USS Constitution

04.10.2012 | Boston – Hafenrundfahrt, USS Constitution, Bunker Hill, Harvard, MIT

Mein zweiter und letzter Tag in Boston ist angebrochen. Heute steht die USS Constitution, Bunker Hill, Harvard und das MIT auf dem Programm.

 

Hafenrundfahrt

Gestern früh hatte ich eine Hop On/Off Bustour für zwei Tage durch die Stadt gebucht und im Ticket war auch eine Bootstour inbegriffen. Also startete ich heute zeitig am Hostel und fuhr mit dem Bus zum Hafen. Im Bus unterhielt ich mich mit einem Ehepaar aus Fresno (Kalifornien), beide Rentner – er hat früher mal BMWs vertrieben. Sie waren sehr nett und haben ebenfalls an der Bootstour teilgenommen.

 

USS Constitution

Nach der Schifffahrt, welche recht interessant war (jedoch war das Wetter mal wieder bescheiden – nass und kalt), fuhr ich mit dem Bus weiter in den Norden von Boston, um den Freedom Trail zu beenden. Meine nächste Station war das Schiff USS Constitution, eine 1797 in Betrieb genommene Fregatte der Vereinigten Staaten. Das Schiff ist komplett erhalten und wirkt sehr gepflegt. In der Schlacht mit einem englischen Schiff, der Guerriere, bekam die Constitution den Namen „Ironside“, da die Kanonenkugeln des englischen Schiffes an den Seiten der Constitution einfach abprallten. Grund war die besondere, dreilagige Bausweise mit einer Schicht des härtesten Holzes der Welt. Die Besichtigung war sehr interessant – es ist toll, dass das Schiff nach so langer Zeit immer noch so gepflegt wird. An Bord hat dann ein Marinesoldat noch ein paar Geschichten darüber erzählt. Daneben befindet sich noch ein anderes Marineschiff zur Besichtigung, die USS Cassin Young. Dabei handelt es sich um einen Zerstörer, der im zweiten Weltkrieg bei der Schlacht um Okinawa und der See- und Luftschlaft im Golf von Leyte eine große Rolle gespielt hat. Nach dem Krieg wurde er ausgemustert, jedoch im Koreakrieg nochmal reaktiviert.

 

 

Bunker Hill Monument

Im Anschluss folgte ich dem Freedom Trail zum Bunker Hill Monument, einem 68m hohen Obelisken, der nach der Schlacht um Bunker Hill errichtet wurde. Nach einem kurzen Vortrag eines Rangers, stieg ich die 294 Stufen des Obelisken hinauf und als ich total fertig oben ankam, sah ich, dass die Fenster mit ziemlich zerkratztem Glas versehen waren – hat sich die Plackerei also nicht gelohnt… .

Kurz zur Schlacht um Bunker Hill: Die Schlacht fand 1775 statt, also in der Zeit, in der Bosten von britischen Streitkräften belagert wurde. Aus der amerikan. Geschichte: Aufgrund von Taxes (Steuern) und der britischen Vormacht kam es immer wieder zu Rangeleien in der Kolonie – man strebte nach Unabhängigkeit von den Briten. Durch die Rangeleien verstärkten die Briten immer weiter ihr Regiment an Streitkräften in Bosten. In der Nacht vom 17.06. besetzten die Amis Bunker Hill – einen strategisch gut gelegenden Hügel in Boston, von wo aus sie sogar in der Lage waren, die Stadt zu beschießen. Das konnten sich die Briten natürlich nicht bieten lassen und so eroberten sie in der darauffolgenden Schlacht den Hügel (eigentlich die Hügel) zurück. Die Schlacht brachte jedoch herbe Verluste für die Briten und weit geringere für den weniger tranierten Amerikaner (die Briten waren Soldaten, die Amis nur freie Menschen, die nach Freiheit und Unabhängigkeit strebten).

 

Harvard

Mein nächstes Zeil nach Bunker Hill war die weltberühmte Harvard Universität, welche im Westen Bostons liegt und ein riesiges Areal einnimmt (es gibt viele Uni-Teile). Leider waren die Informationen über das Gebiet nicht so gut und eine vernünftige Beschilderung bzw. Zutritt zu allen Gebäuden hat es nicht gegeben. Dennoch habe ich ein paar Bilder gemacht, bevor ich zum MIT, dem Massachusetts Institute of Technology, weiterfuhr. Übrigens geht die Gründung der Universität auf das Jahr 1636, als fromme Kolonisten beschlußen eine Ausbildungsstätte für Geistliche zu errichten. Die Regelstudiengebühr beträgt mehr als 50.000 Dollar pro Jahr und Studienplatz, etwa 70% der Studenten erhalten aber ein Stipendium oder bekommen erhebliche Teile der Gebühren entlassen.

 

MIT – Massachusetts Institute of Technology

Das MIT war weit einladender als Harvard und bot Einblicke in fast alle Gebäude, jedoch ist auch hier das Areal so groß, dass man bei weitem nicht alles ablaufen kann, bzw. keine Lust dazu hat :D. Ich habe das Hauptgebäude und ein Studentengebäude besucht. In ersterem befanden sich Hörsäle und eine große Lobby, im zweiten viele Läden und Geschäfte für die Studenten. Ich fand das MIT sehr beeindruckend, auch wenn nicht alle Gebäude so hübsch aussehen (einige sehen einfach nur wie Betonbarracken aus).

 

Und sonst so…

Am Abend war ich dann noch mit einer sehr netten Kanadierin Pizza essen. Sie war gerade im Hostel angekommen und, wie ich, auf der Suche nach einem Restaurant. Haben ein wenig über Reisen und Studium usw. geredet. Sie sprach Englisch und Inuktitut, die Sprache der Inuit. Aufgrund des Hostels war es sehr einfach, mit interessanten Leuten ins Gespräch zu kommen – eigentlich Schade, dass ich nicht länger da geblieben bin.

Bevor ich nun zum Ende meines Berichtes komme, hier noch ein paar interessante Fakten über Boston:

  • Das Old State House ist das älteste öffentliche Gebäude der USA.
  • In Boston Main leben 650.000 Menschen. Es studieren dort mehr als 135.000 Studenten – krasser Anteil.
  • In einigen richtig alten Gebäuden sind noch originale Fenster erhalten – diese haben sich mittlerweile violett gefärbt und sind zu einer Art Statussymbol geworden (die Wohnungen da sind extrem teuer).
  • Boston war anfangs gar nicht so groß – über 70 % der Fläche wurde durch Landerweiterungsmaßnahmen (Umtragung der Berge in dem Gebiet) dazu gewonnen.

 

Als ich 2012 diesen Text in den damaligen Blog für meine Familie hochlud, saß ich bereits im Amtrak-Zug Richtung New York, Penn Station. Die letzte Woche meines großen Abenteuers wollte ich mit meinen Eltern in New York und Washingston D.C. verbringen. Das Zugfahren in Amerika ist sehr angenehm – leider ist es nur noch in wenigen Regionen möglich. Im Süden gibts kaum noch Zugverbindungen. Der Amtrak-Zug bietet viel Platz, WLAN und für jeden Passagier eine Steckdose – so macht Zugfahren Spaß :). Ich fuhr von Boston aus an der Ostküste entlang nach New York – die Fahrt bot malerische, ein wenig mystische Landschaften: Wasser, Brücken, kleine Städte, überall Nebel – das Land erwachte langsam aus dem Schlaf. Und während ich raussah, fror mir im Zug den Ar… ab, da die Klima wieder mal viel zu kalt eingestellt war (fühlte sich an wie 10 Grad – alle saßen in Jacke rum) – die Amis werden es nie lernen :D.



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