Mayastadt Ek Balam – Im Dschungel Yucatáns

EkBalam Title

Ende September bin ich eine Woche mit meinen Eltern durch Yucatán gereist. Neben vielen bereits bekannten Stopps gab es auch einiges Neues zu sehen, wie die Mayastadt Ek Balam.

Was für eine tolle Tour – von Cancún ging es für zwei Tage nach Holbox, dann über Ek Balam und die Cenote Hubikú nach Valladolid. Dort besichtigten wir Chichén Itzá und fuhren im Anschluss für zwei Tage nach Bacalar. Auf dem Rückweg nach Cancún hielten wir in Mahahual und übernachteten noch einmal in Tulum am Strand. Viele der genannten Stationen hatte ich bereits früher besucht und darüber geschrieben, einiges war jedoch auch für mich neu und viele frühere Artikel benötigen jetzt ein Update. Heute geht es um die Mayastadt Ek Balam – eine interessante Sehenswürdigkeit, welche meiner Meinung nach etwas überteuert ist.

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Anreise

Die meisten von euch werden sicher in Cancún landen – von dort aus nehmt ihr die Bundesstraße 180 in Richtung Holbox/Valladolid. Nach 16 km fahrt ihr auf die Mautstraße 180D weiter in die gleiche Richtung. Auf der 180D bleibt ihr 135 km und biegt dann nach Norden auf den Highway 295 Valladolid Tizimin. Nach 15 km biegt ihr auf die Carretera Ek-Balaam ab und folgt dieser etwa 5 km.

 

Öffnungszeiten und Eintritt

Bevor ihr die Mayastadt Ek Balam betreten könnt, müsst ihr erstmal ordentlich Eintritt zahlen. Dabei verlangt der Staat Mexiko 75 Peso und da der Bundesstaat Yucatán zusätzlich seine Kassen füllen möchte (wie in Chichén Itzá), kommen nochmal 338 Peso obendrauf. Falls ihr eine Resident Card habt, dann zahlt ihr anstatt 338 Peso nur 78 Peso Aufpreis (bzw. am Sonntag gar keinen). Geöffnet sind die Ruinen übrigens ganzjährig von 08:00-17:00 Uhr (letzter Eintritt: 16:00 Uhr).

Kurz zusammengefasst:

  • Öffnungszeiten: 08:00-17:00 Uhr (Kasse schließt 16:00 Uhr)
  • Eintritt: Touristen 413 Peso; Besitzer Resident Card (nicht vergessen) 153 Peso (Sonntag nur 75 Peso)
  • Guide: Einen Guide könnt ihr am Eingang für 600 Peso buchen (wer handelt kann den Preis noch ein wenig drücken).

 

Geschichte

Ek Balam kommt aus dem Mayathan und bedeutet „schwarzer Jaguar“ bzw. „Stern-Jaguar“, da „Ek“ je nach Aussprache auch „Stern“ bedeuten kann. Die Stadt entstand bereits 100-300 n.Chr. und erlebte ihre Blüte zwischen 700-1000. In dieser Zeit hatte sie 12.000-18.000 Einwohner. Der Abstieg begann um 1200. Eine 1579 von Encomendero Juan Gutiérrez Picón verfasste Schrift erwähnt, dass der Name des Ortes von einem großen Herrscher namens Ek Balam oder Coch Cal Balam kommt, der bis zu seiner Ermordung 40 Jahre dort regiert haben soll. Laut Aussagen einiger Einheimischer gehörte die Stadt zum Königreich Tlalol.

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Ein wichtiger Herrscher von Ek Balam in den Jahren 770-801 war Ukit Kann Lek Tok. Er ließ den größten Teil der Akropolis bauen, auf deren 160 m langen Sockel die Hauptpyramide von Ek Balam sitzt. Seine sterblichen Reste wurden in einem Teil dieses Gebäudes gefunden. Untersuchungen zeigten, dass sein Gesicht aufgrund einer Infektion des Kiefers stark deformiert war.

 

Aufbau

1997 begann die Freilegung von Ek Balam. Ein Großteil des Areals ist jedoch noch nicht archäologisch untersucht worden. Das Zentrum der Stadt besteht aus 45 Strukturen und ist 1,25 km² groß und von einem doppelten Mauerring umgeben. Die Siedlung außerhalb des Zentrums erstreckt sich auf knapp 12 km² Fläche. Fünf Maya-Straßen (Sacbé) führen durch große Triumphbögen in das Zentrum.

 

Akropolis

Dieses sechsstöckige Gebäude beinhaltet 72 Räume und ist eines der größten der Maya-Kultur Yucatáns. Die Grundfläche ist 160 m lang und 70 m breit. Die Höhe beträgt 32 m. Heutzutage wird es Akropolis genannt, eine Inschrift bezeichnet es jedoch als „Sac Xoc Naj“ (weißes Haus des Lernens).

Eine große, mehrfach unterbrochene Treppe führt bis zum höchsten Stockwerk, welches aus nur einem Raum bestand. Auf halber Höhe befindet sich zu beiden Seiten der Treppe je ein Raum, dessen Eingang ein Schlangenmaul-Tor zierte. Auf dem dritten Niveau befinden sich ebenfalls zu beiden Seiten der Treppe gezierte Räume. Das vierte Niveau ist durch ein großes Schlangenmaultor geziert.

Ihr solltet auf jeden Fall den Aufstieg wagen, denn der Ausblick über den Dschungel ist spektakulär.

Neben der Akropolis befinden sich noch zwei weitere 110 m lange und 80 m breite Gebäudekomplexe mit einer Höhe von 20 m. Sie wurde noch nicht ausgegraben und archäologisch untersucht.

 

Südlicher Hof

Südlich der Akropolis befinden sich etliche weitere Gebäude, unter anderem ein Durchgangsgebäude in Form eines vierseitigen Tores. Ein weiterer Bau wird als ovaler Palast bezeichnet, er hat einen rechteckigen Sockel, an den sich ein runder Pyramidenstumpf anschließt. Natürlich durfte auch ein Ballspielplatz nicht fehlen, er befindet sich ebenfalls im Süden und ist in Nord-Süd-Richtung zwischen zwei älteren Gebäuden errichtet.

Cenote

Direkt neben dem Eingang nach Ek Balam befindet sich ein 1,5 km langer Weg zur Cenote X´Canché (ihr könnt auch Fahrräder ausleihen, falls euch der Weg zu lang ist). Der Eintritt kostet 30 Peso. Vor Ort gibt es Unterkünfte zur Miete und Ziplines.

 

Fazit Mayastadt Ek Balam

Ek Balam ist meiner Meinung nach sehr sehenswert. Die Akropolis bricht gigantisch aus dem Blätterdach hervor und von ihrer Spitze habt ihr einen tollen Blick über den Dschungel Yucatáns. Die Ruinenstadt ist nicht so bekannt wie Chichén Itzá, daher verirren sich viel weniger Touristen in die Anlage und ihr könnt alles in Ruhe anschauen, ohne euch von den Menschenmassen oder den nervigen Verkäufern gedrängt zu fühlen. Sie ist aber auch deutlich kleiner und bietet weniger Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten, eine Lichtshow gibt es ebenfalls nicht. Aus diesem Grund finde ich den Eintrittspreis eine Frechheit: Für 20€ pro Person bekommt man hier bedeutend weniger geboten als in Chichén Itzá, welches nur 3€ pro Person mehr kostet.

 

Tipps für euren Besuch

Ihr solltet circa eine Stunde für die Besichtigung einplanen. Festes Schuhwerk*, einen Hut und Sonnencreme* sind ein Must. Bei meiner Reise im September gab es derart viele Mücken, dass ein Mückenspray* unbedingt in die Reisetasche gehört.

 

Chichén Itzá oder besser Ek Balam?

Wer mein Fazit gelesen hat, kann diese Frage bereits selbst beantworten: Auch wenn Chichén Itzá zu Stoßzeiten maßlos überlaufen ist und die Verkäufer extrem nerven, es ist einfach die größere und bekanntere Anlage. Ihr bekommt viel mehr geboten als in Ek Balam. Wer zum ersten Mal auf Yucatán ist, der sollte Chichén definitiv einplanen (früh Anreise, um den Touris zu entgehen), Ek Balam eignet sich eher als Ergänzung oder falls es euch mal wieder in die Gegend verschlägt.

 

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