Ex-Hacienda de Chautla – Ein kleines Wasserschloss in Mexiko

Ex-Hacienda de Chautla

Vor kurzem war ich in Puebla und Tlaxcala unterwegs und habe unter anderem ein kleines Wasserschloss besucht, die fabelhafte Ex-Hacienda de Chautla.

Im letzten Artikel ging es um die Ausgrabungsstätte Tula mit ihren steinernen Kriegern. Folgt man dem Highway nach Tula weiter, so kommt man zu den Bundesstaaten Puebla und Tlaxcala, die eine ganze Menge Sehenswürdigkeiten bieten. Heute geht es um ein kleines Wasserschloss, genauer gesagt eine kleine alte Hacienda.

 
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Anreise

Gleich vornweg – eine Fahrt nach Puebla dauert von SLP aus ca. 5-6h, d.h. ihr solltet euch am besten mehrere Ziele vornehmen und ein Wochenende einplanen. Von San Luis Potosí aus geht es auf dem Highway 57 an Queretaro vorbei in Richtung Mexiko-Stadt. Kurz nach San Francisco Soyaniquilpan biegt ihr auf die M40D in Richtung Tula de Allende ab. Nach 168 km erreicht ihr die Ausfahrt Richtung México/Carr. Federal 119. Hier fahrt ihr ab auf die 150D in Richtung México. Nach 8 km biegt ihr in Richtung San Antonio Chiautla ab und folgt der Straße 3 km zum ausgeschilderten Ziel.


 
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Ex-Hacienda Chautla

Die Hacienda Chautla wurde im 18. Jahrhundert im San Martin Texmelucan Tal von Manuel Rodriguez de Pinillos y Lopez (erster Marquis von Selva Nevada) gebaut. Der Marquis hat jedoch nie in der Hacienda gelebt. Die vierte Marquise von Selva Nevada, Soledad Gutierrez de Rivero Martinez de Pinillos, erbte die Hacienda. Sie hatte eine Tochter namens Mara Zavala y Gutierrez aus einer früheren Ehe. Die Marquise heiratete 1820 den Engländer Thomas Gillow, einen 1797 in Liverpool geborenen Juwelier, der 1819 nach Mexiko kam. Dieser kümmerte sich von nun an um das Familiengeschäft. Als die Marquise starb, heiratete Thomas Gillow die Tochter Mara Zavala, um Probleme mit dem Erbe der Hacienda zu beseitigen (Anspruch des Ex-Mannes der Marquise). Die Kirche stimmte der Ehe nie zu.

Aus der Ehe ging Eulogio Gillow hervor, der spätere erste Bischof von Antequera. Eulogio modernisierte die Hacienda. Er baute1903 das erste kleine Wasserkraftwerk Lateinamerikas, spezialisierte sich auf den Anbau von Agave und importierte neue Maschinen aus dem Ausland. Eine dieser Maschinen war eine Dreschmaschine aus den USA, die jedoch nicht funktionierte, da das Korn in Puebla gröber war als in den USA. Man ließ sie in einem Schuppen verrosten und wollte sie später dem Smithsonian Institut zur Verfügung stellen mit einer Notiz: „Diese Maschine hat eine Goldmedaille in einer Ausstellung in Philadelphia gewonnen, stellte sich aber als komplett nutzlos in Mexiko heraus.“

Eulogio baute auch das zauberhafte kleine Wasserschloss („El Castillo“), welches den Damm überschaut. Das Schloss hatte ursprünglich eine Zugbrücke, künstliche Seen und Gärten. Die Landbrücke, die zum Castillo führt, teilt den 12 Hektor großen See. Das kleine Schloss wurde als Residenz für Lehrer einer Agrikulturschule gebaut und  1898 fertig gestellt.

Eulogio war ein angesehener Mann und mit Porfirio Díaz, dem damaligen autoritären Präsidenten, befreundet. Der Präsident enteignete die Kirche, viele Bauern und Indigene in der Zeit. Sein Regierungsstil war einer der Gründe für die mexikanische Revolution in deren Verlauf das Haciendasystem abgeschafft und das Land wieder auf lokale Bauern verteilt wurde. Eulogio verlor dadurch viel Land und einige der Gebäude der Hacienda gingen ebenfalls verloren. Nach seinem Tod 1922 haben seine Nachfahren die Hacienda an den Staat Puebla verkauft. Seitedem wird sie als Erholungsgebiet genutzt. Vor Ort kann man Angeln, Campen, Picknicken, Boote ausleihen, es gibt eine Zip Line, Kioske und ein sehr gutes Restaurant „El Castillo“, welches sich auf Forellen spezialisiert hat (aus eigenem Fang). Es wurden auch einige mexikanische Filme im Gebiet der Hacienda gedreht.

 

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Fazit

Mexiko überrascht mich immer wieder – es gibt so viel zu sehen hier. Ein kleines Wasserschloss, wie man es in Deutschland hier und da findet, hätte ich in Mexiko nicht erwartet. Die Seen, der Park und das Schloss sind wirklich sehenswert und laden zu einer kleinen Wanderung ein. Wer möchte kann auch Angeln oder Boot fahren und danach im guten Restaurant eine Forelle genießen. Für die Besichtigung habe ich etwa zwei Stunden gebraucht (mit Essen).

  • Anschrift: Carr Federal México-Puebla Km. 4,5, 74135 San Lucas el Grande, Puebla
  • Öffnungszeiten: 08:30-17:30
  • Eintritt: 40 Peso pro Person
  • Parken: 20 Peso
  • Boot ausleihen: 80 Peso
  • Fahrrad ausleihen: 60 Peso (30 Minuten)
  • Angeln: 200 Peso
  • Zipline: ein Abschnitt 80 Peso, alle drei 160 Peso
  • Hütte mieten (auf dem Gelände gibt es Hütten zum übernachten): 1500 Peso pro Nacht

Da Puebla sehr weit von San Luis Potosí entfernt ist, solltet ihr mehrere Sehenswürdigkeiten bei eurem Besuch verbinden (z.B. die geniale Stadt Puebla oder die größte Pyramide der Welt in Cholula).

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