Chiapas – Lacandón Jungle and Guacamayas Ecolodge

Ecolodge Guacamayas

Zeit für eine Pause von Ausgrabungsstätten – es geht in den Lacandón Urwald von Chiapas zur Ecolodge Guacamayas. Wenn ihr schon immer mal in Holzhütten übernachten wolltet, während wilde Tiere um euch herum durch das Dickicht streifen, dann seid ihr hier genau richtig!

Auch wenn ich Pyramiden und Ruinen absolut toll finde, so hasse ich es Artikel über sie zu schreiben. Da gibt es immer so viel zu erzählen über die Geschichte, die Gebäude, das Gelände, usw.. Daher heute eine Pause von der vielen Schreiberei und nur ein kurzer Bericht über den nächsten Stopp der Chiapas Rundreise.

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Ihr erinnert euch sicher – angefangen hatten wir mit dem über 1.000 m tiefen Cañon del Sumidero. Danach folgten die Kolonialstadt San Cristóbal de las Casas und die beeindruckenden Wasserfälle Cascadas de Agua Azul and Cascada Misol-Ha. Angekommen in Palenque besuchten wir die wunderschönen Maya-Ruinen, bevor es am nächsten Tag zur versteckten und nur mit dem Boot zu erreichenden Ausgrabungsstätte Yaxchilán ging. Von dort aus fuhren wir mit dem Mietwagen weiter an der Grenze zu Guatemala entlang bis nach Tlaltizapán. Hier wollten wir übernachten.


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Ecolodge las Guacamayas

How to get there

Im Palenque-Artikel haben wir über die Anreise per Mietwagen oder Flugzeug gesprochen, im darauffolgenden Artikel über den Weg nach Yaxchilán.

Die Ecolodge las Guacamayas wurde uns von Kollegen empfohlen. Erst waren wir uns nicht sicher, ob wir von Yaxchilán aus weiter entlang der Grenze ins Nirgendwo fahren sollten, aber die positiven Eindrücke und Erlebnisse unserer Reise bisher ließen uns alle Zweifel wegwischen. Die Anreise war dennoch abenteuerlich… .


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Von Frontera Corozal (Beginn der Bootstour nach Yaxchilán) aus fahrt ihr 15,9 km zurück zur Bundesstraße 307 und folgt dieser für 60 km weiter in Richtung Süden. Ihr werdet eine Militärkaserne sehen und biegt nach rechts ab. Erst sieht es so aus, als ob ihr direkt in die Kaserne fahren würde, aber es geht zum Glück linkerhand daran vorbei. Im weiteren Verlauf der Straße kommt ihr nach 23 km zum kleinen Dorf Zamora Pico de Oro, welches ihr ebenfalls links umfahrt. Nach weiteren 14 km biegt ihr nach rechts zum Ejido Reforma Agraria ab, welches zur Gemeinde Marqués de Comillas gehört. Hier findet ihr die Ecolodge. Für die gesamte Strecke solltet ihr ca. 2 h einplanen.

Hint: In dieser Gegend befinden sich relativ häufig Militärposten auf der Straße. In der Regel wollen die Soldaten nichts von euch und lassen euch vorbeifahren. Falls ihr doch angehalten und kontrolliert werdet, dann verhaltet euch ruhig und beantwortet die Fragen. Die sehen schon, dass ihr nur Touris seid. Wir wurden zweimal kontrolliert – einmal davon mussten wir sogar einen Koffer öffnen zur Kontrolle. Alles lief problemlos und die Soldaten wollten nicht mal ein wenig Geld haben^^.

Achtung 2: Bitte denkt an die schlechten Straßen und Topes – macht euch nicht den rental car* kaputt.

Hint: Unterwegs habt ihr häufig keinen Handyempfang. Bitte prüft also vorher ob ihr entsprechende Offlinekarten besitzt, ein Ersatzrad im Fahrzeug verfügbar ist und ihr genug Benzin, Wasser und etwas zu essen habt. Bei einer Panne wird es hier sicher etwas länger dauern. Bargeld sollte ebenfalls nicht fehlen – ihr findet ihr weit und breit keinen Geldautomaten.

Die rote Route zeigt die Anreise zur Ecolodge, die blaue die Weiterreise nach Las Nubes. Grün und lila die Weiterreise für die nächsten Berichte.

 

Die Guacamaya Ecolodge

Wie bereits erwähnt war unser Ziel die Ecolodge Las Guacamayas*. Diese befindet sich in der Gegend des Biosphärenreservats Montes Azules direkt an einem Zufluss zum Usumacinta. Sie wurde von Chinanteco-Familien gegründet, Ureinwohnern Mexikos, welche aus Oaxaca vertrieben wurden und sich in der Gegend niedergelassen haben. Sie haben sich dem Schutz der Flora und Fauna, vor allem des hellroten Aras (Guacamaja roja) verschrieben. Die Ecolodge nimmt an mehreren Schutzprogrammen teil, so findet ihr auf dem Gelände einen Orchideengarten, Vogelvolieren mit roten Aras und ein Terrain für Weißwedelhirsche. Diese Tiere könnt ihr mit etwas Glück auch auf einer Tour durch den Dschungel sehen.


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Während sich die Ecolodge auf der einen Seite des Flusses befindet, erwartet euch auf der anderen dichter grüner Dschungel. Da die Gegend nur spärlich besiedelt ist, streifen Affen und andere Tiere durch das Gelände und lassen sich von den 2-3 Touristen nicht beeindrucken. Zur Übernachtung stehen mehrere unterschiedlich große Palapas zur Verfügung. Diese sind geräumig im Inneren, bieten Klimaanlage, Moskitoschutz und ein eigenes Bad. Auf den Terrassen davor befinden sich Hängematten. Ihr erreicht die Hütten durch tolle grüne Strauchtunnel.

Damit ihr nicht an Hunger leiden müsst, befindet sich in einem großen Palapa direkt am Fluss ein gutes Restaurant. Dieses erreicht ihr über Holzstege von eurer Hütte aus. Schaut unterwegs nach oben zu den Palmen, ihr werdet wahrscheinlich Affen sehen, die sich von den Früchten ernähren.

Wifi gibt es in der Ecolodge übrigens nur im Bereich der Rezeption. Wenn ihr aber einmal dort seid, könnt ihr gleich eine Boots- oder Wandertour mit Guide durch den Dschungel buchen. Unterwegs werdet ihr Aras, Tukane, Krokodile, Klammer- und Brüllaffen, Kolibris und viele andere Tiere sehen. Auch eine Teilnahme an der Papageienfütterung ist möglich.

Gerade einen roten Ara gesehen und der Akku macht schlapp? Wird dir hiermit nicht passieren:*

 

Was solltet ihr mitbringen?

Vergesst nicht, dass ihr im Dschungel seid, daher solltet ihr folgende Dinge immer dabei haben:

Conclusion

Falls ihr unserer Reiseroute durch Chiapas folgt, so werdet ihr keine bessere Übernachtungsmöglichkeit finden! Die Anlage ist top gepflegt, wunderschön grün und bietet mit den Papageien und den umherstreifenden Affen eine geniale Atmosphäre. Das Essen im Restaurant ist sehr gut und die angebotenen Touren definitiv einen Blick wert. Wenn ihr ausspannen wollt, kommt ihr hier ebenfalls auf eure Kosten – Wifi gibt es nur an der Rezeption, Handyempfang könnt ihr vergessen und andere Menschen werdet ihr auch kaum  zu Gesicht bekommen. Also Handy aus, ab in die Hängematte und ein gutes Buch zur Hand!

Übrigens: In der Nacht streiften mehrere Affenrudel durch die Anlage und kletterten auch über das Dach unseres Palapa – man kommt sich vor wie im Film!

 

Lacandón Urwald und Biosphärenreservat Montes Azules

Der Lacandón Urwald (Selva Lacandona) befindet sich im östlichen Chiapas. Er beheimatet mehr als 450 Schmetterlingsarten (ca. 42% der Schmetterlingsarten Mexikos), 4500 Pflanzenarten (ca. 18%), 163 Säugetierarten (30%) und 340 Vogelarten (32%) und bedeckt dabei nur 0,25% der Fläche Mexikos. Er ist Teil eines tropischen Regenwaldes, der Chiapas, Süd-Yucatán, Teile Guatemalas und Belizes umfasst.

Liane Selva Lacandona
Dschungel soweit das Auge reicht – Zeit den Tarzan rauszulassen^^

Leider verlor der Lacandón Urwald  seit den 50er Jahren bereits etwa 70% seiner Fläche. Holzfäller, Bauern und Ölsuchende zerstörten das Land. Der größte Teil des heute noch vorhandenen Urwaldes wird in den zwei Biosphärenreservaten Montes Azules und Lacantún geschützt.

1972 übertrug die mexikanische Regierung Landtitel über 614.321 Hektar Land an sechzig Lacandonenfamilien. Dabei handelt es sich um Nachkommen der Maya, welche als letzte noch nach jahrhundertealten Traditionen und Ritualen leben. Der Übertrag des Landes führte zu Spannungen mit anderen indigenen Gruppen. Da sich die Lacandonen von nun an als Begünstigte der mexikanischen Regierung sahen, unterstützen sie den Zapatistenaufstand 1994 nicht. Heutzutage gibt es noch ca. 700 Lacandonen, durch den zunehmenden Kontakt mit der Zivilisation im Laufe des 20. Jahrhunderts kam es zur Akkulturation, sodass ihre Kultur vom Aussterben bedroht ist.


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Wie geht es weiter?

Im folgenden Artikel besuchen wir das Centro Ecoturisto Las Nubes mit seinen Wasserfällen und dem tollen Wanderpfad. Im Anschluss geht es zu den berühmtes Lagunas de Montebello. Es bleibt also spannend – Chiapas ist genial :).

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