Shenyang – Teppanyaki, Beiling Park, Qianshan Nationalpark

China Anshan Mountains

So schnell kanns gehen, da sind zwei Wochen vergangen. Auch diese Woche haben wir neben wenig Schlaf wieder viel erlebt. So waren wir mal richtig gut beim Japaner essen (Teppanyaki – mit eigenem Koch am Tisch), hatten einen Tag schlechte Luft (Smog), haben uns im Norden von Shenyang den riesigen Beiling Park angeschaut und waren wandern im Qianshan Nationalpark. Außerdem gibt es wieder das ein oder andere Kuriose und Lustige über die Chinesen zu erzählen.

Irgendwie war diese Woche der Wurm drin. Nachdem es Sonntag kalt war (kurzzeitig sogar Schnee), hat es am Dienstag auch noch den ganzen Tag geregnet. Da wir immer recht spät schlafen gehen (Skype mit Deutschland) und früh wieder aufstehen (Frühstück im Hotel und dann Bus zur Arbeit) wurde die Müdigkeit im Lauf der Woche immer größer. Diese Müdigkeit zusammen mit dem Wetter sorgte dafür, dass wir ein wenig durchhingen (nichts da mit jeden Tag zum Fitnessstudio :D). Mittwoch war dann zum ersten Mal die Luftqualität relativ schlecht (240), was man auch am Smog in der Stadt sehen konnte – gespürt oder gerochen hat man aber nichts:

 

Teppanyaki

Am Mittwochabend waren wir vom Chef Chef gemeinsam mit ein paar Kollegen zum Essen eingeladen. Wir sind in das japanisches Restaurant Tairyao in der Mall („The MixC“) neben dem Hyatt-Hotel (gegenüber von unserem Hotel) gegangen. Es gab all you can eat and drink. Es handelte sich um ein Teppanyaki-Restaurant, d.h. auf dem Tisch befindet sich eine Kochplatte und man hat seinen eigenen Koch, der die bestellten Speisen live zubereitet. Ich kannte so etwas bisher nur aus Filmen und war hin und weg (hab viele Videos und Bilder gemacht). Wir haben Hühnchen, Lamm, Muscheln, Tintenfisch, Sushi und verschiedenes Gemüse gegessen. Alles wurde Live zubereitet, dazu hatte der Koch ein großes Stück Butter zum Braten und einen Teller mit klein geschnittenem Knoblauch auf dem Tisch stehen. Alle Speisen wurden in dem Fett gebraten und mit Knoblauch und Gewürzen verfeinert (war mir in Japan gar nicht aufgefallen, dass die soviel Knoblauch essen). Dazu gab es chinesisches (Tsingtao) und japanisches (Asahi) Bier, sowie warmen japanischen Wein (das ist das, was dich am Ende umhaut :D). Alle Speisen haben sehr lecker geschmeckt, was aber meiner Meinung sehr an dem verwendeten Fett zum Braten und an dem vielen Knoblauch lag. Bei einigen Dingen mussten wir uns aber erstmal zeigen lassen, wie man das isst.

 

Freitagabend sind wir zum Essen ins Lenbach gegangen. Das befindet sich auch neben dem Hyatt-Hotel und dort gibt es deutsches Bier und Speisen. Die Bierauswahl ist ein wenig seltsam – neben Radeberger, Schöfferhofer und Schneider Weise gibt es eine Auswahl an Bieren, die ich in D noch nie gesehen habe. Aber es ist ja meist so, dass man im Ausland die Sachen kaufen kann, die man im eigenen Land nie trinken würde (in Deutschland gibt es z.B Sierra Tequila – den kennt keiner in Mexiko und trinken würden man den dort gleich gar nicht, und irgendwie muss es ja auch Öttinger zum meistverkauften Bier Deutschlands geschafft haben^^). Das Essen Im Lenbach ist gut und die Preise mit Deutschland vergleichbar. Der Bezirk, in dem unser Hotel liegt, ist relativ teuer – hier ist alles mit Markenläden zugepflastert und es gibt nur feine Restaurants. Entsprechend teuer sind auch die Preise (für chinesische Verhältnisse). Gebaut wurde das natürlich für die vielen Businessleute und Touristen, aber mit China hat das leider wenig zu tun. Daher werden wir in Zukunft versuchen wieder mehr bei richtigen chinesischen Restaurants zu essen. Nach dem Lenbach waren wir dann nochmal im Hyatt-Hotel. Dort gibt es in der 29. Etage einen Club in dem mehrmals die Woche Livemusik gespielt wird. Die Preise sind zwar gehoben, aber die Musik ist super und der Ausblick auf die Stadt phänomenal.

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Beiling Park

Am Samstag wollten wir eigentlich GoKart fahren und mit dem anderen Team etwas essen, beides wurde jedoch kurzfristig abgesagt, sodass wir endlich mal richtig ausgeschlafen haben und am Nachmittag zum Beiling-Park gefahren sind. Dies ist ein riesiger Park (etwa so groß wie der Central Park in NY) im Norden von Shenyang. Im Zentrum des Parks befindet sich das Grab Huang Taijis, dem Gründer der Qing-Dynastie, umgeben von sehr schönen alten Gebäuden und Mauern. Wenn man mal in Shenyang ist, sollte man sich diese Grabstätte unbedingt anschauen, sie ist neben dem Kaiserpalast eine Top-Sehenswürdigkeit der Stadt.

Da der Frühling noch nicht richtig eingesetzt hat, war der Park noch ein bisschen grau, nur hier und da hatten schon einige Bäume Blüten. Dennoch ist die Anlage schön, es gibt viele Seen, die miteinander verbunden sind und viele Familien sind mit ihren Kindern dort unterwegs. Auch kann man wieder verschiedene Boote ausleihen oder mit Leihfahrrädern durch den Park fahren. Der Eintritt zum Park kostet 6 Yuan, 50 Yuan extra kostet es die Grabstätte zu besichtigen, 20 Yuan für die Besichtigung der Grabbeigaben – ein Komplettticket gibt es für 70 Yuan. Wir haben nicht den kompletten Park angeschaut, sondern sind nur durch den Südostteil an den Seen vorbei gelaufen, bis wir zur Grabstätte gekommen sind. Ich kann den Besuch sehr empfehlen, aber seht selbst:

Qianshan Nationalpark

Sonntag ging es mit zwei chinesischen Kollegen zum Wandern in den Qianshan Nationalpark in die Nähe der Stadt Anshan. Den Namen Qianshan kann man wörtlich mit „tausend Berge“ übersetzen. Der Park beinhaltet einige buddhistische und taoistische Tempeln. Unsere Tour war ca. 8 km lang und anstrengend, da es sehr häufig über Treppen (unzählige :D) oder schmale Wege auf und ab ging. Einmal mussten wir sogar durch eine enge Felsspalte durchkriechen. Es waren einige Chinesen unterwegs, was dazu führte, dass es bei schmalen Wegstücken zu Stau kam (will nicht wissen, was hier in der Hochsaison los ist…). Viele (und wir auch) haben dann kurzerhand einen anderen Weg gewählt oder eine neue Strecke erfunden :). Nervig war natürlich wieder, dass sich Chinesen überall vordrängeln mussten, auch wenn bei manchen Teilstücken keine zwei Personen nebeneinander passten. Wir haben natürlich angehalten, um die entgegenkommenden Leute vorbei zu lassen – aber schwupps wurden wir von einigen Chinesen überholt, welche sich dann irgendwie an den Entgegenkommenden vorbeischoben. Lustig war auch unser Proviant zum Wandern – die Chinesen hatten die Rucksäcke voller Essen für alle (Obst, Kekse, Wurst, Brot, Wasser, …) und boten uns natürlich permanent etwas an (die sind so freundlich) und die wir hatten ein paar kleine Kekse für alle und Bier.

Auch wenn noch nicht allzu viel geblüht hat und das Wetter nicht so toll war, kann ich den Park uneingeschränkt empfehlen. Die Ausblicke sind spektakulär und auch wenn viele Stationen und Tempel neu gebaut sind, lohnt sich der Anblick. Es gibt übrigens auch zwei Seilbahnen im Park und einen Wasserfall (war leider ausgetrocknet). In den Bergen haben wir noch drei weitere Kollegen von BMW getroffen (wie gesagt, die Welt ist klein) – die wollten dann noch auf die andere Seite, dort hat man große Pagoden im Wald gesehen.

Mehr Infos hier (Wikipedia).

 

Und sonst?

Immer noch alles gut 🙂 Aber wir sind mittlerweile von der täglichen Busfahrt ein wenig genervt, auch wenn man da immer paar neue lustige Dinge sieht. Man kann nicht richtig schlafen aufgrund der vielen Schlaglöcher und da der Bus immer erst 17:20 Uhr kommt, ist man jeden Tag spät zu Hause. Vor allem freitags sitzen dann viele nur noch rum und warten auf den Bus.

Am Samstag habe ich übrigens einen Kollegen getroffen, der mit mir zusammen in Spartanburg das Praktikum bei BMW absolviert hat. Er lief auf einmal durch die Lobby vom Hotel. Da er noch drei Stunden auf sein Taxi zum Flughafen warten musste, haben wir etwas getrunken und geredet – die Welt ist klein :).

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Noch ein paar kuriose Dinge:

  • Am Dienstag hat es geregnet und sofort stand das Wasser auf den Straßen – wahrscheinlich läuft das hier nicht so gut ab. Das ist sehr gefährlich, weil man jetzt die Schlaglöcher nicht mehr sieht (ist bestimmt schon der ein oder andere E-Roller drin verschwunden).
  • Beim Geschäftsessen musste der eine Chinese einfach mal laut rülpsen. Hab das jetzt auch im Hotel schon mal gehört – das scheint sie nicht zu stören, hat sich nicht mal entschuldigt. Im Zug saßen auch zwei Frauen nebeneinander von der eine häufig lautstark pupsen musste – die andere störte das gar nicht.
  • Es gibt sie, die Energiewende in China :D. Wir haben jetzt zwei Windräder gesehen – jedoch hat man gleich daneben wieder zig Hochhäuser gebaut, die den Wind nehmen – somit drehen sich die Mühlen nicht.
  • Tomaten zählen hier zu Obst und sind somit auch im Obstsalat Tomaten enthalten (selbst im Plastebecher mit Melonenstücken findet sich irgendwo noch eine Tomate).
  • Entgegen dem Kreisverkehr geht es schneller, auch ist es möglich aus einer zweispurigen Straße drei Spuren zu machen, dann kann die Gegenseite halt nur eine Spur nutzen.
  • Überall gibt es unzählige Sicherheitshinweise – am Aufzug, an der Rolltreppe, ja selbst an den Stützpfeilern im Werk stehen Schilder mit „Attention“, wahrscheinlich damit man nicht dagegen läuft. Erinnert mich irgendwie an die Amis…
  • Putzen, putzen, putzen… – im Werk arbeiten überall Putzkräfte. So gibt es auch eine Frau, die den ganzen Tag völlig unkoordiniert mit einem elektrischen Putzauto durch die Lobby fährt. Und dabei meine ich wirklich total unkoordiniert – da ist kein System dahinter. Sie fährt mal hier, mal da, aber sie macht nicht gezielt sauber, fährt halt einfach bissl rum…

 

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