Shanghai – Die moderne Stadt

Shanghai Tower

Am Dienstag, dem 17.05.2016, sind wir von Xi’An nach Shanghai geflogen.

Der Transport zum Flughafen wurde durch das Hostel organisiert, worüber wir sehr froh waren, da wir sehr viel Gepäck dabei hatten und der Flughafen mehr als 50 km außerhalb der Stadt liegt (privater Kleintransporter, 200 Yuan für die Fahrt, Dauer ca. 1h). Nach dem CheckIn mussten wir dann ein weiteres Mal zur Gepäckkontrolle, da die Chinesen hier sehr penibel sind (z.B. keine Feuerzeuge in Hand- oder Reisegepäck – dummerweise finden sie fast alle durch ihren Scanner).

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Fahrt mit dem Transrapid

Der Flug dauerte 2h, danach sind wir mit dem Transrapid in die Stadt gefahren. Seit 2002 fährt die Magnetschwebebahn auf einer 30 km langen Strecke zwischen Flughafen und der Station Longyang-Straße. Es handelt sich dabei um die erste kommerzielle Anwendung der Transrapid-Technologie. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke beträgt 430 km/h (Fahrtdauer: 7min 18s). Mittlerweile wird die Mehrzahl der Fahrten (47 von 59 pro Tag) nur noch mit reduzierter Geschwindigkeit von 300 km/h durchgeführt – also nichts anderes als in einem G-Zug. Wir hatten einen dieser „langsamen“ Züge erwischt. Die Fahrt war nichts allzu Besonderes, aber wir haben noch ein paar Bilder mit dem Zug gemacht.

Tipp Transrapid: Wenn man die Flugtickets beim Kauf der Fahrtkarten für den Transrapid vorlegt, zahlt man für das Ticket nur 40 Yuan pro Person anstatt 50 Yuan. Von der Station Longyang-Straße sind wir dann mit der Metro zu unserem Apartment gefahren.

China Shanghai Transrapid

China Shanghai Transrapid

Shanghai ist wieder mal eine der größten Städte der Welt. Die Innenstadt hat ca. 15 Millionen Einwohner, die umliegenden Gebiete nochmal ca. 8 Millionen. Die Stadt liegt im Delta des Jangtsekiang in das Ostchinesische Meer. Aufgrund dieser Lage besitzt die Stadt den größten Containerhafen der Welt. 960 n. Chr. wurde Shanghai erstmals als Dorf erwähnt, aber erst später erhielt die Stadt als Handelsplatz Bedeutung. Nach dem ersten Opiumkrieg richteten viele internationale Mächte Konzessionen in der Stadt ein. In den 1980er Jahren legte man für Shanghai eine Vorreiterrolle für die Modernisierung Chinas fest, 1990 wurde die Sonderwirtschaftszone Pudong gegründet. Hier entstand der „Neue Bund“. Um die Einwohnerentwicklung zu steuern erfolgt eine strenge Meldekontrolle von jeder Person, die sich länger als 3 Tage in der Stadt aufhält. Die Stadt gehört heute zu einer der größten, aber auch am stärksten umweltgeschädigten Städte der Welt. Mehr zu Shanghai.

Tipp Nahverkehr 1: Auch in Shanghai gibt es wieder eine lohnenswerte Public Transportation Card, welche in Bus, U-Bahn und sogar Taxi genutzt werden kann. Kauf und Aufladen der Karte kann in allen Metrostationen erfolgen. Wie in Peking zahlt man 20 RMB Leihgebühr. Die Rückgabe der Karte ist wie in Peking nur an bestimmten Stationen möglich. Mehr Infos.

Tipp Nahverkehr 2: Die U-Bahnen fahren, wie in Peking, nicht die ganze Nacht. In Shanghai ist 22:30 Uhr Schluss – danach gibt es noch Bus oder Taxi. Taxis mit einem roten Licht sind besetzt, grün bedeutet frei.

Zurück also zu unserer Reise: Unser Apartment hatten wir über AirBnb gebucht. Es lag direkt neben dem Yuyuan-Garden, nur eine Station vom Bund (lange Uferpromenade am Huangpu-Fluss, gegenüber der Sonderwirtschaftszone Pudong) entfernt und bot Platz für sechs Personen. Natürlich hatten wir Ausblick auf Pudong :).

 

Yuyuan Garden

Unsere erste Tour führte uns in den Yuyuan-Garden. Dort gibt es einige chinesische Gärten (Eintritt 40 Yuan p.P.) neben alten Teehäusern und einigen Shopping- und Fressmeilen. Vorsicht vor Studenten hier, die mit euch Englisch lernen wollen und euch zum Tee einladen – lehnt bitte freundlich ab (diese Studenten gehen mit euch in teure Teehäuser wo ihr dann bezahlen sollt).

China Shanghai Yuyuan Garden China Shanghai Yuyuan Garden

 

Shanghai-Tower und Oriental Pearl Tower

Danach ging es mit der Fähre nach Pudong (die Chinesen fahren alle mit ihren Mopeds auf das Boot) und dann zu Fuß weiter zum Shanghai-Tower. Dieses Hochhaus ist das zweithöchste Gebäude der Welt mit einer Höhe von 632 m (nach dem Burj Khalifa mit 828 m). Es wurde 2014 fertiggestellt. Für stolze 180 Yuan pro Person kann man ein kleines Museum zum Bau anschauen und dann mit einem Aufzug bis in die Besucherebene auf 561 m Höhe fahren. Wir blieben oben, bis die Sonne untergegangen war und knipsten viele tolle Fotos. Der Shanghai-Tower bietet übrigens noch viele interessante andere Superlative und vor allem im Bereich der Nachhaltigkeit interessante Systeme, am besten hier nochmal lesen. Auf dem Rückweg zur Wohnung liefen wir noch am Oriental Pearl Tower vorbei, einem bei den Chinesen sehr beliebtem Fernsehturm, welcher mit einer Höhe von 468 m der fünfthöchste der Welt ist. Aufgrund seiner Form, Farbe und der bunten Beleuchtung handelt es sich um ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt.


Am nächsten Tag sind wir auf der Nanjing-Road (bekannte Einkaufsstraße) zum Bund gelaufen und waren Abends noch in der französischen Konzession etwas trinken. Beim Bund handelt es sich um die Uferpromenade am Huangpu-Fluss, welche man schön langschlendern kann. Die französische Konzession ist ein Viertel nach typischer französischer Art. Es wurde errichtet, als im 19. Jahrhundert viele Ausländer nach Shanghai kamen. Es gibt dort viele Bäckereien, Straßencafes und Bars. Auch die gusseisernen Balkone, wie man sie aus Frankreich kennt, kann man dort sehen. Die Yonkang Road hat mich mit ihren vielen Bars und Kneipen ein wenig an die Bourbon-Street in New Orleans erinnert (nur viel kleiner).

 

Am kommenden Tag waren wir beim Fake-Markt. Das ist ähnlich wie in Shenyang – man kann dort alles mögliche kaufen, muss aber extrem gut handeln können. Im Gegensatz zu Shenyang war hier nur mehr Trubel und Geschrei. Meine Kollegen haben an den Abenden die Club-Szene ein wenig getestet und waren im Fusion-Club sowie im M1nt (dort gibt es ein großes Aquarium mit Haien mitten im Club). Wir wollten eigentlich auch noch in den Club Bar Rouge, sind aber nicht mehr dazu gekommen. Wer in der Stadt feiern gehen möchte, sollte sich die Smartshanghai-App aufs iPhone installieren oder mal auf der Website vorbeischauen. Dort findet man Passwörter, die man am Eintritt der Clubs sagt und man kommt kostenlos rein. Die meisten Clubs sind sehr gut, aber preisintensiv (Bier 60-90 Yuan).

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Fazit Shanghai:

Shanghai war die modernste Stadt unserer Reise und hatte nur wenig Traditionelles zu bieten. Dafür ist die Skyline atemberaubend und die verschiedenen Viertel sind sehr sehenswert. Allzu viele Tage kann man hier mit Sightseeing jedoch nicht füllen. Dafür bietet die Stadt viel Kultur – verschiedenes Essen, verschiedene Stadtviertel, gute Museen und natürlich eine große und sehr gute Clubbing-Szene. Schlecht finde ich, dass die Metro nach 22:30 Uhr nicht mehr fährt – für eine Weltstadt wie Shanghai ist das schon fast peinlich. Mir persönlich hat die Zeit hier gereicht, es hätte auch einen Tag kürzer sein können oder wir hätten evtl. einmal ins Umland fahren können, denn dort gibt es sehr schöne Wasserstädte (z.B. Souzhou, das Venedig Chinas). Mittlerweile sind wir schon auf dem Rückweg nach Beijing, die letzten zwei Tage haben wir auf der wunderschönen Insel Putuoshan verbracht – ich komme nur mit dem Schreiben nicht hinterher… ;).

 

Links und Infos:

Nützliche Apps:

  • Smartshanghai App (nur iPhone)
  • Explore Shanghai (Metro Plan)
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