Sonnenschutz auf Reisen

Sunblock

Heute müssen wir mal über ein etwas ernsteres Thema reden – es geht um Sonnenschutz auf Reisen.

Während in vielen Ländern helle Haut als Schönheitsideal gilt, ist es bei uns umgekehrt: Wir lieben Reisen in die Sonne und legen uns an den Strand, um uns zu bräunen. Dabei ist gerade unsere helle Haut anfällig für Hautkrebs. Übermäßige UV-Strahlung kann zu Schädigung des Erbgutes in Hautzellen führen und so Krebs verursachen, andererseits führt die UV-Strahlung zur Bildung von Vitamin D und unterstützt den Kalziumhaushalt. Wie finde ich nun die richtige Sonnendosis und wie kann ich meine Haut schützen? Auf welche Dinge sollte ich sonst noch achten?

 

Vorsorge treffen

Wenn ihr Reisen in Gebiete mit starker Sonnenstrahlung, wie zum Beispiel Mexiko, plant, müsst ihr schon im Vorfeld darüber nachdenken, wie ihr euch vor zu viel Sonne schützt. Hut und Sonnencreme gehören auf jeden Fall in das Gepäck. Wer plant ganztägig unter blauem Himmel unterwegs zu sein, z.B. beim Wassersport oder bei Bootstouren, braucht Kleidung mit UV-Schutz, hier gibt es vor allem für Sportler atmungsaktive Garderobe, die auch Arme und Beine berdeckt. Wenn ihr bereits wisst, dass ihr anfällig für Sonnenbrand seid, solltet ihr die Anzahl der Sonnenbäder auf ein Minimum reduzieren und die Haut erst langsam an die starke Strahlung gewöhnen. Grundlegend sollte man sich mit heller Haut nie längere Zeit ungeschützt der Sonne aussetzen.

Indirekte Bestrahlung durch Reflexion in Wasser und Schnee wird ebenso häufig unterschätzt wie die Höhensonne in den Bergen, denn mit der Höhe steigt auch die UV-Strahlung. Leider habt ihr in Mexiko beides – Höhe und starke Sonne (Mexiko-Stadt liegt bspw. auf 2300 m Höhe).

Kleidung mit UV-Schutz gibt es unter anderem bei Amazon*:

 

Richtige Sonnencreme – auf was ist zu achten?

Lichtschutzfaktor

Prinzipiell gilt: Je heller die Haut, desto höher sollte der Lichtschutzfaktor (LSF) sein. Aber was gibt dieser Faktor eigentlich an?

Der LSF (bzw. SPF – sun protection factor) wird nach der COLIPA International Sun Protection Factor Test Method bestimmt. Jeder Hauttyp hat eine individuelle Eigenschutzzeit. Diese gibt an, wie lange die ungebräunte Haut der Sonne maximal ausgesetzt werden kann, bis die Haut gerötet wird. Sie beträgt für helle Haut (Hauttyp 1) etwa 3 Minuten, für bräunliche Haut bis zu 40 Minuten. Dabei verringert sich die Eigenschutzzeit mit höherer UV-Strahlung (z.B. im Gebirge) bzw. erhöht sich nach Gewöhnung der Haut an die Sonne. Der Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme gibt an, wie viel mal länger man sich mit dem entsprechenden Produkt in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als dies mit der Eigenschutzzeit möglich wäre. Ihr solltet aber nicht davon ausgehen, dass ihr euch bei Lichtschutzfaktor 50 zweieinhalb Stunden in der Sonne aufhalten könnt – diese Werte sind nur theoretischer Natur und werden unter anderem auf der Grundlage einer Anwendung 50 g berechnet (das entspricht bei manchen Produkten der halben Packungsgröße).

LSF bis 10 gelten als niedrig, bis 25 als mittel, bis 50 als hoch und 50+ als sehr hoch. Sonnenschutzmittel müssen übrigens nicht nur gegen die kurzwellige UV-B, sondern auch gegen die weniger häufig vorkommende langwellige UV-A Strahlung schützen. Das Sonnenlicht hat zwar einen geringeren UV-A Anteil, jedoch dringen diese langen Wellen tiefer in die Haut ein. Deswegen gibt es seit 2006 in Europa eine Vorschrift zur Mindestwirksamkeit: Der LSF soll mindestens 6 betragen, der UV-A Schutz muss ein Drittel des LSF betragen. Mittel, die diesem Grundsatz entsprechen tragen das Logo „UVA im Kreis“.

In der Regel ist eine Creme mit einem extrem hohen LSF nicht notwendig. Ein Lichtschutzfaktor von 25 absorbiert bereits 95 Prozent der UV-B Strahlung, mit 50 sind es nur 3 Prozent mehr. Natürlich könnt ihr euch etwas länger in der direkten Sonne aufhalten, ihr solltet eure Sonnenbäder aber immer in Maßen genießen.

 

Anwendung: Creme oder Spray

Heutzutage findet man im Sortiment von Supermärkten oder Apotheken meist Sonnencremes oder -sprays. Vor allem Sprays haben sich in den letzten Jahren weiter verbreitet, was in der einfachen Anwendung liegt. In der Regel braucht man bei einem Spray auch keine zweite Person zur Hilfe. Dennoch raten viele Experten zu Cremes, denn diese lassen sich besser dosieren und verteilen. Bei Sprays können flüchtige Bestandteile sehr schnell verdampfen und es kann zu einer sehr ungleichmäßigen Verteilung kommen. Weiterhin geht bei Sprays ein großer Teil daneben – was einerseits Verschwendung und andererseits nicht gut für die Umwelt ist.

Sonnenschutz
Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Cremes, Sprays und Gels

 

Wasserfestigkeit

Durch Wasser oder Schweiß kann die Wirkung der Sonnencreme nachlassen. Selbst bei wasserfesten Cremes fällt die Wirkung recht schnell um die Hälfte ab. Wer sich abtrocknet, der vernichtet den Schutz komplett. Daher sollte man sich nach dem Baden oder Schwitzen unbedingt erneut eincremen.

 

Umweltverträglichkeit: Chemische vs. mineralische UV-Filter

Dieses Jahr war ich wieder viel unterwegs, unter anderem in Puerto Rico und auf der kleinen Insel Holbox vor Yucatán. Beide Orte haben etwas gemeinsam: Man findet dort Buchten, in denen das Wasser durch Kleinstlebewesen, sog. Dinoflagellaten, zum Leuchten angeregt wird (der Effekt ist auch als Meeresleuchten bekannt). Leider sind Orte, an denen man diese Magie erleben kann, sehr selten geworden auf der Erde. Das liegt hauptsächlich an der Verschmutzung, welche einerseits durch die Industrie, aber andererseits auch durch Touristen kommt. Sicher habt ihr schon mal diesen öligen Film gesehen, wenn ihr kurz nach dem Eincremen mit Sonnencreme baden gegangen seid. Was ihr da auf dem Wasser seht, ist der Chemiecocktail, der zwar eure Haut schützt, dafür aber den Lebensraum Wasser gefährdet. Studien haben Bestandteile von synthetischen UV-Filtern in Fischen und Krebsen nachgewiesen, ebenfalls ist bekannt, dass diese Produkte zur Bleiche von Korallenriffen führen. Aus diesem Grund nutze ich schon seit längerem Sonnenschutzmittel, die nicht auf chemische, sondern auf mineralische UV-Filter setzen. Die mineralischen Filter bestehen meist aus Titan- oder Zinkoxid. Die Bestandteile wirken wie kleine Spiegel auf der Haut, die das Sonnenlicht reflektieren. Mineralische Cremes wirken daher direkt nach dem Eincremen, eine Wartezeit ist nicht erforderlich.

Leider sind nicht alle Bio-Sonnencremes gleichermaßen geeignet. Ihr erinnert euch sicher, dass man früher immer nach dem Eincremen einen weißen Film auf der Haut hatte, der erst nach einer Weile eingezogen und verschwunden ist. Viele heutige Sonnencremes verschwinden jedoch viel schneller – Grund dafür ist die extreme Verkleinerung der enthaltenen Partikel durch Nanotechnologie. Es gibt noch nicht viele Untersuchungen über die Auswirkungen dieser kleinen Teilchen auf die Umwelt, jedoch deuten einige Studien auf ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bestimmter Tierarten durch Einatmen der kleinen Partikel hin. Da seit 2013 Inhaltsstoffe mit Nanotechnologie mit dem kleinen Wort „Nano“ gekennzeichnet werden müssen – könnt ihr relativ schnell herausfinden, ob die entsprechende Creme kleine Teile enthält, und darauf verzichten.

Sonnencreme

Und was, wenn ich mit der Bio-Sonnencreme nicht klar komme?

Wenn dich die etwas dickere Konsistenz, der geringere LSF, die längere Einwirkzeit oder schlichtweg der höhere Preis von Biosonnencreme stören, dann solltest du zumindest auf Produkte setzen, die einen weniger gefährlichen Chemie-Cocktail beinhalten. Die Zeitschrift Öko-Test ist dafür eine gute Anlaufstelle.

 

Wo kaufen?

Die Shop-Apotheke bietet ein großes Sortiment an Arznei- und Haushaltsmitteln. Im Gegensatz zu anderen Anbietern bekommt ihr zu jedem Artikel eine Angabe der Inhaltsstoffe, die euch eine Prüfung der Verträglichkeit erleichtert. Im Angebot findet ihr unter anderem auch bio-zertifizierten Sonnenschutz (z.B. mit ICEA- oder Ecocert-Zertifikat). Sonnencremes mit mineralischem Filter gibt es beispielsweise von Weleda oder Berma Solar.

 

Übrigens 1: Eine „gesunde Bräune“, wie oft von Kosmetikherstellern beworben, gibt es nicht. Die braune Färbung ist eine Abwehrreaktion der Haut gegen das Licht. Das heißt aber nicht, dass ihr euch jetzt zu Hause verkriechen oder nur noch im Pullover rausgehen solltet. Genießt das schöne Wetter, aber denkt daran: Alles in Maßen.

Übrigens 2: Auch bei Mückenschutz solltet ihr auf die Umweltverträglichkeit achten, hier gibt es unter anderem Mittel von Anti Brumm und Autan.

 

Reiseziele, die bestimmte Inhaltsstoffe verbieten

Mittlerweile gibt es mehrere Regionen, die Sonnencremes mit bestimmten Inhaltsstoffen verbieten, unter anderem: Hawaii, Jungferninseln und Key West. Der Staat Palau hat Sonnenschutzmittel komplett verboten. Mexiko spricht bereits Empfehlungen an Touristen aus. Ihr solltet euch also vorab informieren, ob ihr ein entsprechendes Produkt benutzen dürft.

 

Fazit

Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme: Damit auch eure Kinder noch diese wunderschöne Welt genießen können, solltet ihr euch vor dem Kauf immer über Inhaltsstoffe und Umweltverträglichkeit informieren.

Ich finde es super, dass einige Regionen mittlerweile bestimmte Bestandsteile von Sonnenschutzmitteln verbieten und gehe davon aus, dass in Zukunft weitere Länder nachziehen werden. Also setzt ihr am Besten gleich auf umweltverträgliche Mittel und tut der Natur etwas Gutes!

 

Quellen:

Phytodoc (https://www.phytodoc.de/gesund-leben/gesunde-haut-haare/sonnencremes-welcher-sonnenschutz-ist-optimal-fuer-mensch-und-umwelt)

Bund (https://www.bund.net/themen/chemie/nanotechnologie/)

Ökotest (https://utopia.de/ratgeber/sonnencreme-test-ladival-sundance-elkos/)

Utopia (https://utopia.de/bestenlisten/mineralische-bio-sonnencreme/)

Zeit (https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-11/korallenbleiche-riff-sonnencreme-sonnenschutz)

Spektrum (https://scilogs.spektrum.de/meerwissen/das-grosse-sommerduell-sonnencreme-versus-korallenriff/)

Reisereporter (https://www.reisereporter.de/artikel/9815-umweltschutz-6-orte-an-denen-sonnencreme-verboten-ist-hawaii-florida-mexiko)

Bilder/Fotos: Pixabay (zur kommerziellen Nutzung freigegeben)

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