Silvester in Dublin, Irland – Teil 2

Man man man…ich war so beschäftigt die letzten Wochen, da habe ich glatt den zweiten Artikel zur Silvesterfeier in Dublin vergessen. Den schieb ich hiermit noch schnell nach.

Im vorhergehenden Artikel konntet ihr über die super interessante Ausfahrt nach Belfast und Giant´s Causeaway lesen. Hier dreht sich nun alles um Dublin und die Silvesterfeier.

Gleich vorweg muss ich sagen, dass Silvester in Dublin überhaupt nichts Besonderes war. Die gleichen Bars und Pubs waren geöffnet und gefüllt wie jeden Tag. Es gab wenig besondere Deko, immerhin hatte man sich hier und da eine Liveband für den Abend organisiert. Am Fluss Liffey in der Nähe des Convention Centers gab es ein großes Festival mit einigen tollen Bands – man benötigte jedoch Tickets für 40€, die recht schnell ausverkauft waren. Wir verbrachten den Abend somit mit einem Essen in einem schicken Restaurant und zogen danach wie immer von Bar zu Bar durch die Stadt.

Als es 24 Uhr wurde, gingen alle raus an das Ufer der Liffey. Wir warteten auf Feuerwerk (und mit uns zig andere Touristen) – zuerst gab es eine Lichtshow vom Festivalgelände des Convention Centers (einfach nur Lichtstrahler, die ein wenig durch die Luft flimmerten), danach stiegen ganze vier Raketen auf. Alle fragten sich, ob es das schon war. Nach ca. zwei Minuten wurden erneut vier Raketen abgefeuer und das wars dann. Kein großes Feuerwerk, kein gar nichts – irgendwie ein wenig enttäuschend für eine Hauptstadt. Im Anschluss gingen wir in ein paar weitere Bars, u.a. den strangen Liquor Room, bis wir dann wieder im Workmans Club hängen blieben.

Liffey River
Liffey – Lichtshow Neujahr

Dublin ist eine tolle Stadt und ein Besuch lohnt sich meiner Meinung nach sehr – es gibt einiges zu sehen und man kann ein Wochenende gut füllen. Silvester werde ich dort aber nicht noch einmal verbringen – dafür war dann doch zu wenig los für einen Jahresabschluss. Falls ihr die kleine Hauptstadt besuchen möchtet, dann findet ihr im Folgenden einige Tipps von meinen zwei Touren im letzten Jahr. Ihr solltet auf jeden Fall einen Regenschirm (gefühlt regnet es immer) und einiges an Geld einstecken (Irland ist nicht günstig, Essen und Trinken ist teurer als in Deutschland).

 

City Sightseeing Hop On/Hop Off

Auch in Dublin habe ich wieder einen Hop On/Hop Off Bus genutzt (dieses Mal von Citiysightseeing), um die Stadt kennenzulernen. Die Tickets gibt es entweder direkt am Bus, im Büro in der O’Connel Street in der Nähe der nadelförmigen Skulptur „The Spire“ oder Online. Online kann man in der Regel ein wenig Geld sparen – 24h gibt es bereits ab 19€ pro Person. Es gibt vier verschiedene Busrouten (u.a. auch eine Nachttour), die hier einsehbar sind. Auch wenn Dublin nicht allzu groß und vieles zu Fuß erreichbar ist, bietet der Bus einfach mehr Komfort. Man sieht viele Dinge in kürzerer Zeit und bekommt sogar noch einiges erklärt, was man sonst wahrscheinlich nicht mitbekommen hätte. Bei den Bussen müsst ihr nur aufpassen, denn es gibt welche mit Live-Guide und welche mit aufgesprochen Aufnahmen. Die Live-Guides kann man i.d.R. schlecht verstehen (Akzent), daher besser die anderen Busse nutzen. Hier bekommt man beim Einstieg Ohrhörer und kann am Sitz die Sprache der Ansagen auswählen.

Tipp: Man bekommt in zwei Bars ein Guiness frei wenn man sein Hop On/Off Ticket vorzeigt – lest einfach beim Ticketkauf mal nach oder fragt im Shop.

Wo:

 

Guiness Storehouse

Bei einem Trip nach Dublin darf unter keinen Umständen ein Besuch des Guiness Storehouse fehlen. Da ich vergangenes Jahr zweimal mit verschiedenen Reisenden in Dublin war, habe ich somit auch zweimal die Brauerei besucht :). Da es hier häufig sehr voll ist, empfehle ich euch eure Tickets vorher im Onlineshop zu kaufen – Eintrittskarten für Erwachsene gibt es dort ab 17,50€ und somit sogar etwas günstiger als vor Ort. Das Storehouse findet ihr im Westen der Stadt im Statteil „The Liberties“ – der Hop On/Hop Off Bus hält natürlich direkt vor der Tür.

Die Ausstellungsfläche zieht sich über sieben Etagen und ist in Form eines Guiness-Glases aufgebaut (auf der Website kann man sich anschauen, was in den einzelnen Etagen ausgestellt ist). Man betritt die Ausstellung in der untersten Etage – hier befindet sich der Shop, eine Garderobe und eine Station für Audioguides, die ich euch empfehle.

Gegenüber des Eingangs beginnt man die Tour. Über mehrere Etagen hinweg bekommt man interessantes und wissenswertes zur Bierherstellung und den Unterschieden von Guiness zu anderen Bieren erklärt. Außerdem  wird die Konstruktion der Holzfässer und einiges zum Transport des Bieres erklärt. Eine komplette Etage dreht sich auch um das Thema Bierwerbung – hier gibt es viele lustige Werbespots und Ausstellungsstücke zu sehen.

Beim Abholen der Onlinetickets bzw. beim Kauf von Tickets vor Ort erhält man eine Wertmarke, die man gegen ein Guiness (oder ein anderes Bier, denn die Brauerei stellt verschiedene Sorten her) eintauschen kann. Beim Gang durch die Brauerei bieten sich hierzu verschiedene Möglichkeiten – da man nur einen Gutschein hat, muss man sich entscheiden:

  • Probierbrett mit vier verschiedenen Bieren (in diesem Raum gibt es auch kurze Vorführungen von irischem Stepptanz)
  • Bierzertifikat – in einem kurzem Kurs bekommt man erklärt, wie man Bier richtig ausschänkt
  • ein Bier in der Brewers Dining Hall in der fünften Etage
  • ein Bier in der Gravity Bar (hier kann man über die Stadt schauen) in der siebten Etage

 

Wo:

 

Trinity College, Old Library, Book of Kells

Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit in Dublin ist die Universität „Trinity College“ mit der weltberühmten Old Library und dem Book of Kells – einer illuminierte Handschrift aus dem achten Jahrhundert mit den vier Evangelien des Neuen Testaments. Für den Besuch der Bibliothek ist Eintritt erforderlich (9-11€ Erwachsene) – hier solltet ihr auf jeden Fall vorher die Öffnungszeiten prüfen (zwischen Weihnachten und Neujahr war geschlossen). Das Universtätsgelände eignet sich auch für einen tollen Spaziergang.

Wo:

 

St. Patrick´s Cathedral

Die St. Patrick´s Cathedral ist die bekanntere und größere der beiden Kathedralen der Church of Ireland in Dublin (die andere Kathedrale ist die Christ Church Cathedral – hier ist auch der Sitz des Bischofs). Die Kirche war ursprünglich eine Holzkapelle, St. Patrick hat hier angeblich 450 bekehrte Gläubige getauft. 1191 wurde die Kappel zur einer Kathedrale. Der Besuch kostet 7€ für Erwachsene – aber auch hier muss man unbedingt vorher die Öffnungszeiten checken. Die Kathedrale ist ganz nett, aber nicht so besonders, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Wo:

Dublin Castle, Christ Church Cathedral

Dublin Castle und Christ Church Cathedral konnte ich während beiden Besuchen aufgrund der Öffnungszeiten nicht besuchen (auch hier vorher online checken). Dennoch habe ich ein paar tolle Fotos für euch.

Wo:

Dublin Castle,

Christ Church Cathedral,

 

National Gallery

Ihr habt noch ein wenig Zeit übrig und möchtet euch ein bisschen Kunst anschauen? Kein Problem – besucht die Nationalgallerie. Die ist kostenlos und bietet Kunst in Hülle und Fülle, unter anderem auch ein paar Monets und Picassos. Die Gallerie ist so groß, dass man gerne 2-3h hier verbringen kann.

Whiskey Destillery – Teeling oder Jameson?

In Dublin gibt es einige wenige Whisky Destillen zu besichtigen (früher gab es deutlich mehr, aber aufgrund der billigen schottischen Blend ab 1800 und der Prohibition in den USA von 1919-1933 wurde die Anzahl deutlich dezimiert – hier kann man mehr über die Geschichte lesen). Die wohl bekanntesten Destillen in Dublin sind Teeling und Jameson.

Teeling gibt es bereits seit 1782. Die jetzige Brennerei existiert seit 2015 und befindet sich nur wenige hundert Meter von der ursprünglichen Lage entfernt. Eine Tour ist relativ kurzweilig (ca. 1h) und kann/sollte online gebucht werden. Es gibt Pakete für 15€ (mit Verkostung eines saisonalesn und eines Small Batch Blended Whiskeys), für 20€ (mit Verkostung eines Small Batch Blended, Single Grain und Single Malt Whiskeys – diese Tour haben wir gemacht) und für 30€ (mit Verkostung eines Single Malt, Single Cask und einem exklusiven Vintage Single Malt). Während des Rundgangs bekommt man einiges zur Geschichte des irischen Whiskeys und Dublins erklärt, außerdem kann man dem Herstellungsprozess zuschauen.

Auch die Jameson Destillery habe ich vergangenes Jahr besichtigt. Hier bekommt man wie bei Teeling viele interessante Fakten über Whiskey, Irland und Jameson erklärt. Die Destille wurde 1780 in Dublin gegründet – die Produktion befindet sich heutzutage aber außerhalb Dublins, in Midleton. Im Gegensatz zu Teeling kann man hier somit nur eine Ausstellung und keine reale Produktion  besichtigen (daher wird es auch Old Jameson genannt). Auch hier gibt es verschiedene Pakete, neben der normalen Destillery Tour für 20€ (ca. 1h, Verkostung von 3 Whiskeys) gibt es unter anderem auch Whiskey Blending und Cocktail Making Kurse.

 

Fazit

Privat bin ich kein großer Whiskey Fan und kenne mich mit den verschiedenen Geschmäckern wenig aus. Die Touren waren in beiden Brennereien sehr gut, jedoch haben die Whiskey bei Jameson meiner Meinung deutlich besser geschmeckt.

 

Tipps – Bars, Restaurants, Club und Party

Bank on College Green: Noble kleine Bar in einer ehemaligen Bank. Hier gibt es gutes Bier in toller Atmosphäre, im Keller findet man sogar noch alte Tresore. Preise bewegen sich auf durchschnittlichem Niveau für Dublin (Bier 5€).

The Brazen Head – Ältestes Pub Irlands: Im Brazen Head ist man sehr stolz darauf, das älteste Pub Irlands zu sein (1198). Die Atmosphäre ist toll, es gibt eine überschaubare Anzahl an Speisen, die aber alle gut schmecken. Preislich ein wenig über dem Durchschnitt, aber noch ok.

FX Buckley Steakhouse: Angeblich das beste Steakhouse der Stadt – dies kann man auch an den Preisen ablesen. Mein Steak war exzellent und mal etwas ganz besonderes.

FX Buckley Steak

Workmans Club: Großer, kostenfreier, alternativ angehauchter Club. Es gibt bis zu vier Floors, Raucherterasse und gegen den kleinen Hunger beim Tanzen eine Burgerbar. Als ich hier war lief unten Rock- und oben tolle Elektromusik. Preislich etwas unter dem Durchschnitt.

Liquor Rooms: Hier gibt es tolle Cocktails zu Preisen etwas über dem Durchschnitt. Die Einrichtung ist sehr speziell – überall bunt und verwirrend. Falls sich vor euren Augen alles dreht muss das nicht unbedingt am Alkohol liegen, sondern kann auch gut mit der schrägen Einrichtung zusammenhängen.

Temple Bar: Stadtteil am Südufer der Liffey (zwischen Liffey und Dame Street). Hier findet Dublins Nachtlesen statt – es gibt unzählige Bars und Restaurants. Den ganzen Abend über ziehen feierwütige Touris durch die Straßen und probieren eine Lication nach der anderen – das solltet ihr auch ausprobieren. Die gleichnamige Bar „The Temple Bar“ ist auch einen Blick wert – aber vorsicht: Es ist immer bis zum Anschlag voll und preislich etwas teurer (Preise sind eigentlich gleich, aber schaut mal auf die Größe der Gläser^^).

 

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Kilmainham Jail – altes Gefängnis – ein Besuch soll sich wirklich lohnen, leider muss man lange vorher reservieren

Molly Melone Statue

Molly Mallone Statue

Interessantes Einkaufszentrum Stephens Green Shopping Center

Stephens Green Shopping Center

Brücken über die Liffey, z.B. Samuel Beckett Bridge, Ha’penny Bridge

Parks, z.B. Merrion Square, Phoenix Park (mit Dublin Zoo)

The Spire Skulptur

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