Reserva Mariposa Monarca

Mariposa Monarca

Heute habe ich einen ganz besonderen Reisebericht für euch. Zusammen mit Freunden habe ich ein Gebiet am Rande von Michoacán besucht, in dem Millionen von Monarchfaltern überwintern.

Im Februar bin ich gemeinsam mit Freunden in den Bundesstaat Michoacán gefahren. Wir übernachteten in der schönen Hauptstadt der Region, Morelia (Bericht folgt). Von dort aus fährt man nochmal etwa 2h bis zum Naturschutzgebiet Reserva Mariposa Monarca, welches sich am Rande des Bundesstaates an der Grenze zum Staat México befindet. Dieses Naturschutzgebiet ist weltberühmt und meiner Meinung nach eine der schönsten Sehenswürdigkeiten Mexikos.

Die Wanderung des Monarchfalters

Der Monarchfalter ist ein orange/schwarz gezeichneter Schmetterling (s. Wikipedia). Er ist in Nordamerika weit verbreitet, hat sich aber mittlerweile bis nach Australien verbreitet. Er ist ein Wanderfalter, d.h. das die verschiedenen Populationen ähnlich wie Zugvögel viele Kilometer fliegen („wandern“), um an einem wärmeren Ort zu überwintern. Die östliche Population Nordamerikas kommt von den großen Seen an der Grenze zu Kanada und wandert über 4000 km nach Mexiko, um den Winter (zwischen November bis März) in der mexikanischen Sierra Nevada zu verbringen. Es handelt sich dabei um eine der komplexesten Tiermigrationen der Welt (es gibt auch eine Dokumentation über die Reise der Schmetterlinge*).

Monarchfalter

Die Anzahl an Faltern ist dabei so hoch, dass sie ganze Wiesen bedecken und Äste von Bäumen aufgrund ihres Gewichtes nach unten drücken. Die heißeste Zeit des Tages verbringen die Tiere auf dem feuchten Waldboden, sodass sich bunte Teppiche durch den Wald legen. Im März beginnt die Paarungszeit der Falter und die befruchteten Weibchen fliegen im Frühling in den Südosten der USA, um ihre Eier in Seidenpflanzen abzulegen und zu sterben. Aus den Eiern entstehen Raupen, die sich von Seidenpflanzen ernähren. Nach der Verpuppung schlüpfen Ende Mai neue Schmetterlinge, die sich auf die Reise zu den großen Seen an der Grenze Kanadas begeben.

Leider hat der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bereits zu einer Verkleinerung der Population geführt. Viele Umweltschutzorganisationen setzen sich aber für den Erhalt der Tiere ein, indem sie Pflanzenschutzmittel verbieten und Abholzung verhindern.

Videos

Ich habe euch ein paar Videos auf meinen bisher kaum genutzten Youtube-Kanal hochgeladen:

 

 

Anreise

Von San Luis Potosí aus fahrt ihr etwa 3,5-4h nach Morelia. Ihr beginnt wieder auf der 57 Richtung Mexiko, biegt dann aber auf die 37 ab und folgt ihr bis in die hässlische Stadt Silao. Von dort aus ist Morelia ausgeschildert – ihr nehmt die 20D, dann die 43D und erreicht die Stadt. Kurz vorher kommt ihr noch an einigen großen Seen vorbei, besonders beeindruckend ist der Lago de Cuitzeo, der je nach Jahreszeit mehr oder weniger Wasser führt. Er ist der zweitgrößte Süßwassersee Mexikos, nach dem Lago de Chapala bei Guadalajara. Der See ist nicht tief und eignet sich leider nicht zum Baden, wie so viele andere Seen in Mexiko, aufgrund von Verschmutzung (übrigens ist der See so flach, dass 40% seiner Fläche für Agrikultur genutzt wird). Die Fahrt ist beeindruckend, da die Straße direkt durch den See führt und da man so viel Wasser in Mexiko eher selten zu Gesicht bekommt. Von Morelia aus kommt ihr dann relativ einfach über die 43/15D nach Maravatio, wo ihr in Richtung Süden abbiegt. Euer Navi sollte als Ziel die Stadt Angangueo haben, schon vorher werdet ihr viele Wegweiser an der Straße sehen.

Ihr könnt auch direkt von San Luis Potosí zu den Schmetterlingen fahren – die fahrt führt euch an Queretaro vorbei und dauert etwa 4,5h. Dann solltet ihr jedoch gleich in der Gegend übernachten (bestenfalls in Angangueo), was den Charme hat, dass ihr alle drei zugänglichen Bereiche des Reservates besichtigen könnt. Da es in der Gegend aber sonst nicht allzu viel anzuschauen gibt, haben wir uns für die Übernachtung in Morelia entschieden.

 

Besichtigung

Es gibt drei öffentlich zugängliche Bereiche des Naturschutzgebietes. Da Monarchfalter Höhenluft lieben, befindet sich alle drei Gebiete auf etwa 3.000 m Höhe:

  • El Rosario: kommerziellster und meistbesuchter Teil, auf einer steilen Wanderung durch den Wald kann man die Falter besichtigen, ein Besucherzentrum bietet einige Informationen; Eintritt 45 Peso
  • Sierra Chincua: weniger besuchter Teil, direkt in den Bergen; kürzere und weniger anstrengende Wanderung; Eintritt 45 Peso; mit Bus (5 Peso) oder Taxi (200 Peso) von Angangueo zu erreichen
  • Carro Pelón: neuester und bester Bereich, 40 Minuten südöstlich von Zitácuaro, bisher noch nicht allzu viele Touristen, steiler und anstrengender Aufstieg (auch mit Pferd möglich für 200 Peso)

Wir haben das Gebiet von El Rosario aus besichtigt, da die Fahrt dorthin relativ einfach war und wir direkt neben dem Eingang parken konnten.

Ich fand den Besuch des Naturschutzgebietes wahnsinnig beeindruckend. Ich hätte nicht erwartet, dass es so viele Schmetterlinge sind. Damit euer Besuch auch ein Erfolg wird, habe ich hier ein paar Tipps für euch:

  • Die Schmetterlinge sind zwischen November und März in Mexiko. Die beste Besuchszeit ist Februar/März, da die Tiere erst bei höheren Temperaturen aktiv werden.
  • Erkundigt euch vor eurem Besuch nach dem Wetter – bei Sonne und warmen Temperaturen werdet ihr definitiv mehr Falter sehen.
  • Wanderschuhe* sind empfohlen, ebenso wie Sonnencreme* und ein Hut (denkt an die mexikanische Sonne).
  • Plant genügend Zeit ein – für die Anreise von SLP auch werdet ihr etwa 4,5h brauchen, von Morelia aus etwa 2h. Die Wanderung durch das Gebiet dauert etwa 1h.

Falls ihr in Morelia oder in der Umgebung des Reservates übernachten wollt, findet ihr hier eventuell etwas Passendes*:



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