Noch ein Tipp für Weihnachten: Synology DS216J NAS

Da in drei Wochen Weihnachten ist und es langsam Zeit wird, dass ihr euch um Geschenke kümmert, gibt es heute mal keinen Reisebericht. Ich habe mir dieses Jahr ein NAS gekauft und warum das eine tolle Idee für Weihnachten ist, lest ihr hier.

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Was ist eigentlich ein NAS?

NAS bedeutet Network Attached Storage und ist im Prinzip nichts anderes als ein Speicher, der (in unserem Fall) im Heimnetzwerk hängt und auf den man bspw. per LAN oder WLAN mit verschiedenen Geräten (z.B. Handy, Computer, Smart-TV) zugreifen kann. Heutige NAS-Systeme sind selbst kleine Computer und können weit mehr als nur Speicherplatz zur Verfügung zu stellen. Damit ein solches System aber vernünftig betrieben werden kann, sind die verbauten Rechenkomponenten meist nicht allzu leistungsstark und auf einen geringen Stromverbrauch getrimmt.

 

Ja schön, aber warum brauche ich sowas?

Über die Jahre haben sich bei mir tausende von Digitalfotos und Videos angesammelt – von Reisen, Feiern, Familie und vielen anderen Dingen. Anfangs habe ich alle Fotos auf meiner internen Festplatte gespeichert, als die aber langsam voll wurde, kaufte ich mir eine externe Platte. Speicher ist mittlerweile sehr günstig und man kann schon für kleines Geld Harddiscs mit 1-2 TB an kaufen – definitiv genug für eure Fotos (wenn ihr nicht viel im RAW-Format aufnehmt). Leider ist eine Festplatte alleine nicht sehr ausfallsicher – ich habe früher schon einmal viele Fotos verloren, da eine meiner damaligen internen Festplatten kaputt gegangen war (dummerweise ließ sich auch nichts mehr retten). Der imaginäre Schaden ist in so einem Fall extrem hoch, denn mit Fotos verbindet man private Erlebnisse und Erinnerungen. Im besten Fall sichert man also seine Fotos auf zwei Festplatten – z.B. lokal im Laptop/PC und extern. Nur blöd, dass man dann immer von Hand synchronisieren muss.

Viel komfortabler ist da ein NAS mit zwei Festplatten. Das stellt ihr irgendwo in eine Ecke und verbindet es per Kabel bzw. WLAN mit eurem Heimnetzwerk. Wenn ihr die beiden Platten als Spiegelung konfiguriert, so werden jedes Mal, wenn ihr etwas auf das NAS kopiert, die Daten automatisch auf beiden Festplatten abgelegt. Das sorgt für Redundanz und Ausfallsicherheit. Natürlich könnt ihr dort alles mögliche ablegen – bei mir befinden sich Dokumente, meine Fotos und die Videos der Gitup-Kamera auf dem NAS.

Synology DS216J
Gehäuse von schräg oben, vorne befindet sich der Einschaltknopf und einige Status LEDs

Mittlerweile sind die am Markt erhältlichen NAS-System sehr ausgereift und bieten euch weit mehr Funktionen als nur Speicherplatz. Synology gehört hier zu den Top-Anbietern, die Geräte des Herstellers werden regelmäßig ausgezeichnet und mit Preise überhäuft. Entschieden habe ich mit für die DS216J* – ein Einsteigergerät, natürlich mit Platz für zwei Festplatten (ich verstehe nicht, warum es diese Systeme auch nur eine Platte gibt). Dazu habe ich mir zwei 3 TB Platten von Western Digital* gekauft – die Festplatten der RED-Serie sind speziell für Netzwerkspeicher optimiert (leise und sehr zuverlässig im Dauerbetrieb).

DS216J rear
Gehäuse von hinten, hier sieht man den kleinen (unhörbaren) Lüfter, Ethernet-, Kensington- und Stromanschluss sowie zwei USB 3.0 Anschlüsse (z.B. für den Wifi Stick oder einen Drucker)

Nachdem ich das NAS erhalten hatte, stellte ich es neben meinen Router und verband beide Geräte mit einen Patchkabel. Die Einrichtung ist kinderleicht, man ruft die Oberfläche des NAS von PC oder Laptop aus auf und ein Assistent hilft alles zu konfigurieren. Danach ist die Netzwerkfestplatte von allen Geräte im Netzwerk erreichbar, auch vom Handy aus per App oder vom Smart TV aus, denn der hängt ja auch im Netzwerk. Beim nächsten Besuch könnt ihr dann ganz easy eure Urlaubsfotos auf dem Fernseher zeigen und wenn mal wieder nichts in der Glotze kommt, könnt ihr einfach ein Video abspielen.

DS216 inside
Die Festplatten lassen sich kinderleicht einbauen; zur Vibrationsdämpfung liegen Unterlegscheiben aus Gummi bei

Nachdem ich einige Gigabytes auf die DS216 kopiert hatte, stellte ich jedoch fest, dass mein Router eine Krücke ist. Ich hatte ihn von meinem Internetanbieter zur Verfügung gestellt bekommen, es ist irgendein Gerät von Cisco (eine Fritz-Box wäre hier sicher besser gewesen). Das Kopieren von größeren Datenmengen per WLAN auf das NAS erfolgte sehr langsam und es kam immer wieder zu Abbrüchen. Die Lösung des Problem war jedoch sehr einfach – anstatt das NAS mit dem Router direkt zu verbinden, verband ich es direkt mit meinem PC und spendierte ihm einen WLAN-Stick* über den ich es jetzt mit dem Router verbinde (die Systeme von Synology sind mit einigen WLAN-Adaptern kompatibel, auf der Seite des Herstellers findet man eine Übersicht).

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Weitere Optionen

Das Menü von Synology bietet eine sehr aufgeräumte Oberfläche, man kann alle Einstellungen sehr einfach vornehmen und über einen Paketmanager weitere Apps („Pakete“) installieren. Dieses Feature erweitert den Funktionsumfang in extrem. Da die DS216 im Prinzip nichts anderes wie ein kleiner Computer mit zwei Festplatten ist, kann sie natürlich auch einige andere Aufgaben übernehmen.

DS216J Oberflaeche
Die Oberfläche ist sehr aufgeräumt – hier mit Anzeige des Systemstatus

Ein paar Beispiele für weitere Funktionen:

  • Download Station: Mit diesem Paket kann die DS216 Downloads für euch übernehmen – ihr stellt einfach ein, was wann heruntergeladen werden soll, alles andere übernimmt das NAS. Somit muss euer Rechner nicht immer laufen, nur weil ihr mal wieder was über Bit Torrent zieht.
  • Audio Station: Dieses Paket ist so ähnlich wie iTunes für die Netzwerkfestplatte – man kann auf das Musikarchiv oder auf Internet-Radiosender zugreifen. Das tolle – die Geräte im Netzwerk können über die Audio Station alle Quellen abspielen – so könnt ihr mit eurem Handy per App oder Fernseher mittels DLNA die Musik von der NAS abspielen (gibts auch für Bilder, Videos und andere Dateien).
  • Word Press: Ihr könntet sogar euren Blog auf der NAS laufen lassen – vorausgesetzt ihr aktiviert den externen Zugriff aus dem Internet und habt eine gute Verbindung.
  • Surveillance Station: Mit diesem Paket übernimmt die DS216 die Verwaltung von IP Kameras in eurem Netzwerk – ihr könnt Aufnahmen programmieren, Videos aufnehmen oder das Live-Bild anschauen. Über den externen Zugriff könnt ihr unterwegs vom Handy oder Computer aus nachschauen, ob zu Hause alles in Ordnung ist.
  • GitLab: Webbasierter Repositorymanager mit Wiki-Funktion – falls ihr gemeinsam an Projekten arbeitet und diese auf dem NAS abspeichert.

Eine Übersicht über die verfügbaren Pakete gibt es hier.

Synology Assistant
Über den Synlogoy Assistant kann man das NAS ganz einfach finden

Ich nutze das NAS derzeit als Backup und gelegentlich zum Musikhören oder Abspielen von Videos auf meinem TV. Einmal die Woche fährt das NAS hoch und führt automatisch ein Backup wichtiger Daten meines Rechners durch, danach geht es wieder schlafen. Per WOL (Wake on lan) wacht es immer auf, wenn ich es brauche und um Strom zu sparen, habe ich es so konfiguriert, dass es fünf Minuten nach dem letzten Zugriff automatisch in den Standby geht.

Theoretisch ist es auch möglich, vom Internet auf die Festplatten zuzugreifen, man muss dafür nur den externen Zugriff aktivieren. Ich wollte dieses Feature mal ausprobieren, da es toll ist, wenn man auf Dienstreisen auch an seine Daten zu Hause rankommt. Mich schrecken jedoch einige Sicherheitsbedenken ab – was passiert, wenn ein anderer irgendwie auf die Daten zugreifen kann? Außerdem habe ich, wie die meisten Nutzer, eine asymmetrische Internetverbindung, d.h. der Upload von meinem Anschluss zu Hause ist quälend langsam – da bringt es mir nichts, von unterwegs zu zugreifen.

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Fazit

Anfangs wusste ich gar nicht so richtig, was ich mir da angeschafft hatte. Ich wollte einen sicheren Speicher für meine Daten und vor allem meine Reisefotos. Durch viele Empfehlungen bin ich auf die DS216J gekommen. Nachdem ich sie anfangs wirklich nur als Speicher nutzte, war ich schon drauf und dran, sie zurückzuschicken – nur als Speicher ist sie dann doch schon ganz schön teuer. Nachdem ich mich aber mit den weiteren Funktionen beschäftigt hatte, entschied ich mich, das Gerät zu behalten. Mittlerweile habe ich alles so konfiguriert, wie ich es brauche und möchte das NAS auf keinen Fall mehr missen. Das System funktioniert super, der Einbau der Festplatten war leicht, Inbetriebnahme ebenso und Festplatten sowie Lüfter sind so leise, dass man vom Betrieb eigentlich nichts mitbekommt. Ziemlich toll finde ich die Media Server Funktionalitäten – meine Stereoanlage, TV und Handy spielen jetzt ganz easy Musik und Videos vom NAS ab. Die von Synology angebotenen Handy-Apps funktionieren super und viele Funktionalitäten habe ich noch gar nicht ausprobiert (aber jetzt kommen ja lange Winterabende).

Falls ihr einen sicheren Speicher für eure Daten sucht und auch mit mehreren Geräten darauf zugreifen möchtet (z.B. Laptops von Kind, Frau, etc.), dann solltet ihr euch die Synology DS216J mal anschauen. Es gibt auch NAS von anderen Anbietern, aber das Gesamtpaket ist bei Synology perfekt, da kommt man nicht dran vorbei.

 

Komponenten

Hier nochmal die Übersicht über die Komponenten und deren aktuelle Preise bei Amazon (03.12.2017):

 

Links

Ich wollte hier keinen kompletten Testbericht schreiben oder euch die Einrichtung bzw. Einbau der Festplatten erklären – dafür gibt es schon etliche Seiten im Netz:

 

Spezifikationen der DS216J

  • CPU: Marvell Armada 385 88F6820, 32-bit, Dual Core 1.0 GHz
  • Hardwareverschlüsselungsmodul vorhanden
  • Systemspeicher: 512 MB DDR3
  • Maximale Größe eines einzelnen Volumes: 16 TB
  • Maximale interne Rohkapazität: 24 TB (2*12 TB)
  • 1 Ethernet Port (Gigabit)
  • 2 USB 3.0 Ports
  • Stromverbrauch im Ruhezustand: 6.95 W
  • Stromverbrauch im Zugriff: 14.85 W

Weitere technische Daten findest du hier.

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