Xi’An – Die schöne Stadt

Xi'An Terrakotta Army

Vom 16.-17.05.2016 waren wir in Xi’An. Die Stadt liegt von Beijing aus südwestlich, mehr in Richtung Zentralchina. Unsere Anreise erfolgte über Nacht in einem Schlafwagen von einem Z-Zug.

Xi’An ist viel kleiner als Beijing und besitzt im Stadtgebiet nur ca. 8 Millionen Einwohner. Unter der Qing-Dynastie war die Stadt die erste Hauptstadt des Kaiserreiches China. Im Zeitraum 618-907 AD befand sich auf dem Gebiet der heutigen Stadt Xi’An die Stadt Daxin, sie war flächenmäßig und von der Einwohnerzahl (ca. 1 Mio.) die größte Stadt der Welt. 1369 nannte der Ming Kaiser Hongwu die Stadt in Xi’An um. Bekannt ist Xi’An vor allem für die Terrakotta Armee und die große Stadtmauer.

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Am Montag früh sind wir also am Bahnhof in Xi’An angekommen. Die Zugfahrt war okay, die Betten und Kissen sind zwar auch im Softsleeper noch hart, aber irgendwie konnte man schon schlafen. Perfekt wäre die Fahrt gewesen, wenn es noch Duschkabinen gegeben hätte. Vom Bahnhofvorplatz nahmen wir den Bus 603, welcher in Richtung des Südtores durch die Innenstadt fährt. Am Südtor stiegen wir aus und liefen zu unserem Hostel, dem See Tang-Hostel*. Dieses liegt nur 150 m vom großen Südtor entfernt in der Innenstadt an einer kleinen Gasse mit allerhand Trödel- und Kunstläden/-ständen. Im Hostel gab es normale Zimmer und kleine verglaste Apartments auf dem Dach, welche wir gewählt hatten. Am besten gefielen uns aber die verschiedenen Dachterrassen des Hauses, auf denen man Frühstücken oder einfach nur Verweilen konnte (eine Bar gab es dort auch). Falls ihr mal in Xi’An seid, ist dieses Hostel meine absolute Empfehlung!

 

Terrakotta-Armee

Einchecken konnten wir zwar erst am Nachmittag, aber wir konnten immerhin schon unser Gepäck ablegen. Danach ging es per Bus 603 (1 Yuan pro Fahrt) zurück zum Bahnhof und dann mit dem Touristenbus 5 (306) zur Terrakotta-Armee (Fahrtdauer 1h, 8 Yuan pro Person, Eintritt in die Ausstellung 120 RMB p.P.). Vor Ort angekommen entschieden wir uns für eine chinesische Reiseführerin (dort gibt es einen Stand mit staatlichen Reiseführern). Unser Guide hieß Lili – viele Chinese haben einen westlichen Beinamen damit wir Langnasen ihn uns einfacher merken können. Sie führte uns knapp 3h herum, beantwortete alle unsere Fragen und erklärte alles ausführlich für 150 Yuan (30 Yuan pro Person). Bei der Terrakotta-Armee handelt es sich um das Mausoleum von Qin Shihuangdis, dem ersten chinesischen Kaiser, welches 210 v. Chr. erbaut wurde. Der Bau begann damals kurz nach der Krönung des Kaisers, es sollen bis zu 700.000 Menschen beteiligt gewesen sein. Entdeckt wurde die Anlage zufällig im März 1974, als Bauern nach einem Brunnen graben wollten. Bis heute ist ca. ein Viertel der kompletten Anlage freigelegt. Kommt man zeitig, kann man die Archäologen noch bei ihrer Arbeit beobachten. Als der Kaiser damals starb haben die Arbeiter und Bauern aus Frust die Anlage eingerissen, Waffen der Tonkrieger geklaut und viele Figuren zerstört. Zuletzt haben sie die Anlage angebrannt, sodass die Dächer eingestürtzt sind und die vielen Terrakottakrieger unter sich begraben haben. Aus diesem Grund gibt es keine komplett erhaltene Figur – überall fehlen Teile, welche rekonstruiert wurden. Aufgrund des eingestürtzten Daches ist die Anlage aber bis heute noch so gut erhalten. Die Krieger selber waren sogar bemalt in verschiedenen Farben, jedoch sorgt der Sauerstoff nach Freilegung der Figuren dafür, dass die Farbe ausbleicht. Für die Touristen gibt es drei Hallen und ein Museum zu sehen – die erste ist gleich die größte Halle, die weiteren sind kleiner, mit tieferen Gruben. Es gibt normale Krieger, Armbrustschützen, Streitwagen, Pferde, … . Aber seht selbst.

 

Bell- und Drum-Tower, Muslimisches Viertel

Nach der Besichtigung sind wir zum Hotel zurückgefahren, konnten einchecken und uns erstmal ausruhen. Am Abend ging es nochmal in die Innenstadt, wo wir Bell- und Drumtower bei Nacht sehen konnten. Wir besuchten auch das muslimische Viertel, wo es entlang der Straßen wieder viele Fressbuden und kleine Geschäfte gibt.

 

Stadtmauer

Am Dienstag früh sind wir nach dem Frühstück zum Südtor gelaufen. Das Südtor ist das größte und schönste Tor der Stadtmauer, welche 13,7 km lang, 12-14 m breit und 12 m hoch ist. Man zahlt ca. 50 RMB Eintritt p.P. und kann dann die Mauer entlang schlendern, oder man leiht sich oben ein Fahrrad für ca. 100 RMB (+ Kaution) und fährt die Runde ab (dafür hat man 2h Zeit). Wir haben uns für die Fahrrad-Tour entschieden, welche ein echtes Highlight war, da wir perfektes Wetter hatten und aufgrund des Arbeitstages kaum jemand auf der Mauer unterwegs war.

 

Am Nachmittag haben wir uns dann von einem Fahrer für 200 RMB zum 50 km entfernten Flughafen fahren lassen. Am Abend ging es mit dem Flieger nach Shanghai.

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Fazit Xi’An:

Xi’An war bisher die schönste Station unserer Reise – eine schöne Stadt, nicht allzu stressig, mit einigen Sehenswürdigkeiten und einer tollen Atmosphäre. Das perfekte Wetter und das super Hostel haben natürlich auch seinen Beitrag dazu geleistet. Wir wären gerne noch ein bis zwei Tage länger geblieben.

Tipp Nahverkehr: Auch in Xi’An gibt es eine wiederaufladbare Karte für den Nahverkehr, welche sich jedoch aufgrund des kleinen U-Bahn-Netzes und der günstigen Busfahrten (1 RMB) kaum lohnt.

 

Kosten:

  • Terrakotta-Armee Eintritt 120 RMB pro Person
  • Terrakotta-Armee Guide 150 RMB pro Gruppe
  • Stadtmauer 53 RMB pro Person (Studenten mit ID 27 RMB)
  • Stadtmauer Fahrradverleih 200 RMB pro Rad, davon 100 RMB Kaution (es gibt Tandems oder Einzelräder)

 

Karte:

 

Links und Infos:

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