Ein Tag in Singapur – Die Löwenstadt Asiens

Marina Bay Ressort
Marina Bay Ressort

Wie im letzten Artikel zu Malaysia angekündigt, bin ich für einen Tag von Kuala Lumpur aus mit dem Bus nach Singapur gefahren.

Ein Tag meiner Malaysia-Rundreise führte mich nach Singapur. Von Kuala Lumpur nach Singapur fährt man, wenn man den Angaben der vielen verfügbaren Buslinien Glauben schenken möchte, nur 4,5h. Also buchte ich einen Bus zeitig am Morgen und machte mich auf den Weg. Bustickets kann man Online kaufen oder direkt am Busbahnhof – aufgrund der frühen Uhrzeit (ich wusste nicht, wann die Schalter am Bahnhof öffnen), entschied ich mich für ein Online-Ticket.

(Werbung)

Einige Busse fahren ab KL Sentral (am besten zu erreichen mit KTM Komuter von der Putra-Station aus – aber leider waren ja gerade Bauarbeiten). Stattdessen fuhr ich vom großen Busbahnhof Bersepadu Selatan (TBS) im Süden der Stadt – um den von Regalia Residence zu erreichen nehmt ihr entweder den KTM Komuter von der Putra Station aus (wenn es keine Bauarbeiten gibt), oder ihr geht um die Ecke und steigt bei der Station PWTC in den KL Light Rail Richtung Süden. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und ihr könnt direkt am Busbahnhof aussteigen.

Die Fernbusse in Malaysia sind super für längere Strecken (da könnte sich Flixbus mal eine Scheibe abschneiden). Die Sitze können fast komplett umgeklappt werden (wie in der Business-Class im Flugzeug) – super zum Schlafen. Leider herrscht im Bus Eiszeit – während es draußen 35 Grad sind, herrschen im Bus gefühlte 15 Grad. Ganz wichtig: Jacke und Schal nicht vergessen (kein Scherz – vor allem wenn ihr von Klimaanlagen schnell krank werdet, so wie ich). Anstatt 4,5h dauerte die Fahrt leider knapp 6h – das ist ganz normal, wie mir einige andere Passagiere sagten (zum Glück spricht hier jeder Englisch).

Malaysia Bus
Kein Scherz – in den Bussen herrscht Eiszeit während es draußen 35°C warm ist

Grenzübergang „Causeway“ – Brücke zwischen Malaysia und Singapur

Für mich kurios: Kurz vor der Grenze zu Singapur mussten alle mit ihrem Gepäck an der Grenzstation Johor Bahru aussteigen und zu Fuß durch die Station gehen, um einen malaysischen Ausreisestempel zu erhalten. Danach durften alle wieder in den Bus steigen, nur um das Ganze ein paar Minuten später beim Checkpoint auf der Seite Singapurs zu wiederholen (Aussteigen mit Gepäck, zu Fuß durch die Station und einen Einreisestempel erhalten).

Durch die längere Fahrtzeit und die zwei Stopps an den Checkpoints hatte ich natürlich viel weniger Zeit in Singapur zur Verfügung (was mich sehr ärgerte).

Was macht man, um möglichst viel von einer Stadt in möglichst kurzer Zeit zu sehen? Richtig, man bucht einen Hop-On-Off-Bus. Meine Busfahrt endete am Golden Mile Complex – von dort geht man ein wenig Richtung Westen auf der gleichen Straße (Nicoll Highway; man kann auch einen Bus nehmen – wenn man sich blöd anstellt, so wie ich, dann nimmt einen der Fahrer auch kostenlos mit^^). Nach ca. 15 Minuten zu Fuß erreicht man die Suntec Mall, von dort starten verschiedene Hop On/Off Linien. Ein Ticket kostet um die 30 Singapur Dollar für einen Tag, neben den Bustouren sind auch zwei Stadtführungen durch China Town und Little India inbegriffen (hatten wir natürlich keine Zeit für…).

Ich entschied mich erst für die blaue (die es jetzt nicht mehr zu geben scheint) und dann für die gelbe Busroute.


(Werbung)

Singapur – einige Infos

Singapur ist der flächenmäßig kleinste Staat Südostasiens (Gesamtfläche entspricht knapp der Fläche Hamburgs), gleichzeitig ist es eines der reichsten Länger (und Städte) und gehört zu den Städten mit den weltweit höchsten Lebenshaltungskosten. Es ist ein multiethnischer Staat und zählt neben Hongkong zu den wichtigsten Finanzplätzen Asiens. Der Name Singapur kommt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie Löwenstadt. Die Besiedelung der Region fand bereits im 7.-9. Jahrhundert statt, den Namen bekam die Stadt im 14. Jahrhundert durch den hinduistischen Prinz Sang Nila Utama. Der Legende nach hat der Prinz im Dschungel einen Löwen gesehen, gegen den er kämpfen wollte. Löwe und Prinz standen sich gegenüber und sahen sich in die Augen – da ließ der Prinz das Schwert sinken und der Löwe zog sich zurück. Dieses Ereignis beeindruckte den Prinz dermaßen, dass er die Stadt Löwenstadt taufte. Wahrzeichen ist seit 1964 der Merlion, ein Fabelwesen mit Fischkörper und Löwenkopf.

Singapur hat ca. 5,6 Mio. Einwohner, davon stellen Chinesen (76,8%) den größten Anteil dar, gefolgt von Malaien und Indern. Zusätzlich befinden sich ca. 1,2 Mio. Gastarbeiter und Ausländer in der Stadt. Die vier Amtssprachen des Landes sind Chinesisch, Englisch, Malaiisch und Tamil. Als Verkehrssprache wird aber hauptsächlich Englisch gebraucht – und das macht es für Touristen, wie in Malaysia, super einfach.

Die am weitesten verbreitete Religion in Singapur ist Buddhismus (33%), gefolgt vom Christentum (19%), Islam (14%), Daoismus (10%) und Hinduismus (5%). Aufgrund der kleinen Fläche befinden sich viele Gotteshäuser und Tempel in direkter Nachbarschaft – Auseinandersetzungen und Konflikte gibt es trotz der Nähe nicht. Dies ist das Resultat jahrelanger Anstrengungen für Toleranz und Gleichberechtigung.

Singapur ist eine extrem saubere und hoch entwickelte Stadt. Interessante Bauten, viel Grün und moderne Autos prägen die extrem saubere Hafenstadt. Hier sieht es aus, als könnte man vom Boden Essen. Links und rechts der Straße sieht man viele kuriose Straßenschilder, welche extrem hohe Strafen bei einfachen Vergehen vorgeben (z.B. Fahren mit einem Roller auf der Straße kostet bis zu 5000 Singapur-Dollar oder 6 Monate Gefängnis, Rauchen in der Metro 1000 Singapur-Dollar, Essen in der U-Bahn 500 Singapur-Dollar). In der Praxis dienen diese Strafen aber eher der Abschreckung und werden kaum durchgesetzt.

 

Kuriositäten

  • Vandalismus und Graffiti kann Prügel mit dem Rohrstock zur Folge haben
  • Kaugummi war lange Zeit verboten, derzeit ist der Verkauf immer noch eingeschränkt (nur mit Vorlage Arztrezept und Personalausweis; der Apotheker muss den Namen des Käufers aufschreiben, sonst droht ihm eine hohe Geldstrafe)
  • Es herrscht generelles Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, Restaurants, Bars und Clubs sowie in Gruppen aus mehr als 5 Personen. Im Außenbereich gibt es jedoch häufig einen Raucherbereich.
  • Lügen wird bei Nachweis mit hohen Strafen, ähnlich wie Betrug, geahndet.
  • Prügelstrafen: Bei schweren Straftaten, aber teilweise auch bei Ordnungswidrigkeiten, werden neben einer Gefängnisstrafe auch Prügel mit einem speziellen Rohrstock verordnet. Diese werden von speziell ausgebildeten Beamten durchgeführt und hinterlassen dauerhafte Narben auf dem Gesäß. Angewandt wird diese international kritisierte Strafe ausschließlich bei Männern zwischen 16 und 50 Jahren.
  • Todesstrafe: Seit 1990 wurden mindestens 420 Menschen in Singapur hingerichtet, hauptsächlich wegen Drogenhandel (im Schnitt alle 14 Tage eine Person). Die Gesetze zum Besitz und Handel mit Drogen sind sehr streng.
  • Freizügige Fotos sind verboten, so gibt es z.B. ein Verbot der Zeitschrift Playboy.
  • In Singapur, wie in Malaysia, herrscht Linksverkehr.
  • Zensur: Viele Medien, vor allem mit sensiblen politischen oder religiösen Hinweisen, sind verboten.
  • Der Flughafen Singapurs ist einer der bedeutendsten Asiens, die trifft auch auf den gigantischen Hafen zu.

 

Sehenswürdigkeiten

Marina Bay Sands Resort

Das Marina Bay ist ein weltberühmtes 20 Hektar umfassendes Resort, bestehend aus Casino, Hotel, Einkaufszentrum, Kongresszentrum, Kunst- und Wissenschaftsmuseum, Theatersälen, Restaurants, Bars und Clubs sowie zwei schwimmenden Pavillons. Weltberühmt ist das Resort durch seinen 340m langen Dachgarten, welcher sich auf 191m Höhe über den 55 Etagen der drei Hoteltürme befindet und von Weitem wie ein Surfbrett aussieht. Teil dieses Dachgartens ist der 146m lange Infinitiy-Pool. Der Bau der Anlage soll rund 4,6 Mrd. Euro gekostet haben. Die Dachterrasse ist für Besucher gegen Zahlung eines Eintrittspreises zugänglich (ca. 23 Singapur-Dollar pro Person!). Der Infinity Pool darf jedoch nur noch von Hotelgästen besucht werden :(. Hier* könnt ihr mal schauen, was ein Zimmer im Ressort derzeit kostet.

Viele weitere interessantes Infos über das Gebäude findet ihr hier und hier.

Ich habe die 23 Singapur-Dollar investiert und mir den genialen Bau und die Dachterrasse angeschaut. Von dort hat man einen super Blick über Singapur, den Hafen und die Straße von Malakka, eine der am stärksten befahrenen Wasserstraße der Welt (schaut euch die ganzen Schiffe mal an).

 

Gardens by the bay

Direkt neben dem Marina Bay Sands befinden sich die Gardens by the Bay, ein wunderschönes, 101 Hektar großes Parkgelände, dass auf künstlich aufgeschüttetem Land angelegt wurde. Es gibt hier zwei mit Glas eingehauste Biotope (kostenpflichtig), Restaurants und Cafes und die zwischen 50-100m hohen „Supertrees“ (mit Pflanzen bewachsene Staalgerüste, welche Nachts wunderschön beleuchtet werden. Zwei der drei Türme sind durch einen Skyway verbunden. Der Park lädt zum Verweilen und Genießen ein – leider fehlte mir dafür die Zeit. Für eine kurze Tour und Fotos hat es aber dennoch gereicht :).

 

Weitere Sehenswürdigkeiten

Weitere tolle Sehenswürdigkeiten sind u.a. der Singapore Flyer, das mit einer Höhe von 165m zweitgrößte Riesenrad der Welt, die botanischen Gärten von Singapur, die Formel-1-Strecke, das ArtScience Museum, die Esplanade Thaters of the Bay, der Orchideengarten und natürlich gibt es hier auch wieder ein Chinatown, little India usw..

Am Abend, nach nur ca. 4-5h in der Stadt, begab ich mich schon auf die Rückreise. Auch dieses Mal dauerte es ca. 6h und auch dieses Mal musste ich an der Grenze zweimal aussteigen. Erst spät in er Nacht kam ich wieder an der PTR Station an. Einige seltsame Gestalten lungerten in der Station herum und wollten mir schon im Treppenhaus ein Taxi verkaufen (wahrscheinlich zu einem teuren Preis) – sie sagten, dass keine U-Bahn mehr fährt – und dummerweise hatten sie Recht. Ich nahm somit ein Taxi außerhalb der Station und wurden für umgerechnet 7€ quer durch die Stadt zum Apartment gefahren (ca. 30 Minuten). Da ich am kommenden Tag zeitig zum Taman Negara Nationalpark aufbrechen wollte, packte ich noch schnell meine Sachen und genoss die restlichen 4h Schlaf (müde…).

Noch ein Tipp: Falls ihr länger nach Singapur wollt, dann solltet ihr einen Reistestecker* mitnehmen. Außerdem ist dieser Reiseführer* hier sehr hilfreich.



Booking.com


(Werbung)

Genutzte Tags des Beitrags
, ,

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden!