28.08.2012 | Savannah / schlimmster Tag des Praktikums

Bevor mein großer Bericht über die tolle und sehr interessante zweite Reise nach Mexico City und Puebla kommt, hier noch ein kurzer Text über Savannah vom vorletzten Wochenende und den schlimmsten Tag meines Praktikums.

Hint: Dieser Artikel stammt aus meinem ersten Blog über die Zeit als Praktikant in Spartanburg, USA. Damals habe ich für Freunde und Familie zu Hause von meinen Erlebnissen berichtet, jedoch noch keinen konkreten Reiseblog geführt. Hier geht es zum vorherigen Artikel, zum Anfang der Serie und hier zur finalen Zusammenfassung.

 

Savannah

Vom 11.-12.08. waren wir in Savannah, Georgia. Savannah ist eine mittelgroße Stadt an der Küste und sieht so ähnlich aus wie Charleston (sehr schöne Häuser, Kolonialstil, keine neuen Bauten oder Hochhäuser). Auf dem Hinweg haben wir noch in Beaufort gehalten und uns kurz einen Park angeschaut, danach sind wir nachmittags in Savannah angekommen und sind gleich nach dem Einchecken erstmal in die City gegangen.
Leider sah das Wetter nicht sehr gut aus und so fing es richtig schlimm zu regnen an, als wir gerade in einem Süßigkeitenladen (mit Herstellung) am Savannah River waren. Wir mussten über eine Stunde in dem Laden ausharren und da alles so gut aussah haben wir uns ein paar Sachen gegönnt (u.a. einen riesig großen glasierten Apfel). Danach sind wir in das Outback-Steakhouse gegangen, eine etwas bessere Restaurantkette mit sehr leckeren Steaks. Im Anschluss sind zwei der Praktikanten zurück ins Hotel und Felix und ich haben uns noch ein wenig die Stadt angeschaut. Am Abend ging es auf Party.

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Sonntag haben wir uns dann Fort Pulaski angeschaut, ein Fort zur Küstenverteidigung der vereinigten Staaten. Im Bürgerkrieg wurde das Fort erst von den Südstaaten genutzt und dann nach einer 30-stündigen Belagerung von den Nordstaaten eingenommen. Während unserem Besuch fand auch eine kleine Vorführung mit Schauspielern und originalgetreuer Kleidung und Musketenschüssen statt. Danach fuhren Felix und ich zum Strand zum Baden und entspannen und die anderen beiden haben sich noch ein wenig die Gegend angeschaut. Am Strand waren wir in einer Bar essen, in der es den “Fat Elvis” gab – ein Burger mit 1.5 Kg Fleisch, 6 Scheiben Bacon, 6 Scheiben Käse, Pommes und Salat. Ich hab keine Ahnung, wer sowas essen kann – das ist sogar für Amis schon viel. Sorry für die Bilder, mein Kollege wollte unbedingt sein neues Fischauge-Objektiv testen.

 

Der schlimmste Tag meines Praktikums

Am Donnerstag letzte Woche stand meine zweite Mexiko-Reise an. Ich hatte mir dafür extra zwei Tage frei genommen. Da der Flug 7 Uhr in der früh von Atlanta aus ging, bin ich 3 Uhr nachts hier los gefahren. Alles ging gut, bis 4.45 Uhr plötzlich das Auto nicht mehr richtig schalten wollte. Der Overdrive-Gang ging nicht mehr rein und nach ca. 5 Minuten fing es leicht mit qualmen an. Ich bin dann schleunigst raus gefahren und habe das Auto abgeschaltet und ein wenig gewartet. Nach erneutem Anschalten hat er leider gar nicht mehr geschalten und somit stand ich mitten im Nichts auf einer Ausfahrt der I-85 im Dunkeln (dort gab es nichts, nicht einmal eine Tankstelle). Meinen 7 Uhr Flug im Hinterkopf, versuchte ich panisch bei der Versicherung anzurufen, die haben mich dann an ein Abschleppdienst weitergeleitet, welcher das Auto in der nächsten halben Stunde holen wollte (als Praktikant leistet man sich natürlich nur die billigste Versicherung – kein Road Side Assistance, max. 20000$ Personenschaden, alle Rabatte, die es gibt – Geico hieß die Versicherung). In der Zwischenzeit habe ich versucht, Fahrer anzuhalten, die mir helfen können, oder mich evtl. nach Atlanta zum Flughafen bringen. Leider hält kaum jemand an, und die Leute, die angehalten haben, waren alle auf dem Weg zur Arbeit und konnten nichts machen. Allgemein ist es recht gefährlich dort im Dunkeln Autos anzuhalten – da ja hier jeder zweite eine Pistole im Handschuhfach hat. Als ich dann auf der Uhr beobachten konnte, wie ich den Flug verpassen würde, habe ich 45 Minuten vorher bei Expedia angerufen und den Flug gecanceled, was mich 150 Dollar gekostet hat (eine Gutschrift der Airline hab ich aber bekommen). Da ich völlig fertig war  – ich hatte mich ja so auf die Reise gefreut (und Rubi erst) und dachte, dass ich es nicht mehr nach Mexiko schaffe – habe ich den Mann am Telefon gefragt, ob er einen anderen Flug hat – und tatsächlich bekam ich einen Flug nachmittags von Atlanta aus für 350 Dollar. Nach 1.5h kam dann auch der Abschleppdienst und hat mich für 100 Dollar 6 Meilen weiter zur Ausfahrt Jefferson geschleppt, wo er mein Auto in eine Werkstatt brachte und mich an der Tanke ablieferte. Dort lud ich erstmal mein Handy mit Geld auf (da das am Telefon mal wieder nicht ging, wegen der Bankdatenverifizierung). Da ich immer noch nach Atlanta musste, fragte ich Trucker und Autofahrer an der Tanke, ob sie mich mitnehmen könnten. Dann kam aber der Tankstellenbetreiber und sagte, ich darf an seiner Tankstelle so etwas nicht machen. Also baute ich mir ein Schild und stellte mich an die Straße. Es haben nur wenige Leute angehalten und die wollten leider alle nicht nach Atlanta, sondern nur in die Richtung. Nach 1h kam dann die Polizei und gab mir eine Verwarnung, da Trampen in Georgia verboten ist. Also versuchte ich Taxiunternehmen in Atlanta anzurufen, jedoch fuhren die alle nicht so weit. Schließlich fand ich ein Taxi (zwei Mexikaner) von Gainsville nach Atlanta für 125 Dollar (vielen Dank für den Tipp von der Bedienung im BK neben der Tanke). Ab dem Airport ging dann alles recht reibungslos und der Aufenthalt in Mexiko gehörte zu einer schönsten Reisen, die ich in meinem Praktikum gemacht habe.

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Als ich dann am Sonntag wieder kam, ließ ich mich von anderen Praktikanten am Flughafen abholen. Gestern erhielt ich dann die erste Info der Werkstatt – am Getriebe sei eine Dichtung kaputt – man repariere die jetzt und dann hab ich eine 50:50 Chance, dass alles wieder geht, oder dass das Getriebe kaputt ist. Heute kam dann der finale Anruf. Beim Wechseln der Dichtung wären überall Metallspäne gewesen – er hat sich das Getriebe angeschaut – es ist komplett kaputt 🙁 Ein anderes Getriebe einbauen würde mich jetzt 1600 Dollar kosten, das Getriebe zu reparieren 1900 Dollar – das ist es leider nicht mehr wert. Dummerweise steht das kaputte Auto bei einem Händler in der Nähe von Jefferson – hierher schleppen kann ich es nicht, denn das würde weitere 300 Dollar kosten. Der Händler hat mir auch schon einen Schrottpreis angeboten – 400 Dollar. Aber ich würde mir wünschen, dass ich wenigstens noch ein bisschen mehr dafür bekomme.

Tja… und so schnell kann es gehen:(. Jetzt habe ich kein Auto mehr und bin immer auf die Hilfe meiner Mitbewohner angewiesen. Sport gibt es somit leider auch keinen mehr (das Fitness ist nicht gleich um die Ecke). Habe einen zweiten Notkredit aufgenommen. Jedoch sind es nur noch 3 Wochen, dann ist das Praktikum ohnehin zu Ende und ich mache einen Westküstentrip – auf den ich nach meinem Mexikobericht noch eingehe.
Ansonsten gibt es nicht viel neues, außer dass wir jetzt fast jeden Tag Farewell-Essen haben, da so viele Praktikanten heim gehen im Moment, es kommen aber auch fast jeden Tag neue dazu.

 

Nächster Artikel der Serie: 29.08.2012 | Mexico City und Puebla

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