Putuo Shan – Das kleine Paradies

China Putuo Shan

Bevor wir von Bejing aus unseren Heimflug antraten, waren wir vom 22.05.-24.05.2016 noch auf der kleinen Insel Putuo Shan.


Putuo Shan liegt ca. 100 km südöstlich von Shanghai. Man kann die Insel per Bus (mit anschließender kurzer Fähre), Nachtfähre (lange Fahrtdauer, Fähre soll sehr dreckig sein) oder Speedboot erreichen. Wir hatten uns für das Speedboot entschieden, welches dann aufgrund des Wetter nicht fuhr. Also buchten wir auf einen Bus um (138 RMB, natürlich bekamen wir das Geld für das Boot zurück) und fuhren ca. 5h zur Insel Zhoushan bzw. Zhujiajian und von dort mit der Fähre (25 RMB, Uhrzeit auf dem Ticket hat keine Relevanz, ihr könnt gleich die nächstmögliche Fähre nehmen) ca. 15 Minuten nach Putuo Shan. Für die Insel muss man übrigens Eintritt bezahlen (kommt angeblich dem Naturschutz zu Gute) – es kostet 160 RMB pro Person.

(Werbung)

 

Der Bus nach Putuo Shan fährt von der Station Nanpu-Bridge ab, dort gibt es zwei Terminals und eine Metro-Station. Noch ein kleiner Tipp, falls ihr mit dem Speedboat fahren wollt, die Tickets kann man in einem Büro in der East Jinling Road No. 59 kaufen (256 RMB pro Person). Hier gibt es weitere Informationen zur Anreise.

Putuo Shan ist sehr klein, nur 12.5 km², und ist ein wichtiger Ort für den chinesischen Buddhismus. Es gibt mehr als 80 Tempel und Kloster und es leben mehr als 4000 Mönche/Nonnen auf der Insel. Für die meisten Tempel wird ein kleiner Eintritt verlangt – meist handelt es sich dabei aber nur um 5-6 RMB. Die Insel ist bei ausländischen Touristen nicht allzu bekannt und so waren wir für unsere Zeit dort fast die einzigen internationalen Touris und mussten wieder für Fotos herhalten^^. Da es nicht allzu viele Hotels gibt, sollte man zeitig buchen (vor allem in der Urlaubszeit). Unser Hotel hieß Zhuxianju Hotel. Es liegt im Süden und war okay – nur die Luftfeuchtigkeit im Zimmer war extrem hoch, meine ganze Kleidung war klamm, es gab nur chinesisches Frühstück (Nudeln, Reis, warmes Gemüse, chinesische Teigtaschen, O-Saft, Soja-Milch) und der Strand vor dem Hotel ist aufgrund der Lage in einer Bucht und der Gezeiten nicht zum Schwimmen nutzbar. Da die Insel nicht allzu groß ist, kann man die meisten Dinge zu Fuß erreichen. Möchte man nicht viel laufen, so fahren auch überall Shuttlebusse. Die meisten Hotels haben auch eigene Shuttles, einfach mal nachfragen, die fahren oft kostenlos.

Sonntag kamen wir erst relativ spät im Hotel an, sodass wir nur noch die 20 m hohe goldene Statue der Guanyin angeschaut haben (Bodhisvattha des Mitgefühls) und danach Abendessen gegangen sind. Hierbei muss man sehr aufpassen – die Preise in den Speisekarten sind auf Putuo Shan sehr hoch – zum ersten Mal mussten wir auch beim Essen handeln! Zum Glück hatten wir eine Bekannte dabei, welche gut Chinesisch sprechen konnte. Sie hat dann alle Gerichte und Getränke günstiger (zu normalen Preisen) ausgehandelt. In den Restaurants sollte man unbedingt Seafood probieren – das meiste ist frisch gefangen. Sehr oft kann man sich auf den Fisch aus den kleinen Becken vor den Restaurants aussuchen.

Montag sind wir dann auf den Mount Putuo gewandert. Dabei handelt es sich um die höchste Erhebung der Insel – knapp 300 m. Wir starteten vom Süden der Insel aus, liefen bis zum Fayu-Tempel und dann über mehrere lange Treppen bergauf (im Norden der Insel gibt es auch eine Seilbahn).  Auf dem Weg bergauf wurde man musikalisch begleitet – es gab hier und da am Weg künstliche Steine, welche Meditationsmusik spielten.


Oben angekommen besuchten wir den Huiji-Tempel. Neben dem Tempel gibt es eine kleine Aussichsplattform, von der aus man über einen Teil der Insel sehen kann – leider war es sehr bewölkt. Auf der Spitze des Berges gibt es übrigens einen kleinen Militärposten, d.h. man kann leider nicht über die ganze Insel schauen. Runterzu haben wir dann die Seilbahn genommen, welche extrem schnell fuhr – da kam man sich wie in der Berg- und Talbahn auf einem Rummel vor^^.

Wieder unten angekommen, entschieden wir uns, einen der Strände anzuschauen und uns zu Sonnen. Es gibt mehrere Strände auf der Insel – am bekanntesten sind der 100-Schritte-Strand und der 1000-Schritte-Strand. Wir ließen uns am 1000-Schritte-Strand nieder und gingen trotz kalter Wassertemperatur kurz schwimmen. Der große Strandabschnitt hat sehr feinen Sand und war total leer und ruhig. Schwimmen ist eigentlich fast überall verboten aufgrund der Strömung – aber das hat uns nicht interessiert. Einziger Wermutstropfen: Das Meer spült dort allerhand Müll an (leer Plastikflaschen, Schwämme, …), der leider am Strand liegenbleibt und nicht weggeräumt wurde. Ich hoffe, dass man in der Urlaubssaison ein wenig besser aufräumt :).


Die Abreise von Putuo Shan erfolte erneut mit der Fähre nach Zhujiajian (25 RMB, auf dem Ticket steht zwar eine Uhrzeit, ihr könnt aber erneut jede Fähre nehmen, die kommt; Vorsicht: der Flughafen ist auf der Insel Zhujiajian – es gibt auch eine Fähre nach Zhoushan für 28 RMB, das ist die Falsche). Vom Hafen von Zhujiajian zum Flughafen ist es nicht weit, dennoch benötigt man Bus oder Taxi. Bitte passt auf, die Taxifahrer wollen euch hier Abzocken – den Preis unbedingt vorher aushandeln oder schauen, dass das Taxometer an ist! Ihr solltet nicht mehr als 20 RMB bezahlen, da es wirklich nicht weit ist. Unsere Taxifahrer wollten plötzlich 50 RMB – zum Glück stand die Polizei gerade vor dem Flughafen, sodass sie keine große Diskussion starten wollten.

(Werbung)

 

Fazit Putuo Shan:

Da wir Glück mit dem Wetter hatten, war es ein sehr schöner Aufenthalt auf der Insel. Endlich mal raus aus den chinesischen Großstädten in die Natur. Derzeit ist keine Urlaubssaison und daher war es auch total ruhig und es waren wenig Chinesen unterwegs. Weniger gefallen haben mir die Preise für das Essen in den Restaurants – hier versucht man Touristen abzuzocken und wenn man kein Chinesisch spricht oder nicht richtig verhandeln kann, muss man für einfaches Essen tief in die Tasche greifen. Insgesamt waren es aber zwei ruhige, erholsame Tage auf einer schönen Insel – ich würde gerne nochmal wiederkommen :).

 

Kurioses:

  • Auf der Hinfahrt wurden im Bus erst brutale Videos von Auto- und Busunglücken gezeigt (Dashcam-Videos), teilweise sogar mit Toten und Verletzen, damit will man die Leute darauf sensibilisieren, sich anzuschnallen. Danach kam ein blutiger Horrorfilm – besonders toll, da auch Kinder im Bus saßen. Und dann gab es noch eine vollkommen verblödete Komödie – ich hatte eigentlich Mr. Bean erwartet ;).
  • Mönche und Geld #1: In den meisten Tempeln stehen vor den buddhistischen Figuren kleine Holzschränke, wo man in den Schlitz Geld einstecken kann (Ablasshandel :D), auch stehen vor den Tempeln immer Skulpturen, auf die die Leute Geldstücke legen oder in die Leute Geld hineinwerfen. Da Putuo Shan ein sehr heiliger Ort für die Buddhisten ist, kommt dort natürlich eine Menge Geld zusammen. In einem der Tempel (man durfte keine Fotos machen) konnte man durch eine Glasscheibe ein Hinterzimmer sehen, wo an 5-6 Tischen mehrere Personen saßen und stapelweise Geldscheine zählten und sortierten. Dabei lagen die kompletten Tische voller Geld – es sah aus wie in einem kolumbianischen Drogenfilm. Auch wurde an unserem ersten Abend eine der Skulpturen geleert – da haben die Leute säckeweise Geldstücke rausgeholt.
  • Mönche und Geld #2: Beim Aufgang zu Mount Putuo haben wir ein Foto mit einem Mönch gemacht. Dieser wollte dafür etwas Geld. Also gaben wir ihm 5 RMB. Er zeigte aber auf das Portemonnaie und wollte mehr. So gaben wir 10 RMB. Auch das war ihm nicht zuviel und er zeigte mit dem Finger auf die roten 100 RMB-Scheine – schon ein wenig scheinheilig… .

 

Kosten:

  • Schnellboot: 256 RMB
  • Bus: 138 RMB + kurze Fähre 25 RMB
  • Eintritt Insel: 160 RMB

 

Links und Infos:

Genutzte Tags des Beitrags
, ,

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden!