Auf nach China – Reisevorbereitungen

Ab dem 01.04.2016 ging es für ein paar Wochen auf Dienstreise nach China, genauer gesagt nach Shenyang. Ich war bisher noch nicht in China und dachte mir, dass ich eventuell gleich ein paar Tage länger bleiben kann, um mir das Land anzuschauen. Zuerst musste ich mich jedoch um die Beantragung des Visums, Einladungsschreiben, Flüge etc. kümmern. Bei einer längeren Reise nach China ist auch eine medizinische Vorsorge sehr wichtig.

China ist ein Land der Superlative. Es ist das bevölkerungsreichste und nach Russland, Kanada und den USA das flächenmäßig viertgrößte Land der Erde. Im Jahr 2015 lebten ca. 1,37 Mrd. Menschen in China, dabei ist die Bevölkerung sehr ungleich verteilt. Seit einigen Jahren zieht es immer mehr Menschen in die Städte – bereits drei chinesische Städte befinden sich unter den zehn bevölkerungsreichsten Städten der Erde (Guangzhou ca. 11,2 Mio.; Shanghai ca. 19,2 Mio.; Peking ca. 20 Mio.).

Die Stadt, in der ich die nächsten Wochen leben werde, liegt im Nordosten von China in der Provinz Liaoning, ca. 200km von der Grenze Nordkoreas entfernt. Es leben ca. 4,6 Mio. Menschen in der Stadt und ca. 7,1 Mio. in der Region (Stand 2012, neuere Zahlen hab ich noch nicht gefunden). Um dem hohen Verschmutzungsgrad von Verkehr und Industrie entgegenzuwirken, wurde Shenyang zur “Nationalen Modellstadt für Umweltschutz” benannt. Leider scheint das noch nicht viel gewirkt zu haben, denn im November 2015, als die vielen kleinen Kohlekraftwerke der dezentralen Energieversorgung liefen, hat die Feinstaubbelastung schockierende Werte erreicht (1400 Mikrogramm PM2.5).

Hier noch ein paar Infos zur Stadt, die das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Nordostchinas darstellt und unter dem Namen Mukden eine Weile die Hauptstadt des Mandschurischen Staates war (deswegen steht in Shenyang auch der einzige kaiserliche Palast außerhalb Pekings): Shenyang

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Travel Medicine

In China gibt es einige andere Krankheiten als bei uns, auch ist der Hygienestandard, vor allem im ländlichen Bereich, weitaus niedriger. Somit ist eine Impfvorsorge sehr wichtig. Folgende Impfungen wurde mir empfohlen:

  • Japanische Enzephalitis (2 Impfungen, 2* ca. 90€ Impfstoff + Impfkosten durch den Arzt)
  • Tollwut (3 Impfungen, 3* ca. 70€ + Impfkosten durch den Arzt)
  • Typhus (Medikament oder Impfung ca. 30€ mgl. + Impfkosten durch den Arzt)
  • Impfberatung (ca. 20€)

Weiterhin sollte man einige andere Impfungen auffrischen oder durchführen lassen, falls man sie noch nicht hat:

  • Hepathitis A, B
  • FSME (3 Impfungen)

Da muss man natürlich erstmal ganz schön tief in die Tasche greifen. Aber keine Angst, die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten im Nachhinein. Infos und einen Vordruck für die Rückerstattung gibt es wie immer auf den Seiten des Centrum für Reisemedizin.

TIPP: Die Impfungen waren bei meinem Hausarzt deutlich teurer als im Tropenzentrum der Stadt. Die Hausärztin hat für jede einzelne Spritze über 30€ berechnet, das Tropenzentrum weniger als 10€.

Weiterhin habe ich mir eine kleine Reiseapotheke zusammenstellen lassen mit einigen Standardmedikamenten (Magentabletten, Handdesinfektionsmittel, Nasenspray, Paracetamol, Halstabletten, Reisetabletten). Ganz wichtig – Insektenschutz nicht vergessen, falls ihr im Sommer reist.

Reist man nur kurz in das Land oder bleibt großteils in Städten, braucht man die Impfungen eventuell nicht alle, hier muss jeder selbst abwägen. Da wir aber nach meiner Dienstreise noch ein paar Tage durch das Land reisen wollen, sorge ich lieber vor.

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Visum

Auch für eine Reise nach China muss man ein Visum beantragen. Dabei gibt es zig verschiedene Typen – beim Chinese Visa Application Service kann man sich über die Unterschiede informieren. Ich brauchte ein Visum für einen Business-Trip und hierzu musste mir der chinesische Arbeitgeber eine Einladung ausfüllen. Reist man als Tourist (L-Visum) nach China, dann braucht man keine Einladung.

Die Beantragung des Visas sollte max. 60 Tage vor der Reise erfolgen und kann einer Agentur überlassen (z.B. 1aVisum) oder selbständig durchgeführt werden. Will man es selbstständig durchführen, so ist der Antrag auf postalischem Weg oder persönlich im Service Center möglich – diese gibt es in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München. Benötigt wird ein Passfoto, Reisepass, Flugbuchung, Buchungsbestätigung des Hotels (oder Dokument der Person, bei der man unterkommt) und das Antragsformular. Weiterhin kostet das Visum auch ein wenig Geld: Bei Beantragung vor Ort (man muss zweimal hin – Sachen abgeben und wieder abholen) kostet es derzeit 125€, postalisch 161€ (siehe Gebührenordnung Application Service). Ich habe eine Agentur zur Beantragung gewählt – die haben Erfahrung und es kostete postalisch dort nur 130€.

Wichtig: Im Antragsformular muss der Reiseverlauf so genau wie möglich angegeben werden, es sollten Hotelbuchungen für mind. die Hälfte des Aufenthaltes vorliegen. Wenn man aber Backpacking betreiben will oder noch nicht sicher ist, wo man überall hin will, dann kann man auch erstmal ein günstiges Hostel für die komplette Zeit buchen und nach Erhalt des Visums wieder stornieren. Man sollte aber bei der Einreise zumindest ein Nachweis über die erste Station dabei haben. Alle später gebuchten Hotels bzw. Hostels melden das dann ohnehin.

Alle weiteren Informationen gibt es auf der Seite des Chinese Visa Application Service (https://www.visaforchina.org).

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6 Comments

    • Hallo Ulrike,

      vielen Dank für die Infos :). Ja, die Reise ist schon eine Weile her, da hat sich sicher einiges geändert – super, dass man bei dir alle wichtigen Informationen findet!

      Viele Grüße
      Robert

  • Hi Robert,

    Ein wichtiger Punkt im Zuge der Reisevorbereitung für einen Aufenthalt in China ist auch die Bargeldversorgung vor Ort, bzw. die Möglichkeit, vor Ort Renminbi-Yuan abzuheben. Da bei der Verwendung herkömmlicher Giro- / EC-Karten ja erhebliche Gebühren entstehen können, möchte ich Dich fragen, was für eine Geldkarte Du während deinem Aufenthalt in China verwendet hast oder ob Du eine direkte Empfehlung geben könntest?

    Viele Grüße,

    Max

  • Hallo Max,

    damals war ich auf Dienstreise in China und konnte Geld über die Kreditkarte meines damaligen Arbeitgebers abheben, Gebühren wurden erstattet. Heutzutage nutze ich unterwegs hauptsächlich die Santander 1Plus Visa. Die ist theoretisch weltweit kostenfrei beim Bargeld abheben (eventuell anfallende Gebühren werden erstattet) und bietet weltweit 1% Tankrabatt. Hat aber Eigenheiten, z. B. muss man immer schauen, dass die Deckung auf dem Konto der Karte passt am Ende vom Monat, da sonst hohe Zinsen beim Einzug des Geldes vom Referenzkonto fällig werden; außerdem gibt es eine 1,5 prozentige Gebühr bei Zahlungen im Ausland.

    Was sind deine Empfehlungen?

    Beste Grüße
    Robert

  • Hallo Robert,

    Danke für die schnelle Antwort. Die Santander 1Plus Card kenne ich persönlich noch nicht, die Konditionen hören sich aber ganz passabel an. Ich kann derzeit die neue Kreditkarte der Hanseatic Bank empfehlen, die Genial Card. Auslandsabhebungen und auch die bargeldlose Zahlung per Kreditkarte ist weltweit gebührenfrei möglich. Aufpassen muss man aber auch, dass im Online-Banking der Komplettausgleich des Saldos eingestellt ist, sonst werden auch bei der Genial Card hohe Zinsen für die Ratenzahlung berechnet. In den ersten 3 Monaten werden keine Überzugszinsen berechnet.

    Viele Grüße und weiterhin frohes Reisen,

    Max

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