Galápagos: Isla San Cristóbal

Auf geht´s nach San Cristóbal, der östlichsten Insel des Galápagos Archipels. Neben unzähligen Seelöwen und der einzigen großen Frischwasserquelle der Inseln gibt es hier so einiges zu entdecken.

In den letzten beiden Artikeln habe ich euch von meinen Reisevorbereitungen für Ecuador sowie der Anreise und Geschichte der Galápagos Inseln erzählt. Heute wird es Zeit für den ersten Reisebericht. Nachdem wir am Abend des 03.06.22 in Guayaquil ankamen, mussten wir erstmal shoppen gehen, da ein Gepäckstück fehlte und unser Flugzeug nach San Cristóbal bereits am nächsten morgen abhob. Der Flug dauerte nur etwa 2h und nachdem wir den teuren Eintritt zum Nationalpark gezahlt hatten, nahmen wir ein Taxi für 3 USD zu unserer Unterkunft.

Hinweis: Zwischen Ecuador und Galapagos herrscht eine Stunde Zeitunterschied! Eure Handys werden sich höchstwahrscheinlich nicht automatisch umstellen. Falls ihr also am nächsten Tag nicht eine Stunde vor verschlossener Tür auf den Beginn eurer Bootstour warten wollt (so wie wir^^), dann solltet ihr daran denken eure Handys umzustellen.

Der umfangreichste Reiseführer für Ecuador und Galapagos*:

 

 

Über Isla San Cristóbal

Die Isla San Cristóbal (auch Chatham genannt) ist die östlichste und geologisch älteste des Galápagos Archipels. Sie liegt etwa 1.000 km westlich des ecuadorianischen Festlands und ist mit einer Fläche von 585 km² die fünftgrößte der Galápagosinseln. San Cristóbal beheimatet den Regierungssitz von Galápagos in der Stadt Puerto Baquerizo Moreno und hat mit etwa 6.000 Einwohner die höchste Bevölkerungsdichte nach der Isla Santa Cruz. Sie ist die einzige Insel mit einem Flughafen direkt an der Stadt und zusammen mit Baltra (nördlich von Santa Cruz) bietet sie die einzigen regelmäßigen Flugverbindungen zum Festland. Der spanische Name San Cristóbal ist abgeleitet vom heiligen Christophorus, dem Heiligen der Seefahrer. Der englische Name Chatham hingegen kommt vom ehemaligen britischen Premierminister William Pitt, 1. Earl of Chatham.

Im Süden befindet sich der Cerro San Joaquin, mit einer Höhe von 730 m der höchste Punkt der Insel. Er sorgt für feuchtes Klima in seiner Umgebung, im Nordosten der Insel ist es hingegen sehr trocken. Aufgrund des Süßwassersees El Junco handelt es sich um die fruchtbarste Insel des Archipels. Der See sorgte auch für die älteste permanente Siedlung.

Wie im vorherigen Artikel berichtet, landete Charles Darwin 1835 auf San Cristóbal und begann Flora, Fauna und Geologie zu untersuchen. Die permanente Besiedelung begann jedoch erst 1880 mit der Ankunft einer Gefangenenkolonie. 1891 gründete Manuel Cobos eine Zuckerfabrik in der Nähe von El Progreso auf der Insel und nutzte die Sträflinge als Arbeiter. Er importierte Autos und druckte sein eigenes Geld. 1904 töteten ihn die Arbeiter bei einer Revolte. Sein Sohn übernahm die Fabrik, war jedoch nicht sehr erfolgreich.

Übrigens solltet ihr auf keinen Fall euer Schnorchelquipment* zu Hause vergessen – die Wasserwelt ist atemberaubend hier:*

 

Eine kleine Wanderung rund um Puerto Baquerizo Moreno

Da wir bereits kurz nach 11 Uhr (Achtung: Zeitverschiebung nicht vergessen!) an unserem Hostel Palma del Mar 2* ankamen, begannen wir zu Fuß mit der Erkundung der Gegend rund um die Stadt. Wichtig: Trotz bewölktem Himmel bekommt man hier ruckzuck Sonnenbrand, d.h. Sonnencreme* und Hut nicht vergessen. Auch solltet ihr unbedingt Badesachen, Schnorchelquipment* und genügend Trinkwasser dabei haben. Da wir Vögel fotografieren wollten, kam natürlich auch die große Kamera in den Rucksack.

 

Malecón San Cristobal, Playa de Oro, Playa de los Lobos und Playa de los Marinos

Vom Hostel liefen wir zuerst zum Playa de Oro und der Statue von Charles Darwin. Schon von weitem kann man die Schreie der vielen Seelöwen hören (und leider auch deren Geruch riechen). Von der Statue aus könnt ihr in Richtung Westen den kleinen Malecón entlang schlendern und über Seelöwen sowie riesige Pelikane lachen, die sich die besten Plätze reserviert haben und durch nichts und niemanden vertreiben lassen. Auch wenn Playa nach Baden klingt – hier könnt und wollt ihr nicht schwimmen gehen. Entlang des Malecóns und der Nebenstraßen findet ihr etliche Restaurants und Tourenanbieter. Im Vergleich zum Festland sind die Preise hoch.

 

Playa Mann

Von der Innenstadt aus liefen wir weiter in Richtung Nordosten zum Cerro Tijeretas. Unterwegs kommt ihr am Playa Mann vorbei – dem ersten Strand, an dem ihr euch ausruhen, baden und schnorcheln könnt. Aber Vorsicht: Auch hier müsst ihr euch den Platz mit den Seelöwen teilen ;). Gegenüber des Playa Mann befindet sich die Universidad San Francisco de Quito, nördlich davon beginnt der Weg zum Interpretation Center.

 

Interpretation Center

Gleich nach dem Playa Mann nahmen wir den Weg durch das Interpretation Center in Richtung Cerro Tijeretas. Das Center ist kostenlos und bietet viele Informationen zu Geschichte und Bedeutung der Galápagosinseln. Ein Must-Visit wenn ihr auf der Insel seid.

 

Cerro de las Tijeretas

Folgt dem Trail nach dem Interpretation Center etwa einen Kilometer zum Cerro de las Tijeretas (Fregattvogel-Berg). Von diesem kleinen Hügel aus habt ihr einen tollen Überblick über die Bucht Bahía Baquerizo Moreno und könnt viele Vögel beobachten. Nach dem Abstieg solltet ihr dem Trail zum kleinen Holzsteg folgen und ein erfrischendes Bad nehmen. Unbedingt hier schnorcheln – das Wasser ist sehr klar und ihr könnt vieles entdecken! Hier steht übrigens eine 1935 errichtete Statue von Charles Darwin.

 

 

Playa Punta Carola

Nach dem schnorcheln geht es zum Sonnenbaden an den Playa Punta Carola. Folgt dazu einfach dem Trail in Richtung Westen. Auch am Playa Punta Carola könnt ihr nochmal Schnorcheln, ihr solltet jedoch auf die Strömung achten und am besten Wasserschuhe dabei haben. Schaut auch nach den Seelöwen, die schwimmen oft am Strand entlang (oder nehmen euch auf dem Strand den Platz weg) und nicht alle wollen nur spielen^^.

Ich habe hier beim Schnorcheln bereits einige große Schildkröten gesehen. Leider hat das neue Wassergehäuse meiner DJI Osmo Pocket bereits bei der ersten Nutzung den Geist aufgegeben. Ich weiß nicht, wie viele Wasserkameras ich in Urlauben schon zerstört oder verloren habe. Vor kurzem am Prime Day habe ich mir eine GoPro Hero 8* mit Zubehör für 279€ gekauft. Die ist wenigstens von Haus aus schon einige Meter wasserdicht und ich hoffe, dass sie länger durchhält.

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Playa Lobería

Auf der anderen Seite der Stadt, etwa 30 Minuten in Richtung Süden (am Flughafen vorbei), befindet sich der Playa Lobería. Hier könnt ihr wieder etliche Seelöwen, Leguane und Vögel beobachten. Wer nicht laufen möchte, kann sich auch von einem Taxi für 3 USD zum Strand fahren lassen.

 

 

Tagestouren rund um San Cristóbal

Rund um den Malecón findet ihr etliche Tourenanbieter (auch für Tauchgänge), bei denen ihr Tages- oder Halbtagesausflüge buchen könnt. Die Preise schwanken je nach Tour zwischen 150-250 USD pro Person (Achtung: Oft wird nur Cash akzeptiert). Snacks, Mittagessen, Getränke sowie Schnorchel- oder Tauchequipment sind meist inklusive. Am häufigsten werden Touren zur unbewohnten Isla Española im Süden (sehr gut zur Vogelbeobachtung), zum Kicker Rock (schnorcheln und/oder tauchen, hier könnt ihr viele Haie sehen), zu Punta Pitt (schnorcheln und Vogelbeobachtung), zur Isla Lobos (Vogelbeobachtung, unzählige Seelöwen) oder die 360° Tour (einmal um die Insel mit mehreren Schnorchelstopps und einer kleinen Wanderung) angeboten.

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Viele der Touren können auch online im Vorfeld gebucht werden (oft etwas teurer). Wir wollten eigentlich einen Tagesausflug zur Isla Española unternehmen, jedoch hatten wir nur einen freien Tag auf San Cristóbal zur Verfügung und genau an diesem fand keine Tour statt. Stattdessen wählten wir die 360 Grad Tour einmal um die Insel. Wie bereits erwähnt standen wir am kommenden Tag pünktlich auf und erreichten den Treffpunkt 7 Uhr morgens – dann stellten wir fest, dass wir unsere Uhren nicht umgestellt hatten und eine Stunde zu zeitig waren^^.

 

360° Tour

Da wir am Montag, den 6.7.22, bereits mit der Fähre nach Santa Cruz fahren wollten, blieb uns nur der Sonntag für einen Tagesausflug rund um San Cristóbal. Wir buchten die 360 Grad Tour für 170 USD pro Person. Sie beinhaltete Snacks, Getränke (auch Bier), Mittagessen und Schnorchelequipment (+ Neoprenanzug, den braucht man, da das Wasser relativ kalt ist). Unser Boot, die Don Wacho, legte pünktlich 7:30 Uhr ab und begann die Fahrt in Richtung Kicker Rock. Auf dem Weg dorthin wurden wir plötzlich von unzähligen Delfinen begleitet, die sich an den Wellen hinter dem Boot erfreuten und fleißig durch die Gegend sprangen. Zur Freude der Tiere (und uns Fotografen) drehten wir mehrere kleine Kreise im Wasser.

Gegen 08:15 Uhr kamen wir am Kicker Rock an. Dort schnorchelten wir durch die Spalte zwischen den beiden Felsen. Wir sahen viele Fische, Schildkröten und Rochen. Normalerweise kann man auch Hammerhaie beobachten, aber so viel Glück hatten wir leider nicht.

Nach dem Kicker Rock ging es weiter in Richtung Norden um die Insel. Nächster Stopp war gegen 09:45 Uhr die Bucht Bahía Sardina mit ihrem tollen weißen Sandstrand. Wir nutzten die Pause zum schwimmen, schnorcheln, ausruhen oder wandern. Wieder gab es Seelöwen und Schildkröten. Etwa 10:30 Uhr ging es weiter.

Gegen 12 Uhr erreichten wir Punta Pitt, den östlichsten Punkt der Insel. Zeit für das Mittagessen, es gab Fisch oder Hühnchen mit Gemüse und Reis.

13:20 Uhr gingen wir in der Nähe der Bahía Rosa Blanca an Land und unternahmen eine kleine Wanderung. Dort konnten wir interessante Gesteinsformationen sehen, die durch die abkühlende Lava gebildet wurden. Wir kamen auch an einem kleinen See vorbei, der sich bildet, wenn bei Ebbe das Wasser zurückweicht. In diesem See schwammen mehrere Haie – sie müssen während der Flut hineingeschwommen sein.

Bevor wir den Rückweg antraten, konnten wir hier nochmal schnorcheln und unzählige riesige Schildkröten sehen! Das ist schon wirklich faszinierend, wenn du dich umdrehst und dann gleitet so ein riesiges Geschöpf ganz entspannt neben dir vorbei.

Gegen 14:30 Uhr begann die relativ lange Rückfahrt in Richtung Stadt. Der Wellengang war jedoch alles andere als angenehm und mehreren Passagieren wurde es schlecht auf der Fahrt.

Fazit: Die Tour war ein guter Mix zwischen Vogelbeobachtung, schnorcheln und kleiner Wanderung. Leider sitzt man sehr lange im Boot, vor allem die Rückfahrt zog sich schon deutlich hin. Für den Preis von 170 USD pro Person kann ich den Tagesausflug aber empfehlen. Unbedingt eine funktionierende Wasserkamera und Badelatschen bzw. Wasserschuhe* mitnehmen. Auch ein Drybag* sollte dabei sein.

 

Weitere Sehenswürdigkeiten

Aufgrund der Distanzen und wenigen Straßen sollten viele Sehenswürdigkeiten und Strände (u.a. Cerro Brujo, Ochoa, Galapaguera) rund um die Insel am besten mit Boot besucht werden (deswegen werden überall in der Stadt Touren angeboten). Ihr könnt jedoch einige Highlights im Süden der Insel auch per Taxi besichtigen. Für 60-80 USD bekommt ihr einen Rundtrip von Puerto Baquerizo Moreno über El Progreso bis nach Puerto Chino und könnt unterwegs unter anderem die Lagune El Junco besuchen.

 

Mit der Fähre zur Isla Santa Cruz

Am Montagmorgen gegen 7 Uhr nahmen wir die Fähre zur Insel Santa Cruz. Die Überfahrt dauerte etwa 2,5h und war deutlich angenehmer als in vielen Reiseführern beschrieben (nur die Lautstärke des Fernsehers war unerträglich…). Vom Hafen aus werdet ihr auf kleinen Zubringerbooten zur Fähre gebracht – die Fahrer halten unterwegs und verlangen 1 USD pro Person für die Fahrt. Die Fähre selbst kostete 30 USD pro Person. Nach Ankunft werdet ihr erneut von einem Zubringer auf die Insel gebracht (1 USD pro Person) und müsst eine Hafengebühr entrichten (1 USD pro Person). Danach müsst ihr zur Registrierung und euer TCT vorlegen. Laut einigen Reiseführern hätten wir dort erneut etwas bezahlen sollen, es wurde aber nichts verlangt.

Eine Fähre ist hier übrigens nur ein kleines Schnellboot (bis zu 40 km/h auf der Überfahrt!), dem man unter Deck ein paar Sitzreihen spendiert hat. Die Tickets solltet ihr auch jeden Fall ein oder zwei Tage vor der Fahrt kaufen – ihr bekommt sie bei den meisten Tourenanbietern in der Stadt.

 

Fazit San Cristóbal

San Cristóbal ist ein toller Start für euren Besuch der Galápagosinseln. Ich würde aber mindestens drei Tage einplanen – eine Tagestour mit dem Boot, eine Wanderung um die Stadt und einen Tag mit dem Taxi im Inland. Die 360 Grad Tour war gut, nur sitzt man wirklich lange im Boot. Eventuell wäre eine Ausflug zur Isla Española etwas angenehmer. Vom verlorenen Rucksack meiner Reisebegleitung haben wir noch nichts gehört, wir konnten aber auch nicht anrufen, da man in Ecuador 1-800er Nummern nur per Festnetz erreicht. Auf Santa Cruz haben wir dann endlich mehr erfahren, darüber erzähle ich aber im nächsten Artikel.

 

Kosten:

  • Bisher (vorheriger Artikel): ca. 2125 €
  • kleines Mittagessen nach Ankunft San Cristóbal: 15 USD
  • Handy aufladen (leider war das Paket bereits abgelaufen): 10 USD –> Hier wäre die Simkarte von Holafly* vor der Reise vermutlich die beste Option gewesen (mit dem Code alltagraus erhaltet ihr sogar noch Rabatt!)
  • Abendessen San Cristóbal: 80 USD (Tag 1 45 USD, Tag 2 35 USD)
  • Frühstück Bäcker San Cristóbal: 15 USD
  • 360 Grad Tour: 170 USD pro Person
  • Fähre: 30 USD pro Person
  • Überbringer und Hafengebühr: 6 USD

Gesamt: ca. 2615€ (angenommener Kurs 1 €=1,07 USD)

Der nächste Artikel dreht sich um die Insel Santa Cruz, auch dort haben wir wieder eine tolle Tour unternommen.

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