfutter dabei, Trockenfleisch geht aber auch).
  • Auf keinsten Fall Mückenschutz* vergessen und Sonnencreme* einpacken.
  • Ein Hut, festes und geschlosssenes Schuhwerk sowie lange, geschlossene Kleidung (lange Hose) sind angebracht zum Wandern (hier gibt es auch giftige Tierarten und Pflanzen).
  • Wasserschuhe mitnehmen wenn ihr baden möchtet.

 

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