18.03.2012 | Erste Arbeitswoche, Problem mit dem Auto, St. Patricks Day in Charlotte

South Carolina

Mittwoch vor fast zwei Wochen bin ich in South Carolina angekommen. Da das von mir gemietete Zimmer noch bewohnt ist, bin ich erstmal im Haus meines Vermieters untergekommen, das wie ein kleines Schloss aussieht. Der Vermieter, Chris, wohnt dort mit seinen zwei Söhnen, einem Hund und einer Katze.

Da die Arbeit erst am Montag startete, wollte ich die ersten Tage nutzen, um meine Social Security Nummer anzumelden, den Führerschein zu besorgen und ein Auto zu kaufen. Leider habe ich die Nummer nach 2 Stunden warten noch nicht bekommen, da ich noch nicht im System war. Sie gaben mir aber einen Zettel für den Führerschein mit. Dieser wurde nach einer erneuten Wartezeit von einer Stunde nicht als Nachweis zur Anmeldung für den Führerschein anerkannt – na toll… . Naja, nach diesem ersten Dämpfer, machte ich mich halt auf die Suche nach einem Auto – was sich als ewig stressig und schwer heraus stellte. Die Amerikaner haben keinen TÜV und die meisten günstigen Autos sehen innen wie außen einfach nur schlecht aus. Ohne TÜV und Garantie macht es natürlich keinen Unterschied, ob man von Privat kauft oder von Händlern (welche in der Regel auch viel teurer sind). Freitag und Samstag habe ich ein paar Händler besucht, jedoch war nichts taugliches dabei. Sonntag war ich bei einigen Privatpersonen – entweder waren die Karren komplett Schrott, oder benötigten einiges an Reparatur, was den Preis dann nicht rechtfertigte. Beinahe hätte ich mir dann einen Jeep Cherokee gekauft – bin dann aber wegen fehlenden Airbags, ABS, Servolenkung usw. zurückgerudert.

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Der erste Arbeitstag

Montag war dann der erste Arbeitstag und ich hatte vom Wochenende und dem Stress mit dem Auto ganz schön die Nase voll. In meinem Team sind momentan nur Amerikaner, sie sind aber alle super nett und sehr lustig. Werde wieder viel programmieren hier. Montagnachmittag ist dann ein Kollege, Bill, mit mir Auto anschauen gefahren, jedoch war auch das nix gescheites (hätte Windschutzscheibe wechseln müssen und einige Reparaturen machen). Bill möchte mir aber weiterhin mit dem Auto helfen. Dienstag hatte ich dann aber erstmal etwas Glück – ein anderer Kollege hat mir sein Arbeitsauto geliehen, einen Ford Explorer, da er es momentan nicht braucht. Falls er demnächst nach Deutschland gehen sollte, wird er es auch verkaufen. Jedoch ist auch dieses Auto sehr kaputt (Wasserpumpe undicht, Overdrive im Automatikgetriebe defekt, manchmal geht es nicht richtig an, manchmal klemmt der Schlüssel, usw.). Wenn der Explerer jedoch mal funktioniert, so lässt es sich gut fahren damit. Mein Problem ist damit nicht gelöst, jedoch hab ich etwas mehr Zeit nach einem Auto zu schauen und konnte den sauteuren Mietwagen (660$ pro Woche, da ich mir eine sinnlose Versicherung aufschwatzen lassen habe) loswerden.
Da meine Accounts noch eingerichtet werden mussten, hatte ich diese Woche etwas Zeit auf Arbeit und schaute mir alles mal an. Mittwoch fuhren wir dann mit Arbeitskollegen nach Palm Islands bei Charleston. Dort ist es wie Urlaub – Sandstrand, Palmen,…
Für das Wochenende hatten wir einen Trip nach Charlotte geplant, das ist eine etwas größere Stadt hier und der zweitwichtigste Banken- und Finanzplatz in den USA. Ich hatte mich auf Sightseeing eingerichtet, jedoch gibt es dort absolut nichts wichtiges zu sehen, da die Stadt nur aus Hochhäusern besteht, die in den letzten Jahren aus dem Boden gestampft wurden. Samstag war dort große St. Patricks Day Parade, die wir leider durch Hoteltausch verpasst haben (hatten einige Probleme beim buchen usw. – das erste Hotel war außerhalb der Stadt, deswegen haben wir nochmal gewechselt und das ging nicht so richtig gut, nächstes Mal wissen wir aber, wie es geht). Im Vergleich zu Deutschland wird in Amerika der St. Patricks Day richtig dick gefeiert – fast alle Leute hatten grüne Klamotten an und haben groß Party gemacht (siehe Fotos). Da das der erste Trip aller neuen Praktikanten war (8 neue Praktikanten und 8 Praktikanten, die schon etwas länger dabei sind), hatten wir Zeit uns alle mal kennen zu lernen. Ich finde, dass wir eine ganz gute Truppe sind. Haben auch schon die nächsten Trips (Charleston, Miami, Chicago und ein NBA Spiel) in Planung genommen.
Heute ging es dann wieder heim – habe mitterweile das Haus gewechselt und ab morgen kann ich dann auch in dem von mir gemieteten Zimmer schlafen, bis dahin nutze ich die Couch im Wohnzimmer (habe mal Bilder vom alten und neuen Haus angehangen, der Unterschied macht mich traurig :'().
Morgen nachmittag schaue ich dann nochmal Autos an – drückt die Daumen, dass es diesmal etwas Vernünftiges gibt.

 

Ach ja, was habe ich gelernt:

    • Ich bestelle keine Pizza mehr, denn die letzte triefte vor Fett (auf der Packung war ein nasser runder Kreis unter der Pizza) und ich esse keine Sandwiches vom Flughafen mehr. Vielleicht muss ich mich erst an das fettige Essen gewöhnen, aber das hier waren die beiden Gründe in der ersten Woche rückwärts zu essen.
    • In Clubs tanzen die Amis gern mal alle zusammen den gleichen Tanz – das sieht dann wie eine Choreografie in einem Musikvideo aus.
    • Fernsehen ist hier echt gut – es gibt viele Programme und Filme, jedoch kommt ca. aller 5 Minuten Werbung – wtf? Ein Film geht hier auch mal von 20:00-23:30 Uhr aufgrund der vielen Unterbrechungen.
    • Benzinpreise steigen auch hier, jedoch kostet es hier nur etwa halb soviel wie in D. – bei den großen und uneffizienten Autos gibt das natürlich viel Streit und Kritik.
    • Der Frühling dauert nur ca. eine Woche (gefühlt) – wir hatten letzte Woche schon um die 27 Grad und es wird noch viel wärmer.

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Und noch eine lustige Geschichte:

Den Jeep Cherokee schaute ich ca. 40 Minuten von hier entfernt an. Dort ist noch mehr Pampa – ein Haus und dann ewig weit nix. Der Mann, der mir das Auto zeigte, war ca. 70 Jahre alt und hatte einen übelsten Südstaaten-Akzent (eigentlich hatte ich mit seinem Sohn telefoniert, aber der war noch auf Arbeit). Nach der Präsentation redeten wir noch ein wenig. Er erzählte mir, dass er seine Waffenlizenz verloren hatte (aufgrund der Augen), doch man braucht hier aber unbedingt eine Waffe (Amis halt). Und während er mir das erzählte schoss seine Frau im Hintergrund alle möglichen verschiedenen Handfeuerwaffen um seine Munition aufzubrauchen – da dachte ich mir zum ersten Mal: Jetzt bist du richtig in Amerika^^

Die Bilder mit dem kleinen Wagen und den Waffen haben wir übrigens am Walmart gemacht. Walmart ist ein riesen Supermarkt, in dem man alles kaufen kann (so gesehen Baumarkt, Kaufland, Apotheke, Elektronik- und Bücherladen in einem). Damit man sich nicht soviel bewegen muss beim Einkaufen kann man halt diese kleinen Elektrofahrzeuge nehmen. Ach ja, Waffen, Boote, Angel- und Sportausrüstung gibt es dort auch.

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